So wünscht es sich Málaga: Ganz viele Menschen, die ihren Oberkörper bedecken.Bild: imago images / Rupert Oberhäuser
Urlaub & Freizeit
Egal ob Barcelona, Venedig oder Dubrovnik – diesen Sommer gab es wohl so viele Proteste von Einheimischen gegen immer größer werdende Touristenmassen wie selten zuvor. Overtourism ist ein Problem an immer mehr beliebten Urlaubsorten.
Teils durch virale Videos auf Instagram und Tiktok angetan, reisen innerhalb kürzester Zeit unzählige Menschen an Städte, Strände oder Inseln, die gar nicht für eine so große Anzahl an Personen ausgelegt sind.
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Infolgedessen nimmt an diesen Orten oftmals die Umweltverschmutzung zu, die lokale Infrastruktur wird überlastet und die Lebensqualität der Einheimischen verschlechtert sich merklich. Immer wieder verhalten sich Urlauber:innen auch daneben und beschädigen beispielsweise Kulturdenkmäler.
Kein Wunder also, dass immer mehr Urlaubsorte die Nase voll haben und strikte Regeln für Tourist:innen aufstellen. In Málaga, eine Stadt an der spanischen Mittelmeerküste, hat die Tourismusbehörde nun eine Plakatkampagne gestartet, die zumindest eindeutige Verhaltensempfehlungen für Urlauber:innen enthält.
Auf einem ist auf Englisch und Spanisch zu lesen: "Kleiden Sie sich vollständig. Tragen Sie auf der Straße und auf öffentlichen Plätzen ein Oberteil aus Gründen der Hygiene und aus Respekt." Daneben sind die Figur eines Mannes und einer Frau zu sehen, deren Oberkörper mit einem blauen Oberteil bedeckt sind.
Hintergrund ist, dass manche Urlauber:innen in der Vergangenheit nur in Bikini oder Badehose durch die Stadt schlenderten. Das hat den Unmut einiger Einheimischer erregt.
Málaga plakatiert Verhaltensregeln
Ein anderes Plakat appelliert an das Umweltbewusstsein der Besucher:innen: "Keep the city clean", also "Halten Sie die Stadt sauber", ist darauf zu lesen. Man solle Mülleimer benutzen und vorsichtig mit den historischen Gebäuden, den Gärten und öffentlichen Möbeln, beispielsweise Sitzbänken, umgehen.
Ein drittes Plakat stellt klar: "Sidewalks are for pedestrians". Fußwege sind – wer hätte es gedacht – für Fußgänger:innen. Wer E-Scooter oder Fahrräder benutze, soll die dafür gesetzlich vorgesehen Bereiche benutzen.
Wichtig scheint den Bewohner:innen Málagas auch ihre Ruhe zu sein. Auf einem vierten Plakat steht nämlich: "Do not be conspicuous". Auf Deutsch: "Seien Sie nicht auffällig."
In der Praxis heißt das, dass man nicht schreien, laut singen oder seine Musik aufdrehen soll. Man solle die Ruhezeiten seiner Nachbar:innen respektieren, die vielleicht Senior:innen, Kindern oder systemrelevante Arbeiter:innen sind.
Ganz neu sind diese Verhaltensregeln nicht. Laut dem britischen Nachrichtenmedium "CNN" hat die Stadt Málaga nämlich schon im vergangenen Jahr eine Geldstrafe von bis zu 750 Euro für den Fall eingeführt, dass Personen nackt oder nur in Unterwäsche in der Öffentlichkeit erwischt werden.
Neben Erholung, gutem Essen und dem Fakt, "eine ganz neue Kultur kennenzulernen", ist es vor allem eine ganz spezielle Sache, die den meisten Leuten am Reisen gefällt: endlich mal wieder aus den eigenen vier Wänden und damit auch aus dem alltäglichen Trott herauskommen.