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Fragen der Liebe

Dating in der Gen Z: Welche Angst sie mehr hemmt als Millennials

Closeup of serious young woman sitting at office cafe resting chin on hands. Young female manager thinking over great challenge. Business and challenge concept
Habe ich zu viel preisgegeben?Bild: iStockphoto / MangoStar_Studio
Fragen der Liebe

Typische Dating-Angst der Gen Z: Wie Unsicherheiten früh überwunden werden

Viele Singles sehnen sich nach echter Nähe in der nächsten Liebesbeziehung. Das Problem: Um so jemanden zu finden, muss man sich auch selbst öffnen. Wir sprachen mit einer Paartherapeutin über ein Dating-Dilemma, das besonders Menschen in den Zwanzigern trifft.
30.11.2025, 10:0630.11.2025, 10:06

Die meisten Menschen sind heute deutlich besser informiert über Mental Health und Traumata als noch vor 20 Jahren. Wir wissen mehr über Red Flags, Green Flags und toxische Beziehungen als je zuvor und gehen selbstverständlicher zur Psychotherapie, wenn uns etwas umtreibt.

Kurioserweise gibt es dennoch Bereiche, in denen die Gen Z offenbar mehr Schwierigkeiten hat als Ältere, sich zu offenbaren – nämlich beim Dating, wie ein aktueller Report aufzeigt. Welche Angst steckt dahinter? Und stehen solche Hemmungen der Liebe im Weg?

Die Dating-Expertin Anouk Algermissen hat sich für Hinge ausgiebig mit dem aktuellen Gen Z D.A.T.E. Report 2025 beschäftigt, für den 30.000 Datende aus aller Welt (4500 davon aus Deutschland) befragt wurden. Im Fokus lagen dabei die Unterschiede zwischen der Gen Z und Millennials.

Anouk Algermissen ist Psychologin (M.Sc.) und Paartherapeutin.
Psychologin Anouk AlgermissenBild: PR / Thomas Probst

Für watson hat die Psychologin und Paartherapeutin aus Bonn die größten Unterschiede zwischen den Generationen ausgewertet und wichtige Dating-Tipps herausgearbeitet.

Große Mehrheit hofft eine tiefe Verbindung beim Dating zu finden

So gaben 84 Prozent der Gen Z an, beim Dating tiefe Verbindungen aufbauen zu wollen. Gleichzeitig zögert die deutsche Generation Z zu 69 Prozent häufiger als Millennials, beim ersten Date ein tiefergehendes Gespräch zu beginnen. Die meisten, weil sie denken, das Gegenüber hätte daran kein Interesse (Frauen 43 Prozent, Männer 48 Prozent) oder auch weil sie nicht wüssten, wie so ein Gespräch zu starten sei (insgesamt 35 Prozent).

"Verletzlichkeit bedeutet, persönliche Dinge von sich zu teilen, statt nur die scheinbar perfekten Seiten zu zeigen."

"Als Paartherapeutin sehe ich jeden Tag, wie entscheidend gute Kommunikation für Nähe und Vertrauen ist", sagt die Expertin. Alle Geschlechter wünschten sich mehr Tiefe, doch die herzustellen erfordert Mut und Kommunikation. Algermissen betont: "Damit sie funktioniert, braucht es die zwei großen V: Verletzlichkeit und Verständnis."

Verletzlichkeit bedeute dabei, "persönliche Dinge von sich zu teilen, statt nur die scheinbar perfekten Seiten zu zeigen." Das ist leichter gesagt als getan. Denn genau da liegt die größte Angst.

Gen Z: Angst, peinlich zu wirken

Laut Eigenangaben wissen 38 Prozent der Gen Z nicht, wie sie Nähe aufbauen können (Millennials 21 Prozent), 21 Prozent haben Angst, sich zu blamieren (Millennials 13 Prozent). Zudem gaben satte 47 Prozent der männlichen und 39 Prozent der weiblichen Generation Z an, es schon vermieden zu haben, tiefgründige Fragen zu stellen, um nicht cringe zu wirken.

Die Panik vor Peinlichkeiten könne altersbedingt sein, aber auch verstärkt werden von der Tatsache, dass Gefühle etwa in Form von Screenshots online zum Witz werden könnten, wie Anouk Algermissen anmerkt. Für die Gen Z ist das eine reale Angst: 50 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen gaben an, dass Social Media sie zurückhält, sich beim Dating zu öffnen.

Zudem befürchten viele, im Nachgang einen "Verletzlichkeitskater" zu erleben, sich also für ihr (vermeintliches!) Over-Sharing zu genieren. Eine absolute Mehrheit, nämlich 52 Prozent der Datenden aus der Gen Z gaben an, sich wegen ihrer Verletzlichkeit in der Vergangenheit schon einmal geschämt zu haben.

Diese Angst vor emotionalem Aderlass scheint auf den ersten Blick kurios, da jüngere Menschen oft als therapieaffin gelten und Deep Talk feiern. Die Expertin sieht darin allerdings keinen Widerspruch. Im Gegenteil: Manche tendierten dank erhöhtem Bewusstsein über Trigger und Co. bei Dates nämlich zur Überanalyse – und stünden sich dann selbst im Weg.

Dating-Tipp: Unsicherheit direkt beim Date ansprechen

Der beste Weg, mit all diesen Unsicherheiten umzugehen ist es oft, sie geradeheraus auszusprechen. "Als einfache Übung kann man eine bekannte Erfahrung ansprechen, die viele Datende kennen", etwa "die Sorge davor, zurückgewiesen zu werden oder ängstlich zu sein", sagt die Psychologin Algermissen. Wie das geht, erklärt sie:

"Man könnte sagen: 'Ich bin immer ein bisschen nervös, wenn ich jemand Neues kennenlerne' oder 'Ich war mir zuerst nicht sicher, wie ich das Gespräch anfangen soll.'"

Damit nimmt man Druck aus der peinlichen Situation und spielt mit offenen Karten, was authentisch und sympathisch wirkt. "Diese Offenheit entspannt nicht nur, sondern lädt auch die andere Person dazu ein, ehrlich zu reagieren, und legt so von Anfang an den Grundstein für echte Verbindung", erklärt Algermissen hierzu. "Wenn die andere Person mit dem zweiten großen V – Verständnis – antwortet, ist das ein starker Anfang."

Verständnis bedeute, sich "aktiv für die Welt der anderen Person zu interessieren – indem man nachfragt, reflektiert, was man im Gespräch gehört hat, oder über eine eigene Situation spricht, in der man sich ähnlich gefühlt hat."

Um keine Bewerbungssituation entstehen zu lassen, empfiehlt die Psychologin, Sachfragen (z. B. "Was arbeitest du?") auf eine tiefere Ebene zu bringen (z. B. "Welcher Aspekt deiner Arbeit weckt deine Leidenschaft?").

Zusammengefasst: Wer Authentizität statt Smalltalk wünscht, muss sich selbst ein Stück weit offenbaren. So angsteinflößend das wirkt – es lohnt sich langfristig, wie die Paartherapeutin abschließend erklärt: "Wer schon in der frühen Dating-Phase eine gute Kommunikationskultur aufbaut, kann später in der Beziehung sehr davon profitieren."

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Aldi, Lidl und Norma senken beinahe zeitgleich die Preise für Lachsprodukte und machen Fisch-Menüs für die Verbraucher:innen so erschwinglicher.
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