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Nachhaltiges Düngemittel: Pellets aus alter Schafwolle werden beliebter

Ein Schaf zu scheren, ist ein anstrengender Job.
Ein Schaf zu scheren, ist ein anstrengender Job.Bild: iStockphoto / KATRYA-UA
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Nachhaltiges Düngemittel: Pellets aus alter Schafwolle

30.09.2023, 12:18
Mehr «Nachhaltigkeit»

Schafwolle ist ein beliebtes Naturmaterial für das Herstellen warmer Kleidung wie Mützen, Socken, Handschuhe, Pullover, Westen oder Mäntel und Teppiche. Zwar wurden – Fun Fact am Rande – Schafe extra so gezüchtet, dass sie Wolle produzieren, doch nicht alle Schafe werden dafür gehalten, um ihre Wolle zu verkaufen.

Das Problem ist: Werden Schafe nicht regelmäßig geschoren, wachsen sie zu riesigen Wollknäueln heran. Das zeigte das verirrte Schaf Baarack aus Australien, als es nach Jahren zurückkehrte und unter der Last seines Fells kaum mehr laufen konnte.

Upcycling-Projekt für alte Wolle

Schafe müssen also geschoren werden. Nicht benötigte Wolle wurde bisher oft einfach weggeworfen. Einem Verein ist nun eine Upcycling-Idee gekommen – sie ist etwas ungewöhnlich, dafür jedoch nachhaltig.

Der Verein Biosphärengebiet Schwäbische Alb will aus der alten Wolle ihrer Schafe Dünger machen und ihre öffentlichen Grünflächen mit daraus erzeugten Pellets düngen. Denn die Schafe auf der Schwäbischen Alb werden hauptsächlich als Rasenmäher angeschafft; um die Wacholderheiden freizuhalten und die Kulturlandschaft zu pflegen. Ihre Wolle ist kaum gefragt, nur wenige Unternehmen verwenden für ihre Mode Albwolle.

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Viele Schäfer:innen der Region bleiben darum auf dem Naturprodukt sitzen oder geben es kostenlos ab. Auf Deponien wäre es eine Art Sondermüll, ein "tierisches Nebenprodukt". Was viele Menschen nicht wissen: Wolle ist ein guter Dünger.

Schon die Vorfahren der heutigen Schäfer:innen nutzen ihre überschüssige Wolle als Dünger. Denn sie ist voller Nährstoffe wie Stickstoff und Kalium, die gut für die Fruchtbarkeit der Erde sind. Ein weiterer, entscheidender Vorteil, ist die Fähigkeit von Wolle, sehr viel Wasser zu speichern. Gerade in trockenen Sommer kann Dünger aus Schafwolle helfen, die Ernte zu retten.

Schafwoll-Pellets: Reinstes Naturprodukt

Der Vorgang, Schafwolle zu Pellets zu pressen, ist gar nicht einmal so kompliziert. Das Naturmaterial wird aus Hygienegründen erhitzt und schließlich geschreddert und gepresst. Schon ist ein Pellet fertig. Die Pellets sind ein reines Naturprodukt, denn sie halten alleine durch das Wollfett zusammen.

Dieses Schaf hat gut lachen: Dank Wolle ist ihm immer mollig warm.
Dieses Schaf hat gut lachen: Dank Wolle ist ihm immer mollig warm.Bild: iStockphoto / N-sky

Der Vorteil der Pellets im Vergleich zu reiner Schafwolle als Dünger ist, dass sie schneller verrotten. So bleibt im Herbst keine Restwolle in der Erde übrig, die sich an der Hacke verheddern könnte. Obwohl die Pellets schneller verrotten, gelten sie als Langzeitdünner: Eine Handvoll ist ausreichend, um einen Quadratmeter Erde für ein halbes Jahr zu düngen.

Bislang ist die Nachfrage nach Woll-Pellets für die Düngung noch gering. Deshalb will der Verein Biosphärengebiet Schwäbische Alb Gemeinden dafür gewinnen, den Dünger einmal auszuprobieren. Damit ermöglichten sie auch den Schäfereien ein kleines zusätzliches Einkommen; die ersten erfolgreichen Probeläufe gibt es schon in der Region.

Start-up entwickelt Elektro-Flugzeug mit beachtlicher Reichweite

So richtig läuft es noch nicht in der Flugbranche, also hinsichtlich Nachhaltigkeit. Die Emissionen im Flugverkehr sind nach wie vor hoch. Zwar wird auch an weniger umweltschädlichen Alternativen zum klassischen Kerosin gearbeitet, etwa Wasserstoff oder Treibstoff aus Holz, doch das geht nur schleppend voran.

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