Egal ob vor der Küste Australiens, in der Karibik oder im Roten Meer – die Bedeutung von Korallenriffen ist nicht zu unterschätzen. Sie bieten schätzungsweise rund einem Viertel aller Meereslebewesen einen passenden Lebensraum und gelten als eine der artenreichsten Ökosysteme der Welt.
Für den Menschen sind sie nicht nur aus touristischer Perspektive interessant, sondern dienen auch als wichtige Nahrungsquelle. Zudem schützen Korallenriffe Küstengebiete vor Erosion und Sturmfluten, da sie die Kraft der Wellen abfangen.
Die zunehmende Erwärmung der Weltmeere hat allerdings schwerwiegende Folgen für die Korallen. Viele geraten unter Hitzestress, was zu der sogenannten Korallenbleiche führt. Dabei stoßen die Nesseltiere die farbgebenden Algen ab, von denen sie leben. Ohne diese Algen verhungern viele Korallen nach einer gewissen Zeit.
Durch die Klimakrise kommt es immer häufiger zu solchen Korallenbleichen. Wissenschaftler:innen suchen schon seit Jahren nach Wegen, um effektive Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Es gibt beispielsweise Überlegungen, gezielt wärmeresistente Korallen zu züchten oder die Nesseltiere künstlich zu befruchten.
Ein Forschungsteam aus den USA will jetzt aber noch einen anderen Weg gefunden haben, das Riffsterben aufzuhalten. Das berichtet unter anderem Deutschlandfunk Nova. Demnach wollen die Wissenschaftler:innen die Korallen mittels einer speziellen "Tinte" wieder an die Riffe locken.
Eine entscheidende Rolle bei der Entdeckung spielten rote Algen, die nach Angaben der US-Forscher:innen Metaboliten ins Wasser abgeben. Dabei handelt es sich um Stoffwechselprodukte. Und genau diesen Metaboliten scheinen Korallen-Larven zu folgen.
Die Wissenschaftler:innen haben deshalb eine "Bio-Tinte" entwickelt, die diese Stoffwechselprodukte enthält. Durch das Auftragen auf Felsen oder andere Oberflächen im Meer könne man das Ansiedeln und Wachstum von Korallenlarven fördern, heißt es beim Portal "Science Daily".
Erste Tests waren bereits erfolgreich: Die Larven einer Koralle aus Hawaii siedelten sich zwanzigmal häufiger auf Flächen mit Tinte an als auf solchen ohne. Daher wollen die Wissenschaftler:innen den Einsatz der Tinte künftig auf den Laichzyklus der Korallen abstimmen.