Bild

Das Start-up Phelas gründeten 2020 Leon Haupt, Justin Scholz, Christopher Knoch und Dr. Pit Sippel Bild: Phelas / Leon Haupt

Gute Nachricht

Start-up erfindet ungewöhnliche Methode, um umweltfreundliche Energie zu speichern

Der Vorteil von Stromquellen wie Wind, Wasser oder Sonne ist, dass sie umweltfreundlich sind. Der Nachteil, ist, dass grüne Stromquellen nicht konstant dieselbe Menge an Energie produzieren – denn je nach Wetterbedingung kann mehr oder weniger Energie gewonnen werden.

Das Problem dabei ist: Wird einmal mehr Energie produziert als zu einem bestimmten Zeitraum benötigt wird, kann die überschüssige Energie nur schwer gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Bisher nutzt die Industrie dafür oft Lithium-Ionen-Batterien, die allerdings nicht sehr gut für die Umwelt sind.

Das deutsche Start-up Phelas arbeitet gerade an einer anderen, umweltfreundlicheren Lösung: ein Flüssigluft-Energiespeicher mit dem Namen "Aurora".

"Für die thermische Speicherung verwenden wir leicht verfügbare Materialien wie Kies. Die Technologie bietet einen entscheidenden Kostenvorteil für große Energiemengen und hervorragender Umweltverträglichkeit", heißt es von dem 2020 gegründeten Startup Phelas gegenüber "Tech and Nature".

Eiskalte Temperaturen machen Luft flüssig

Die Idee dazu gab es laut dem Magazin "Reset" bereits in der Vergangenheit: Im Jahr 1899 wurde ein Patent für ein Flüssigluftauto angemeldet. Jetzt wird die Methode der Speicherung von Luft als Flüssiggas wieder aufgegriffen. Dabei wird die Luft aus der Atmosphäre zu Spitzenzeiten auf Minus 195 Grad heruntergekühlt. Das macht die Luft flüssig und reduziert ihr Volumen auf etwa ein Tausendstel des Volumens von Gas. Mit speziellen Flüssigluft-Energiespeichern, sogenannten "Liquid Air Energy" (LAES), kann man diese neugewonnene Energiequelle speichern.

Wenn die gespeicherte Flüssigluft dann bei wenig Energieleistung benötigt wird, wird sie mit Umgebungstemperatur oder industrieller Abwärme wieder aufgewärmt und zu Gas verdampft. Bei diesem Prozess baut sich Druck auf, der eine Turbine antreiben und auf diese Weise neuen Strom freisetzen kann. Eine weitere Verbesserung der Effizienz könnte ein Kältespeicher herbeiführen – beispielsweise ein großes Kiesbett, das die Kälte während des Aufwärmens und Verdampfens des Flüssiggases auffängt und wiederverwendet.

Netzwerkunabhängige und flexible Energiequelle

Dieser sogenannte Aurora-Speicher hat noch einen entscheidenden Vorteil: Er ist erweiterbar und im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen so klein, dass er laut Angaben des Start-ups in einen gewöhnlichen Schiffscontainer passt. Durch diese Flexibilität kann er auch für kleine Industrien oder Anlagen verwendet werden. Auch in Gebieten, wo der Bau von Kraftwerken nicht möglich ist, stellt der innovative Speicher eine netzwerkunabhängige Energiequelle dar.

Derzeit ist der Phelas-Speicher noch ein Prototyp und weist eine Effizienz von 50 Prozent aus. So geht derzeit noch etwa die Hälfte der gespeicherten Energie während der Umwandlung verloren – aber immerhin werden 50 Prozent der überschüssigen erneuerbaren Energie genutzt, die sonst einfach weg wären.

(jj)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nachhaltig

Michel Abdollahi: "Viele wissen gar nicht, dass illegaler Tierhandel das viertgrößte illegale Geschäft ist – nach Waffen, Prostitution und Drogen"

Die meisten Menschen lieben Affenbabys. Kleine Schimpansen und Orang-Utans sind besonders beliebt, Promis und Influencer zeigen sich mit ihnen auf Instagram. Und auch die weltweiten Zoos sind brauchen immer neuen Nachschub.

Doch woher kommen die Tiere? Meistens, nein, tatsächlich immer stecken grausame Geschichten hinter den Bildern von niedlichen Tierbabys. Reporter Michel Abdollahi machte sich für den Film "Planet ohne Affen" (7. Juni ARD 20,15, seit 6. Juni in der Mediathek) auf die Suche …

Artikel lesen
Link zum Artikel