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Kaffepulpe kann den Wäldern in Costa Rica beim Wachstum helfen. Bild: Stone RF / Ascent Xmedia

Studie zeigt: Kaffeeabfälle lassen Wälder schneller genesen

Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, müssen wir unsere Wälder schützen, denn sie sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Zudem steuern sie das Wetter und haben einen kühlenden Effekt auf die Atmosphäre. Außer natürlich, sie werden gerodet. Das passiert viel zu häufig: Laut WWF stammen rund 13 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Vernichtung von Wäldern. Eine Studie hat jetzt herausgefunden, wie die Erholung von Wäldern beschleunigt werden kann: mit Kaffeeabfällen.

Forscher an der University of Hawaii haben in einem Experiment in Costa Rica eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Abfallprodukte der Kaffeeproduktion fördern die Genesung der Wälder. Beispielsweise Kaffeepulpe (Kaffeefruchtfleischabfälle) treibt das Wachstum der Bäume stark an und kann verwendet werden, um die Erholung von Tropenwäldern zu beschleunigen. In der Zeitschrift "Ecological Solutions and Evidence" haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse veröffentlicht.

Eindeutige Ergebnisse

Eigenen Angaben zufolge haben die Forscher 30 Lastwagenladungen Kaffeepulpe auf einer brach liegenden Fläche von 140 Quadratmeter verstreut und ein gleich großes Gebiet markiert, das keine Kaffepulpe erhält – zur Kontrolle. "Die Ergebnisse waren dramatisch", sagte Dr. Rebecca Cole, Hauptautorin der Studie. "Das mit einer dicken Schicht Kaffeepulpe behandelte Gebiet verwandelte sich in nur zwei Jahren in einen kleinen Wald, während das Kontrollfeld weiterhin von nicht heimischen Weidegräsern dominiert wurde."

Der Boden, auf dem das Experiment stattfindet, wurde früher landwirtschaftlich genutzt. Er liegt in der Region Coto Brus, die seit den 1950er Jahren stark gerodet wurde, dabei reduzierte sich die Waldfläche bis 2014 auf 25 Prozent. Jetzt sei das Gebiet wieder zur Aufforstung freigegeben.

Einsatz von Kaffeepulpe: "Win-win-Situation"

Den Forschern zufolge verhindert die Kaffeepulpe die Ausbreitung der Gräser und fördert stattdessen das Aufblühen von Bäumen. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass nach zwei Jahren die Nährstoffe einschließlich Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor im mit Kaffeepulpe behandelten Bereich im Vergleich zum Kontrollfeld signifikant erhöht waren. Dies sei ein vielversprechender Befund, da ehemalige tropische landwirtschaftliche Flächen häufig stark degradiert seien und eine schlechte Bodenqualität die Waldnachfolge um Jahrzehnte verzögern könne.

Als weit verbreitetes, nährstoffreiches Abfallprodukt kann Kaffeepulpe eine kostengünstige Strategie zur Wiederherstellung des Waldes darstellen. Dr. Cole spricht in diesem Zusammenhang von einer "Win-win-Situation". Die Forscher halten Strategien, wie die von ihnen entwickelte, für sehr wichtig auf dem Weg zur Wiederherstellung großer Waldflächen, wie sie im Pariser Klimaabkommen vereinbart wurden.

(sb)

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