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Wie verhalten sich junge Menschen in Zeiten der Pandemie? Diese Frage war Thema im "heute journal" vom 18.10.2020. bild: screenshot zdf

Junge Frau erntet Häme für Aussage in ZDF-Bericht – und tritt Debatte los

Die Corona-Pandemie fordert Verzicht in so ziemlich allen Lebensbereichen. So gut wie alle Menschen sind von den Einschränkungen und Maßnahmen betroffen – auch junge Menschen, die es gewohnt sind zu feiern. Kanzlerin Merkel mahnte in einer Videobotschaft, Kontakte deutlich zu verringern – und auf nicht notwendige Reisen und Feiern zu verzichten.

Wie junge Menschen mit der Pandemie und ihrem Bedürfnis nach Party umgehen, war auch Thema im "heute journal" vom 18.10. im ZDF.

ZDF-Beitrag löst Debatte aus

Es fehle parallel zur Schule momentan der Freizeitausgleich, erklären beispielsweise zwei 18-Jährige Freundinnen vor der Kamera. Auch andere der interviewten jungen Leute sehen das ähnlich, viele haben trotzdem Verständnis für die Maßnahmen. Tim zum Beispiel findet es nicht cool, wenn Leute in seinem Alter rücksichtslos feiern. Doch einigen geben offen zu, dass ihnen das Feiern sehr fehlt, darunter Ida. Ihre Aussage wurde anschließend zum Auslöser einer intensiven Twitter-Debatte über die Rolle von jungen Menschen und ihren Bedürfnissen in der Pandemie.

Wörtlich sagte Ida im ZDF:

"Ich war jetzt seit März nicht mehr feiern und davor war ich dreimal die Woche irgendwo. Das ist schon traurig, ich brauche das nämlich eigentlich, ich bin darauf angewiesen. Und darauf zu verzichten, geht mir schon echt ab. Deswegen wird die zweite Welle auch so schwierig sein und deswegen werden auch wieder mehr Partys gefeiert, weil so viele das mittlerweile krass vermissen."

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Ida vermisst das Feiern, sagt sie im ZDF. bild: screenshot zdf

Die Aussage von Ida erzielte in den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit. Ein Twitter-Nutzer verbreitete den Ausschnitt mit dem Kommentar: "Definiere First World Problems" und meinte damit wohl, dass es während einer Pandemie wichtigere Dinge und schwerwiegendere Probleme gibt, als nicht feiern zu können. Zunächst gab es für die Aussagen der jungen Frau viel Häme. Häme. Dann zeigten immer mehr Nutzer jedoch Verständnis für das Bedürfnis junger Menschen, tanzen gehen und ihre Freunde treffen zu wollen.

Mittlerweile hat der Nutzer, der das Video zuerst verbreitete, den entsprechenden Tweet gelöscht. Offenbar auch, weil er die Reaktionen auf den Tweet unterschätzt hatte.

Tweet löst Diskussion aus: Was sind in der Corona-Pandemie legitime Bedürfnisse?

Viele Nutzer kritisierten, dass der jungen Frau mit dem Video die Legitimität ihrer Aussage, das Feiern zu vermissen, von oben herab abgesprochen wurde. Andere betonen dagegen, dass das Feiern ein Privileg sei, das nichts mit dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten zu tun habe und deswegen in der Pandemie entbehrlich sei.

Die Häme ist unfair, sagt diese Journalistin:

Die SPD-Influencerin Lilly Blaudzsun verteidigt die junge Frau:

Dieser User sieht die junge Frau als dagegen privilegiert an:

Alle unsere Probleme sind First World Problems, sagt diese Userin:

Diese Userin erinnert daran, dass niemand als Medienprofi geboren wird:

(lau)

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