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Supermarkt: Weniger Fleisch bei Discounter Lidl – so kommt der Plan an

Ob Beef, Steak oder Filet aus Schwein, Rind, Lamm oder Geflügel: Auch der Supermarkt Lidl bietet seinen Kunden zahlreiche Fleisch-Produkte an.
Lidl will sein Fleischsortiment verkleinern. Eine repräsentative Umfrage von watson zeigt, was die Deutschen davon halten. Bild: iStock / Getty Images Plus / VLG
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Supermarkt: Weniger Fleisch bei Lidl – so kommt der Plan bei der Kundschaft an

24.02.2023, 15:43
Mehr «Nachhaltigkeit»

Der Discounter Lidl wird in Zukunft weniger Fleisch anbieten. Diese Umstellung nimmt das Unternehmen vor allem aus Umweltgründen vor, wie Christoph Graf, Lidls Chefeinkäufer für den deutschen Markt, erläuterte.

Mit dieser Zielsetzung will Lidl tierische Proteine durch immer mehr pflanzliche ersetzen – und damit das Fleisch-Sortiment in den Regalen der rund 3200 Lidl-Filialen in Deutschland verkleinern. Gleichzeitig soll der Anteil veganer und vegetarischer Alternativen ausgeweitet werden.

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Der Discounter will damit seine Kund:innen laut eigenen Angaben nicht erziehen, sondern eher motivieren, auch vegane oder vegetarische Fleisch-Alternativen auszuprobieren.

Sollten auch andere Supermärkte dem Beispiel des Discounters folgen und zukünftig weniger Fleischprodukte anbieten? Dazu hat watson eine exklusive Civey-Umfrage durchführen lassen. Das Ergebnis fällt zwiegespalten aus.

Mehrheit begrüßt neue Fleisch-Strategie von Lidl

Knapp die Hälfte der 5000 Befragten (47 Prozent) bewertete es als positiv, dass der Discounter Lidl zukünftig weniger Fleisch anbieten wird. Dem gegenüber empfanden 35 Prozent der Befragten die neue Strategie als negativ, 18 Prozent waren unentschlossen.

Auffällig war dabei, dass sich 84 Prozent der Befragten, die die Lidl-Strategie als positiv bewerteten, auch bei ihrer Wahlabsicht als Grünen-Wähler:innen identifizierten. Dahingegen waren 68 Prozent derjenigen, die die Strategie als negativ bewerteten, Wähler:innen der AfD.

Gen Z begrüßt Fleischverzicht – aber nur bei Lidl

Bemessen am Alter befürwortete mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Befragten zwischen 18 und 29 Jahren eine Fleischreduzierung bei Lidl. Knapp gefolgt von 51 Prozent aller Befragten zwischen 40 und 49 Jahren, die eher positiv auf weniger Fleisch im Discounter reagierten.

Die Befragten zwischen 30 und 39 Jahren dagegen waren mit 38 Prozent am wenigsten überzeugt von Lidls neuer Ausrichtung.

Kunden bei Lidl konnten sich bisher über ein großes Fleisch-Angebot freuen: Produkte wie Beef, Filet oder Steak von Sorten wie Rind, Schwein, Geflügel oder Lamm konnten sich die Kunden in den Warenkor ...
Weil es sein Fleischsortiment verringert, wird Lidl zum Vorreiter bei den Discountern.Bild: NurPhoto / NurPhoto

Nur magere Zustimmung für Fleischverzicht – vor allem von Jüngeren

Obwohl das Feedback auf die neue Fleisch-Strategie von Lidl von einer Mehrheit der Befragten begrüßt wurde, fallen die Reaktionen auf eine mögliche Ausweitung auf andere Supermarktketten mager aus: Fast die Hälfte aller befragten Studienteilnehmer:innen (47 Prozent) lehnten dies ab, während 38 Prozent dafür stimmten.

Mit einer ablehnenden Haltung reagierten auf diese Frage allem voran Befragte aus der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen (54 Prozent) – dicht gefolgt von Befragten aus der Boomer-Generation (50 Prozent) und der Gen-Z (50 Prozent). Dass die jungen Menschen der Generation Z mit solch großer Ablehnung reagierten, könnte allerdings den ein oder anderen überraschen.

Allerdings stimmten auch nur 33 Prozent der Teilnehmer:innen zwischen 18 und 29 Jahren für eine Ausweitung des Fleischverzichts. Ganz im Gegenteil zu den Befragten der über 65-Jährigen: Hier stimmten 39 Prozent von ihnen der Aussage, dass weniger Fleisch in allen Supermärkten besser wäre, eher zu.

Konservative bleiben fleischlastig

Betrachtet man die politische Ausrichtung der Fleisch-Anhänger:innen, zeigt sich allerdings ein Muster: Ganze 80 Prozent der interviewten Personen, die weniger Fleisch in Supermärkten ablehnten, hätten auch die AfD gewählt. Ebenso wie 59 Prozent der CDU- und CSU-Wähler:innen. Dagegen lehnten nur elf Prozent der Grünen-Wähler:innen eine Fleischreduzierung in weiteren Supermärkten ab.

Für die Umfrage wurden bundesweit 5000 Bundesbürger:innen ab 18 Jahren über einen Zeitraum von fünf Tagen im Februar 2023 befragt. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent.

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