Der langweiligste Superheld aller Zeiten hat einen neuen Film bekommen. "Superman", Held und Film tragen denselben Namen, kam bisher bei Kritiker:innen einigermaßen gut an. Wenngleich so manche in ihm ein neues Thema für irrsinnige Kulturkämpfe sehen. Doch lassen wir das Thema mal außen vor.
Lieber sollten wir über die eigentliche Hauptfigur sprechen, den Superstar: Hund Krypto. Als der Langweiler Held nach einem Kampf am Boden lag, schritt der Hund ein und zog ihn aus der Misere. Charismatisch und fähig, ein Fan-Kult ist da keine Überraschung. Und dieser geht weit über die reine Liebe zur Filmfigur hinaus.
Kryptos Auftritt hat das Interesse an Hundeadoptionen rapide steigen lassen. Das geht aus einer Auswertung der Hundetrainings-App Woofz hervor. Demnach seien die Google-Suchanfragen nach "Hund in meiner Nähe adoptieren" nach dem Eröffnungswochenende von "Superman" um 513 Prozent gestiegen. Die zur spezifischeren Suche nach "Hund aus dem Tierheim in meiner Nähe adoptieren" hingegen um 163 Prozent.
Auch bei der Anfrage "Welpen adoptieren" gab es einen Zuwachs, 31 Prozent suchten gezielt nach Kryptos Rasse. Die Suchanfrage nach "Schnauzer adoptieren" stieg um 299 Prozent, weil Krypto einer Mischung aus Terrier und Schnauzer ähnelt, berichtet "The Wrap". Krypto ist zwar computeranimiert, aber das kommt dem Tier wohl am nächsten.
Und da kommen wir auch schon zum Haken. Ein Hund zu adoptieren, ist eine gewaltige Verpflichtung, wie auch Woofz-Geschäftsführerin Natalia Shahmetova erklärt. Ein Haustier bleibt, die Begeisterung aber nicht zwangsläufig. "Der Hype wird nachlassen, aber Ihr Hund wird bleiben. Stellen Sie also sicher, dass Sie bereit sind, ihm die Zeit, Pflege und Ausbildung zu geben, die er braucht und verdient." Auch Krypto brauchte Training.
Hypes müssen nicht unbedingt mit Popkultur einhergehen. Wir denken an die Corona-Pandemie, in der Menschen vermehrt Hunde adoptierten, sich diesem aber mit dem Gang in den normalen Alltag wieder entledigten. Tierheime waren in dieser Zeit überlastet, die Tiere (sehr wahrscheinlich) traumatisiert.
Manchmal ist es deshalb besser, bestimmte Dinge nur aus der Ferne zu beobachten. Oder in Kryptos Fall: auf der Leinwand.