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Robofood: Essbare Drohnen sollen Elektroschrott reduzieren

Mit neuer Forschung könnten Drohnen bald aus ungewöhnlich natürlichen Bestandteilen gebaut werden.
Mit neuer Forschung könnten Drohnen bald aus ungewöhnlich natürlichen Bestandteilen gebaut werden. Bild: pexels / Streetwindy
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Essbare Drohnen sollen Elektroschrott-Problem reduzieren

21.04.2024, 11:47
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Das Leben ist im 21. Jahrhundert so technologisiert wie nie zuvor. Ob in der Medizin, in der Bildung oder im Konsum – überall unterstützen uns digitale Tools auf verschiedenste Weise im Alltag. Laut Statistischem Bundesamt benötigen 80 Prozent der Erwerbstätigen hierzulande mittlerweile Computer, um ihrer Arbeit nachzugehen.

Die Kehrseite der Medaille ist aber auch beim technischen Fortschritt unschwer zu finden. Nicht nur menschliche Beziehungen und Empathiefähigkeit leiden unter der zunehmenden Technologisierung, auch der Planet wird enorm in Mitleidenschaft gezogen. Pro Kopf verursachten EU-Bürger:innen im Jahr 2020 durchschnittlich 10,5 Kilogramm Elektroschrott.

Mit einem neuen Ansatz versucht ein internationales Team nun, diese Zahl zu reduzieren und gleichzeitig neue Tools für humanitäre Hilfe zu finden.

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"Robofood" stellt Drohnen aus Lebensmitteln her

Mit Fördermitteln der Europäischen Union (EU) arbeiten Forschende aus Ernährungs- und Roboterwissenschaft bereits seit Jahren an sogenannten "elektronischen Lebensmitteln". Die neueste Errungenschaft ist dabei die Produktion einer Drohne aus Reiskuchen und Schokolade.

Die Forschenden hinter "Robofood" haben die Flügel aus Reiskuchen derart mit den anderen Komponenten verschmolzen, dass diese auch bei langen Strecken Wind, Regen und Temperaturschwankungen standhalten können. Unter anderem verwendeten sie hierfür Schokolade und Speiseöl.

Bisher sind damit zwar nur 50 Prozent der entwickelten Drohne tatsächlich für den Verzehr geeignet, da die notwendige Stabilität ansonsten nicht erreichbar wäre. Die essbaren Bestandteile der Drohne erfüllen jedoch laut Unternehmensangaben die UN-Standards für den täglichen Nahrungsmittelbedarf eines Menschen.

Forscher entwickeln essbare Batterien für die Medizin

Als Einsatzgebiet war zunächst vor allem die Nothilfe in Krisengebieten vorgesehen. Bei der Lieferung von Hilfsgütern können die natürlichen Bestandteile der Drohnen einerseits direkt mit verzehrt werden, auf der anderen Seite nehmen sie auch in der Umwelt keinen Schaden. Sollte eine "Robofood"-Drohne einmal nicht an ihr Ziel gelangen, ist sie zumindest teilweise biologisch abbaubar.

Doch auch im Bereich der Medizin könnten die Forschungsprojekte bald für bahnbrechende Innovation sorgen. "Robofood" arbeitet aktuell an sogenannten Aktuatoren, die für die menschliche Verdauung geeignet sind. Hiermit können medizinische Sensoren, die für die Untersuchung verschluckt werden, betrieben werden.

Im Rahmen des Electronic-Food-Projektes (ELFO) wurden kürzlich zudem wiederaufladbare Batterien entwickelt, die durch Bienenwachs und Nahrungsergänzungsmittel ebenfalls verdaulich ist. Auch sie könnten Unterstützung beim Betrieb medizinischer Maschinen bieten.

Neben der bisher schwer erreichbaren Stabilität stellt allerdings auch die mangelhafte Akkulaufzeit noch eine Herausforderung für die Forschenden dar

Aktuell sehen sie Potenzial auch in Blattgold, verschiedenen Pigmenten sowie dem Farbstoff Beta-Carotin, der etwa in Karotten oder Kürbissen enthalten ist. Auch Kartoffelstärke und Zellulose hat chemisch gesehen Eigenschaften, die bereits technisch nutzbar gemacht wurden.

Vor allem im Bereich der Drohnen könnten die Projekte Unterstützung im Kampf gegen Elektroschrott bieten. Der Verband Unbemannter Luftfahrt (VUL) schätzt, dass der Markt für kommerzielle Drohnen bis 2030 erheblich an Fahrt aufnehmen wird.

Deutsche Bahn: Fahrgastverband befürchtet Abbau von Service

Die Digitalisierung schreitet voran, auch bei der Deutschen Bahn. Wer viel mit der Bahn fährt, dürfte in manchen Bahnhöfen schon einmal die Video-Reisezentren ausgetestet haben. Mitarbeitende der Bahn stehen Reisenden hier mit Rat und Tat zur Seite – aber nicht persönlich, sondern im Video-Call. Auch Tickets können Bahnfahrer:innen so erwerben.

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