Sah gefährlich aus, ernährte sich aber rein vegetarisch: Der Höhlenbär, hier eine Rekonstruktion im Museum Wiesbaden.
Sah gefährlich aus, ernährte sich aber rein vegetarisch: Der Höhlenbär, hier eine Rekonstruktion im Museum Wiesbaden.
bild: picture alliance/Andreas Arnold/

Neue Studie zeigt: Höhlenbären waren wohl allesamt Vegetarier

12.05.2020, 19:1608.06.2020, 18:24

Auch wenn es teilweise schwer vorstellbar ist: So mancher Koloss im Tierreich setzt ausschließlich auf pflanzliche Kost.

Tübinger Forschern haben möglicherweise herausgefunden, dass sich auch die ausgestorbenen Höhlenbären in Europa rein vegetarisch ernährten. Bisherige Untersuchungen hatten nach Angaben der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung dagegen angedeutet, dass zumindest die im heutigen Rumänien lebenden Giganten auch Fleisch und Fisch fraßen.

Höhlenbären waren bis zu 3,5 Meter lang und hatten eine Schulterhöhe von bis zu 1,7 Metern. Damit waren sie deutlich größer als ihre noch lebenden Verwandten, die Braunbären. Die Höhlenbären lebten in der letzten Kaltzeit in Europa und starben vor etwa 25.000 Jahren aus.

Während Vegetarismus laut Hervé Bocherens vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) an der Universität Tübingen für die meisten Höhlenbären belegt ist, gab es bei den rumänischen Exemplaren bislang Zweifel. Die Wissenschaftler untersuchten deshalb nun in einem internationalen Team Höhlenbären-Fossilien von rumänischen Fundorten.

Wie wirkt sich Klimawandel auf Vegetarier aus?

Dabei verglichen die Forscher die Aminosäuren im Knochenkollagen mit jenen von anderen Höhlenbären sowie von typischen Fleisch- und Pflanzenfressern wie Löwe und Pferd.

Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Fachjournal "Scientific Reports". Bocherens glaubt, dass sich mit den Erkenntnissen auch besser vorhersagen lässt, wie sich Klimaveränderungen auf heutige Vegetarier wie beispielsweise den Pandabären auswirken.

(ftü/dpa)

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