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Gute Nachrichten: CO₂-Angaben auf Lebensmitteln beeinflussen Essverhalten

Close-up of woman taking plate with lunch in canteen. Visitor with tray select dish. Customer service with wide range of dishes. Self service restaurant
Eine Studie der Münchener Uni-Mensa hat ergeben, dass die Kenntlichmachung der Umweltauswirkungen unseres Essens zur Verhaltensänderung führt.Bild: getty images / Ivan-balvan
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Positiver Effekt: Mensa zeigt Klimakosten bei Essen – Gäste entscheiden sich klimafreundlicher

28.01.2023, 11:46
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Forschende aus Berlin, München und von der finnischen Universität Aalto haben festgestellt, dass die Angabe des jeweiligen CO₂-Fußabdrucks auf Lebensmittelverpackungen Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Menschen hat. Als besonders wirksam hat sich dabei die Angabe von Umweltkosten und Ampelfarben auf den Lebensmitteln erwiesen.

Bei einem zehntägigen Feldversuch in einer der größten Mensen des Münchener Studentenwerkes wurden mehr als 8000 Mensabesucher:innen über die Menüanzeige auf Displays mehr als nur die üblichen Informationen zu Preis und Hauptzutaten mitgeteilt. Zusätzlich haben sie auch erfahren, wie groß der jeweilige CO₂-Fußabdruck des Gerichtes ist und welche Negativfolgen für Klima und Umwelt von ihrem Mittagessen besonders groß wären.

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Umweltschäden in Euro besonders effektiv

Den größten Effekt erzielte die Angabe der verursachten Umweltkosten der jeweiligen Mahlzeit in Euro. Diese Information ist für viele Mensabesucher:innen offenbar so abschreckend gewesen, dass bis zu zehn Prozent weniger CO₂ verursacht wurde, weil sich Besucher:innen für ein anderes Gericht entschieden. Einen bemerkenswerten Effekt hatte auch die Bewertung des Essens durch Ampelfarben. Grün für Gerichte, die kaum CO₂ in der Herstellung verursachen, gelb für weniger unbedenkliche Mahlzeiten und rot für den "Klima-Killer-Lunch" der Uni-Mensa.

Kann zur Verhaltensänderung führen

Thorsten Sellhorn ist Professor für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der LMU in München und findet: „Unser Experiment macht deutlich, dass Informationen zum CO₂-Fußabdruck zu einer Verhaltensänderung bei Konsumenten führen können. Diese Erkenntnis kann Politik und Wirtschaft dabei helfen, geeignete Maßnahmen für eine nachhaltigere Zukunft zu ergreifen.“ Zum Beispiel könnten Unternehmen sich freiwillig dazu entschließen, die Angaben über das für die Bereitstellung verursachte CO₂ auf Lebensmitteln, Dienstleistungen und anderen Produkten auszuweisen, erläutert Sellhorn weiter.

Größter CO2-Filter der Welt in Island in Betrieb genommen

Die steigende Konzentration von Kohlendioxid (CO₂) in der Atmosphäre besorgt Wissenschaftler:innen und Umweltschützer:innen weltweit. Als Treibhausgas fängt CO₂ die Wärme in der Atmosphäre ein und trägt so zur Klimakrise bei. Derzeit liegt der Kohlendioxid-Gehalt bei etwa 415 ppm (Teilchen pro Million), was den höchsten Stand seit mindestens 800.000 Jahren darstellt. Diese Zunahme ist hauptsächlich auf menschliche Aktivitäten wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe oder die Entwaldung zurückzuführen.

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