ARCHIV - 09.05.2018, Nordrhein-Westfalen, D
Vodafone prescht bei der Einstellung des etablierten Service vor.Bild: dpa / Federico Gambarini
Digital

Vodafone stellt bekannten Service ein – Telekom fährt überraschende Strategie

10.01.2023, 15:54

Wer Nachrichten, Bilder oder Videos versendet, nutzt häufig Messenger-Dienste wie Whatsapp. Auch die Telefonanbieter stellen ihren Nutzer:innen Nachrichten-Funktionen zur Verfügung: SMS oder MMS ("Multimedia Messaging Service"). Doch die MMS hat mehrere Nachteile.

Die Größe der MMS ist in Deutschland beschränkt. Außerdem zahlen Nutzer:innen für eine MMS ordentlich dazu. Liegt kein monatliches Gratis-Kontingent an MMS vor, fällt üblicherweise ein Betrag von 39 Cent pro MMS an.

Vodafone kickt die MMS aus seinen Angeboten

Wegen solcher Umstände steht die MMS nun vor dem Aus. Das nachlassende Interesse hat bei Vodafone jetzt zu der Entscheidung geführt, sie nicht weiter anzubieten. Bereits am Donnerstag teilte die Firma mit, dass ab dem 17. Januar keine MMS mehr über ihr Mobilfunknetz verschickt werden können. Nach 21 Jahren sei es Zeit für die Abschaltung.

Seit der Hochphase der MMS im Jahr 2012 sei die Nutzung um 96 Prozent zurückgegangen. Urlaubsfotos oder Familienvideos würden inzwischen von digitalen Diensten wie Threema übertragen oder von iMessage auf iPhones und der RCS-Technologie auf Android-Handys.

Die MMS steht vor dem Aus.
Die MMS steht vor dem Aus.Bild: dpa / Boris Roessler

Bei Firmenhandys, die nur für das Telefonieren gedacht sind, haben MMS noch einen gewissen Mehrwert. Auch bei älteren Menschen ist die Nutzung nachvollziehbar, denn viele Senior:innen haben kein Smartphone mit Internet-Funktion für Apps.

So richtig in Mode kam die MMS nie. Selbst in der Zeit mit ihrer meisten Nutzung war sie im Vergleich zur SMS vergleichsweise unbedeutend: Bei Vodafone kamen damals grob gesagt 110 SMS auf eine versendete MMS.

Telekom und O2 führen die MMS noch weiter

Nicht nur bei Vodafone, auch bei den anderen beiden deutschen Handynetz-Betreibenden steht die MMS auf der Kippe. Die Telekom teilte mit, dass der Versand und Empfang bei ihnen noch bis zum 31. Dezember 2023 möglich sei. Eine Verlängerung dieser Frist ist aber nicht ausgeschlossen.

Ursprünglich sollte bei der Telekom schon zum Jahresende 2022 Schluss mit dem Service sein. Doch um ein Jahr wurde er nochmal verlängert. "Wir sehen im Nutzungsverhalten unserer Kundinnen und Kunden, dass die MMS trotz der Dominanz von Messengerdiensten nach wie vor in einer für die Telekom relevanten Größenordnung nachgefragt wird", sagte ein Firmensprecher dazu.

Bei Telefónica mit seiner Marke O2 werde der Dienst in diesem Jahr weiter angeboten, hieß es. Doch danach könnte möglicherweise auch bei O2 Schluss sein.

(Mit Material von dpa)

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