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Dominikanische Republik: Umweltprojekt in Urlaubsland verzeichnet Erfolg

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Die Dominikanische Republik ist bekannt für ihre atemberaubende Natur.Bild: IMAGO images / Depositphotos
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Umweltprojekt: Ein Fünftel der Dominikanischen Republik wieder begrünt

25.02.2024, 12:03
Mehr «Nachhaltigkeit»

Wir alle kennen Bilder von brennenden Wäldern im Amazonas. Gerodet wird seit Jahrzehnten: Vor allem für den Anbau von Soja, das an unsere Tiere verfüttert wird, aber auch für Palmöl, Holz, Papier und Bodenschätze wird der Regenwald abgeholzt.

Umweltorganisationen appellieren schon lange: Das Roden muss aufhören. Denn der Regenwald ist maßgeblich für unser Weltklima verantwortlich.

Erfolg nach zehn Jahren Arbeit: Umweltprojekt pflanzt Bäume

Zwar wurde im vergangenen Jahr erstmals seit Jahrzehnten weniger Regenwald abgeholzt als in den Jahren zuvor, dennoch bewegt sich der Regenwald auf einen kritischen Punkt zu: Wird noch mehr Wald abgeholzt, könnte das Ökosystem kippen – und zur Wüste werden.

Besser sieht die Lage in der Dominikanischen Republik aus, wie "El País", die größte Tageszeitung Spaniens, berichtete. Dort wurde binnen zehn Jahren ein Fünftel der Fläche, die zuvor gerodet wurde, wieder begrünt.

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Verantwortlich für diesen Erfolg ist unter anderem das Umweltprojekt Plan Yaque. Dieses hat das Ziel, die nachhaltige Entwicklung des Yaque del Norte-Flussbeckens voranzutreiben. Mit einer Länge von 296 Kilometern ist der Yaque del Norte der längste Fluss des Karibikstaates.

Laut dem Global Nature Fund, einer internationalen Stiftung für Umwelt und Natur, wurde in einigen Regionen der Dominikanischen Republik besonders in den 80er-Jahren aufgrund des Zuckerrohranbaus und des Abbaus von Gold, Nickel und Silber viel Wald abgeholzt.

Urlauber und wachsende Bevölkerung werden Bedrohung für Artenvielfalt

Auch das Bevölkerungswachstum und unkontrollierter Tourismus bedrohten laut "El País" den Erhalt der Artenvielfalt in der Dominikanischen Republik.

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Der Fluss Yaque del Norte in Jarabacoa, Dominikanische Republik.Bild: imago images / Pond5 Images

Projekt überzeugte Landbesitzer, Bäume auf Grundstücken zu pflanzen

Bereits 2009 entschloss sich der Ingenieur Humberto Checo daher dazu, das Einzugsgebiet rund um den Fluss Yaque del Norte wieder aufzuforsten. "Es war offensichtlich. Die Berge blieben kahl, weil das Holz verkauft worden war, die Menschen Vieh züchteten oder Getreide anbauten. Wir mussten etwas tun", sagte er gegenüber "El País".

Dreißig staatliche Organisationen und NGOs wirken an dem Projekt mit. Ihr Plan ist es, Landbesitzer:innen davon zu überzeugen, dass die Aufforstung auch zu ihrem Vorteil ist. Mehrere Teams reisen dafür durch das Gebiet, klappern Bauernhof für Bauernhof ab.

Ihre Message für die Landbesitzer:innen und Bauern: Pflanzt Bäume. Denn das werde in zehn bis 15 Jahren ihre Wasserzufuhr sicherstellen.

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Der Salto de Baiguate-Wasserfall nahe Jarabacoa.Bild: imago images / Pond5 Images

Denn das Wasser in dem Karibikstaat wird immer knapper. Checo sagt, der Fluss verliere zwischen Regenzeit und Sommer 80 Prozent seines Wassers. Schuld seien immer längere Dürreperioden, die sich mit intensiven Regenzeiten abwechseln. Doch weil die Böden zu trocken sind, können sie den vielen Regen nicht aufnehmen. Wälder und funktionierende Ökosysteme sollen genau da helfen, denn sie können den Regen auffangen – und speichern.

Die vielen Dürren, der viele Regen – all das sind Folgen der Klimakrise.

20 Prozent der Fläche sind wieder begrünt

Welche Probleme der fehlende Wald mitbringt, scheinen auch die Menschen vor Ort realisiert zu haben. Nach zehn Jahren intensiver Arbeit durch das Projekt Plan Yaque und die Mitarbeit der Landbesitzer:innen wurden insgesamt knapp 20 Prozent der Flächen wieder begrünt.

Auch andere Umweltprojekte widmen sich der Wiederaufforstung in der Dominikanischen Republik, so auch die Welthungerhilfe. Ihr gemeinsames Ziel: Dort Wald anbauen und ermöglichen, wo er einst gerodet wurde. Für eine bessere Zukunft und mehr Ernährungssicherheit.

Meeresschutz: Seegerichtshof stärkt Rechte von kleinen Inselstaaten

Der Meeresspiegel steigt. So sehr, dass es für kleine Inselstaaten zur Bedrohung wird. Der Ausstoß von Treibhausgasen sei nicht nur für den Anstieg des Meeresspiegels und das Korallensterben verantwortlich, sagt die tuvaluische Diplomatin Eselealofa Apinelu. Der Klimawandel sei die größte existenzielle Bedrohung für Länder wie ihres. Die Gefahr schwerer Unwetter steige und das Leben vieler Menschen in den Inselstaaten sei bedroht.

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