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Hintergrund der Krisen ist neben bewaffneten Konflikten mittlerweile zum überwiegenden Teil auch der Klimawandel. Zahlreiche afrikanische Länder leiden extrem darunter.Bild: dpa / Brian Inganga
Klima & Umwelt

Bericht enthüllt: Zahlreiche blinde Flecken bei humanitären Krisen – vor allem in Afrika

12.01.2023, 11:25

Die zehn größten medial vernachlässigten humanitären Krisen des vergangenen Jahres befinden sich einer Auswertung zufolge in Afrika. Zu diesem Ergebnis kommt der am Donnerstag veröffentlichte Bericht "Breaking the Silence" der Hilfsorganisation Care. Demnach liege der größte blinde Fleck der Medienöffentlichkeit auf der Dürre in Angola.

Path from Benguela to Lucira, Angola, África
Die Dürre macht dem afrikanischen Land Angola zu schaffen.Bild: iStockphoto/getty images / Frederico Santa Martha

Angola geht (fast) leer aus: Extreme Diskrepanz in der Berichterstattung

Dem Welternährungsprogramm zufolge hatten rund 1,5 Millionen Menschen im Südwesten des Landes im vergangenen Jahr nicht genug zu essen. In Online-Medien sei darüber jedoch nur rund 1800 Mal berichtet worden. Zum Vergleich: Allein zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking erschienen gut 285.000 Artikel, hieß es in dem Bericht.

Für den Bericht wurden laut Care 5,8 Millionen Online-Artikel im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 10. Oktober 2022 ausgewertet. Neben deutschsprachigen Artikeln wurden auch arabische, englische, französische und spanische Texte analysiert. Die NGO gab den Bericht zum siebten Mal heraus.

Weitere Krisen erhielten zu wenig Aufmerksamkeit – Ukraine holte auf

Weitere vernachlässigte Krisen verortete Care in Malawi, der Zentralafrikanischen Republik, Sambia, dem Tschad, Burundi, Simbabwe, Mali, Kamerun und Niger. Hintergrund der Krisen ist neben bewaffneten Konflikten mittlerweile zum überwiegenden Teil auch der Klimawandel.

Noch 2021 listete die Hilfsorganisation die Ukraine auf dem zweiten Platz der vergessenen humanitären Krisen. Der seit 2014 schwelende Konflikt in der Ostukraine hatte kaum Medienaufmerksamkeit bekommen. Mit der russischen Invasion im Februar 2022 änderte sich dies. Mittlerweile sei in mehr als zwei Millionen Online-Artikel über die Lage in der Ukraine berichtet worden.

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(dpa)

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