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Die neueste Mode shoppen? Dafür haben viele Deutsche derzeit kein Geld.Bild: getty / urbazon
Geld & Shopping

Sparen beim Einkaufen: Worauf die Deutschen wegen der Inflation verzichten

23.11.2022, 12:5223.11.2022, 15:46

Die Deutschen sparen, wo es nur geht. Das ist keine große Neuigkeit angesichts der hohen Inflation von derzeit Plus 10,4 Prozent (Stand Oktober 2022) – übrigens der höchste Stand seit 70 Jahren.

Alles wird teurer: Wocheneinkäufe für Lebensmittel kosten inzwischen gefühlt das doppelte und auch viele andere Konsumgüter steigen stark im Preis. Die Konten schrumpfen schnell und die Gedanken der Deutschen sind bei den kommenden Weihnachtseinkäufen und Energiepreisen. Da überlegt man zweimal, bevor ein Einkauf getätigt wird.

Denn laut aktuellem Future Consumer Index, eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernest and Young, müssen sich über drei Viertel der Konsumenten beim Einkaufen mittlerweile einschränken. Gleichzeitig gibt schon jeder Zweite der Befragten an, nur noch das Nötigste kaufen zu können. Die Befragung wurde im November 2022 weltweit unter 18.000 Verbraucher:innen durchgeführt. In Deutschland nahmen 1.000 Personen teil.

Viele können sich inzwischen gar keine Lebensmittel mehr leisten, wie der extreme Anstieg der Nachfrage bei den deutschen Tafeln zeigt. Der Bundesvorsitzende Jochen Brühl sagte dem "NDR" Anfang November in einem Interview: "Die Lage der Tafeln ist so herausfordernd wie noch nie in ihrer 30-jährigen Geschichte."

Mehr als die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) plant laut EY-Studie mehr zu sparen als bisher. Watson verrät dir, in welchen Lebensbereichen die Deutschen neben Gas und Strom am meisten zurückstecken.

Keine Luxusgüter wie Mode oder Elektronik

Klamotten-Shopping ist oft mehr Vergnügen als Notwendigkeit, sofern die Kleiderschränke zu Hause noch gut gefüllt sind. Dementsprechend großen Sinn macht es, bei der Mode als Erstes den Rotstift anzusetzen.

Die Geldbörse ist leer, das Budget reicht nur für das Nötigste.
Die Geldbörse ist leer, das Budget reicht nur für das Nötigste.bild: pexels/nicola barts

Auch die Unterhaltungselektronik muss Abstriche hinnehmen, neue Anschaffungen wie das neueste Handy oder eine teure Spielekonsole sind derzeit eher nicht im Budget: Jeweils 56 Prozent der Befragten geben in der Studie, die der Wochenzeitung "Welt" exklusiv vorliegt, an, sich in den Bereichen Mode und Unterhaltungselektronik zurückzuhalten und wenig oder gar nichts Neues zu kaufen

Tankstellen und Apotheken werden gemieden

Nicht nur bei Luxusgütern wird eingespart, auch bei notwendigen Dingen wie Benzin oder Medikamenten. "Fast jeder Zweite tankt aktuell weniger und mehr als jeder Vierte gibt an, bei Medikamenten zu sparen", sagt Michael Renz, der Leiter des Bereichs Konsumgüter und Handel bei EY Deutschland.

Das Auto lässt sich in den meisten Fällen ja noch ganz gut durch öffentliche Verkehrsmittel ersetzen. Doch wie soll man die jährliche Erkältungssaison im Winter ohne Grippostad und Aspirin überstehen?

Bei Lebensmitteln nur das Nötigste

Nicht nur im Supermarkt wird auf die günstigsten und notwendigsten Lebensmittel zurückgegriffen, auch die bequeme Essenslieferung fällt in vielen Haushalten weg. Da wird lieber selbst geschleppt und günstig gekocht. So will die Hälfte der Verbraucher hierzulande laut EY-Studie sowohl weniger Essen ordern als auch seltener auf die Dienstleistung von Lebensmittellieferanten zurückgreifen.

Beim Lebensmitteleinkauf wird besonders auf die Preise geachtet.
Beim Lebensmitteleinkauf wird besonders auf die Preise geachtet. pexels/anna shvets

Denn gerade beim Essen, das eine regelmäßige Ausgabe ist und schlecht gestrichen werden kann, lässt sich für Verbraucher am meisten Geld sparen.

Die Befragten planen das in anderen Bereichen gesparte Geld für den Kauf von Lebensmitteln und Hygieneartikeln ein, da sie damit rechnen, künftig dafür mehr zahlen zu müssen: Ganze 96 Prozent der Teilnehmer des Future Consumer Index gehen von weiteren Aufschlägen bei Produkten und Dienstleistungen innerhalb der kommenden sechs Monate aus, allen voran in den Bereichen Energie, Kraftstoffe und Lebensmittel.

In der Freizeit zu Hause bleiben

Gleichzeitig sehen die Konsumenten Sparpotenzial bei Freizeitaktivitäten: etwa bei reinen Ausgaben zum Vergnügen wie Urlaubsreisen, bei Besuchen in Restaurants, Bars und Kinos, aber auch bei den Mitgliedsgebühren für Fitnessstudios oder auch Streamingdiensten. Wie du dir trotz gestiegener Preise etwas Freizeitspaß gönnen kannst, haben wir dir in fünf cleveren Spar-Tipps für deine Freizeit zusammengefasst.

Lieber Beautyprogramm zu Hause statt teurer Cocktailabend.
Lieber Beautyprogramm zu Hause statt teurer Cocktailabend.pexels/cottonbro studio

Weniger Weihnachtsgeschenke

Laut einer Umfrage des Gutscheinportals Groupon via Qualitrics unter 3978 Teilnehmenden zwischen 30. August und 6. September 2022 wird auch weniger für Weihnachtsgeschenke ausgegeben. So werden dieses Jahr wohl weniger Geschenke unter dem Weihnachtsbaum stehen.

Laut Studie geben 23 Prozent der Deutschen an, ihr Budget für Geschenke zu reduzieren. Da kommt die Preisschlacht zum Black Friday am kommenden Freitag gerade recht: 52 Prozent geben an, dieses Jahr den günstigen Freitag nutzen zu wollen, um bei ihren Einkäufen zu sparen.

Neue Whatsapp-Funktion: Messenger schaut sich beliebte Apple-Funktion ab

Es ist schon lang bekannt, dass sich Social-Media-Apps Features voneinander abschauen. So war Snapchat Vorreiter in der Story-Funktion, was Instagram, Facebook und Whatsapp allesamt nachahmten.

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