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Mein schlimmstes Date

Single-Frau erzählt von Horror-Date: Der Typ, der nie allein kommen konnte

Dreier Date
Drei sind einer zu viel für ein richtiges Date.Bild: Pexels / Cottonbro Studio
Mein schlimmstes Date

Mein schlimmstes Date: Der Typ, der nie allein kommen konnte

Wer datet, erlebt oft schräge Dinge. Doch je peinlicher oder unerfreulicher die Situation live ist, umso besser ist die Geschichte oft im Nachhinein. Wir protokollieren in unserer Serie Horror-Dates aus Sicht der Betroffenen.
09.02.2023, 07:2915.02.2023, 15:38
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Daniela, 21, war frisch getrennt und fing an zu tindern. Bei der Dating-App lernte sie auch Alex kennen und traf ihn mehrere Male. Dabei fand sie eine Sache gleich von Anfang an merkwürdig.

"Lad dir doch auch Tinder runter", sagte ein guter Freund damals zu mir. Das erschien mir ehrlich gesagt, frisch getrennt nach einer jahrelangen Beziehung, völlig absurd. Trotzdem guckte ich ihm immer wieder interessiert dabei zu, wie er lauter Typen nach rechts oder links swipte – bis ich es schließlich doch auch selbst tat. Dass ich dadurch sowohl mein eigenartigstes Date haben, als auch meinen heutigen Freund kennenlernen würde, wusste ich da noch nicht.

An einem Sonntag Ende Mai erschien auf meinem Display plötzlich die Frage nach einem spontanen Date. Ein Treffen im Treptower Park, nur fünf Minuten Fahrtweg, easy.

Der Typ, nennen wir ihn Alex, weil er sich diesen Fake-Namen auf Tinder damals wirklich gab, war sympathisch. Viel Zeit zu zweit hatten wir jedoch nicht, denn nach etwa zehn Minuten kam ein Kumpel von ihm dazu.

Junge Menschen im Park
Eigentlich eine gute Idee – ein Date im Park. Aber normalerweise funktionieren Dates zu zweit.Bild: Pexels / Leah Kelley

Lang dauerte es nicht, da erhielt auch ich Besuch. Ein Bekannter von mir, eigentlich ein Freund meines Ex, war zufällig in der Gegend, rief mich an und beschloss spontan, sich uns anzuschließen. Nachdem ich eine Weile statt mit einem, mit drei Männern auf der Wiese saß, wollte Alex mit Leihfahrrädern in den Görlitzer Park fahren.

Da vor Ort aber nur drei Räder herumstanden, sollte ich auf einem der Gepäckträger mitfahren – allerdings nicht auf dem meines Dates, sondern auf dem meines Bekannten. Mit dem ich später auch den Rückweg antreten sollte, wobei wir, wie das halt so ist, viel über meinen Ex redeten.

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Trotzdem wollte Alex mich am nächsten Tag unbedingt wiedersehen. Auch, um mir die Fußballschuhe meines Bekannten zu geben, die dieser am Tag zuvor im Park vergessen hatte. So fuhr ich das erste Mal zu ihm nach Zuhause, wir machten Pancakes und lachten viel. Doch wieder war es irgendwie kein Date, da einer seiner Freunde dabei war.

Noch ein paar Mal trafen wir uns, nie waren wir allein. Nie flirtete er mit mir, doch immer wollte er mich wiedersehen. Ich war irritiert: Was wollte er bloß von mir?

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Unsere Kolumne "Mein schlimmstes Date" erzählt anonymisierte Geschichten von den schrägsten, schrecklichsten, lustigsten und auf jeden Fall merkwürdigsten Dates.

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Einmal berichtete Alex mir etwa, mit einer anderen im Bett gewesen zu sein und vermittelte mir dabei eine Art Reuegefühl. Nachvollziehen konnte ich das nicht, immerhin lief bis dato rein gar nichts zwischen uns.

Seine Antwort: "Heute Abend gebe ich dir einen Abschiedskuss."

Ein dringendes Bedürfnis nach "mehr" hatte ich allerdings auch nicht. Doch als er schließlich ankündigte, dass beim nächsten Mal wieder sein bester Freund dabei sein würde, beschloss ich ihn zu fragen, ob wir jetzt einfach befreundet seien. Seine Antwort: "Heute Abend gebe ich dir einen Abschiedskuss."

Wir hingen dann wieder zu dritt ab, bis es etwa zehn Uhr abends war. Wegen einer Klausur musste ich am nächsten Morgen früh raus, weshalb ich mich verabschieden wollte. Da fragte Alex, ob er wegen seines langen Heimwegs nicht bei mir übernachten könne. Klar, sagte ich, und dachte mir ehrlicherweise gar nichts dabei.

Den Abschiedskuss bekam ich dann also in meinem Bett, nur war das der mit Abstand schlechteste Kuss meines Lebens. Irgendwas stimmte da nicht mit dem Rhythmus unserer Körper. Es war, als spielte jemand ganz schief Geige. Mit diesem Kuss verabschiedete ich mich dann auch innerlich im wahrsten Sinne des Wortes von ihm.

Er weckte mich aus dem Nichts auf und fragte: "Wollen wir duschen gehen?"

Müde und wissend, am nächsten Tag sehr früh raus zu müssen, kündigte ich anschließend an, schlafen zu wollen. Tatsächlich schlief ich dann auch neben ihm ein, bis er mich aus dem Nichts aufweckte und fragte: "Wollen wir duschen gehen?"

Ich verneinte, immer wieder, weil er es wirklich nicht ganz akzeptieren wollte. Irgendwann schaffte ich es dann, genervt und etwas passiv-aggressiv, ihn zu überzeugen, dass das heute nichts mehr wird.

bett
Er fragte, ob er bei mir schlafen könnte. Klar, sagte ich.Bild: Pexels / Ron Lach

Am nächsten Tag saß ich mit einer guten Freundin zusammen, erzählte von meiner skurrilen Nacht und zeigte ihr ein Foto von Alex. In diesem Moment riss sie ihre Augen auf: Das war tatsächlich der Typ, der sie gerade vor fünf Minuten auf Lovoo nach einem Date gefragt hatte. Kurz darauf schrieb er auch mich wieder an, wollte ein Treffen – angesprochen auf meine Freundin, auch gerne zu dritt.

Lustigerweise ist das noch nicht das Ende der Geschichte. Noch ein paar Mal schrieb Alex mich an, doch mein Interesse war verflogen. Dennoch bin ich noch heute unendlich dankbar, ihm damals begegnet zu sein, weil ich so meinen jetzigen Freund kennenlernte. Der Grund waren die Fußballschuhe, die mein Bekannter damals im Park vergessen hatte, und die ich ihm zurückgeben musste.

Aus der Verabredung zur Übergabe der Schuhe wurde ein langes Treffen und später eine enge Freundschaft. Irgendwann brachte er seinen besten Freund mit. Mit diesem bin ich jetzt – über vier Jahre später – immer noch glücklich in einer Beziehung.

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