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Frankreich-Urlaub: Nizza droht bei hoher Geschwindigkeit mit Gefängnis

Nice, France, October 10, 2019. Urban view. Promenade des Anglais waterfront architectural ensemble. Cars go along the road
Auf der Promenade des Anglais kommt es immer wieder zu Unfällen. Bild: imago images / Depositphotos/ bellena
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Urlaub in Frankreich: Nizza droht Verkehrssündern mit Gefängnisstrafe

In Frankreich gelten allgemein härtere Strafen für die Missachtung von Tempolimits. In Nizza geht man nun einen ganz besonders heftigen Weg gegen Verkehrssünder.
17.07.2025, 11:3817.07.2025, 11:38
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Schnell mal das Gaspedal durchgedrückt, um noch rechtzeitig zur Arbeit oder zur Verabredung am Abend zu kommen – ein alltägliches Szenario, das schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Geschwindigkeitsüberschreitungen zählen weltweit zu den häufigsten Verkehrsdelikten. Tausende Verkehrsteilnehmer:innen kommen pro Jahr auf diese Weise ums Leben.

Während die Bußgelder in Deutschland in diesem Bereich trotzdem noch immer vergleichsweise niedrig ausfallen, setzen viele Länder mittlerweile auf rigorose Strafen. Die Hoffnung dahinter: Wer den Geldbeutel spürt, fährt künftig vorsichtiger.

Nicht immer ist das aber tatsächlich wirksam. Und so hat man sich in Frankreich nun eine deutlich härtere Strafe für Raser:innen überlegt.

Küstenstraße in Nizza kämpft gegen Verkehrssünder

Die Stadt Nizza kämpft seit Jahren gegen massive Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der berühmtem Promenade Anglais. Über sieben Kilometer erstreckt sich hier eine dreispurige Hauptstraße entlang der Küste.

Wie "Le Monde" berichtet, fallen aber allein 20 Prozent der Verkehrstoten im zugehörigen Département Alpes-Maritimes in diesem Jahr auf diese Straße. "Wir sehen hier eine extrem aggressive Fahrweise", bestätigt der Präfekt des Départments, Laurent Hottiaux.

Für den Sommer haben die zuständigen Behörden daher nun intensive Verkehrskontrollen angekündigt. Auf der gesamten Promenade gilt ein Tempolimit von 50 km/h.

Frankreich: Hohe Strafen drohen für Missachtung von Tempolimits

Seit Mittwoch gilt für den gesamten Bereich außerdem ein verschärftes Strafmaß. Alle Autofahrer:innen, die auf der "Prom" mit mehr als 100 km/h fahren, sollen künftig "systematisch wegen Gefährdung des Lebens anderer in Gewahrsam genommen" werden. Das teilte die Staatsanwaltschaft der Stadt Nizza mit.

Erst Ende Mai hatte die Stadt auf der berühmten Küstenstraße einen weiteren Blitzer installiert. Innerhalb von sieben Wochen wurden darüber mehr als 3000 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert.

Insgesamt geht Frankreich seit Jahren deutlich strenger mit Raser:innen um, als es etwa hierzulande der Fall ist. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung ab 50 km/h zu viel droht im ganzen Land ein Bußgeld von 1500 Euro sowie der Verlust des Führerscheins für bis zu drei Jahre.

Zum Vergleich: In Deutschland zahlt man für einen entsprechenden Verstoß knapp 600 Euro und verliert seine Fahrerlaubnis für bis zu zwei Monate.

Doch auch ein hohes Bußgeld scheint so manche rasante Verkehrsteilnehmer:innen nicht effektiv abzuschrecken. Erst vergangene Woche stoppte die Polizei in Nizza zwei Motorradfahrer mit einer Geschwindigkeit von 130 km/h. In der Vergangenheit waren durch entsprechende Überschreitungen auch schon Fußgänger:innen an der Promenade getötet worden.

Wie deutsche Spielplätze Kinder mit Behinderungen ausschließen
Sandboden, Holzleitern und Teller-Seilbahnen – so sehen Spielplätze in Deutschland aus. Sie sind Alltagsorte vieler Familien, aber nicht aller, denn: Für Kinder mit Behinderungen sind klassische Spielplätze oft unnutzbar. Sie werden damit von öffentlichen Räumen ausgeschlossen. Ein Problem, das vielen nicht einmal bewusst ist.
Wie viele inklusive Spielplätze in Deutschland überhaupt existieren, ist unklar. "Aktion Mensch" hat 2023 mit dem FIBS (Deutsche Sporthochschule Köln) eine Studie erstellt, laut der rund 80 Prozent der 1000 begutachteten öffentlichen Spielplätze so gestaltet waren, dass Kinder mit Behinderung sie NICHT nutzen können.
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