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"End Fossil Occupy" besetzt Unis und Schulen – das steckt hinter der Bewegung

An mehreren Unis und Schulen in Städten weltweit machen sich Aktivist:innen von "End Fossil Occupy" für den Klimawandel stark.
An mehreren Unis und Schulen in Städten weltweit machen sich Aktivist:innen von "End Fossil Occupy" für den Klimawandel stark. Bild: Instagram/Enfossil_Bielefeld
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"End Fossil Occupy" besetzt Unis und Schulen – das steckt hinter der Bewegung

04.05.2023, 15:51
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An mehreren Unis und Schulen in Deutschland und ganz Europa steht derzeit Geschichte an. Mancherorts sogar da, wo das Fach eigentlich nicht hingehört. Zumindest könnte das, was sich dort abspielt, in den Geschichtsbüchern von morgen landen.

Mehrere Hörsäle und Räume an Universitäten sowie an Schulen wurden in den vergangenen Tagen unfreiwillig zur Bühne von Aktivismus. Mehrere Aktivist:innen haben sie besetzt, um Einfluss auf die Geschichte von Morgen zu nehmen. Was genau dahintersteckt? Die "Besetzungswelle" von "End Fossil Occupy". Die Bewegung versucht derzeit weltweit, der fossilen Ära so schnell wie möglich ein Ende zu setzen.

Die Klimaaktivist:innen wollen an Bildungsorten hierfür Studierende und Schüler:innen aufklären. Ihnen erzählen, was abgeht. Sie im Optimalfall auch mit ins Boot holen.

"End Fossil Occupy" besetzt mehrere Unis und Schulen

Ihr Ziel nehmen die Aktivist:innen offenbar ernst. "Ab dem 2. Mai werden in Deutschland erneut dutzende Schulen und Unis besetzt", kündigt der deutsche Ableger der Klimabewegung auf der Webseite an.

Gesagt, getan.

Weltweit, auch in Deutschland, waren sie in den vergangenen Tagen im Einsatz. Etwa im Emil-Fischer-Hörsaal der HU in Berlin, der Aula des Melanchthon-Gymnasiums in Berlin-Hellersdorf oder im Hörsaal 1 der Universität Bielefeld. Auch in Halle, Münster, München, Regensburg und vielen weiteren deutschen Städten besetzten die Aktivist:innen Räume.

Werbetrommel für Klimaschutz und Energiewende

Vorlesungen wurden in der Folge abgesagt oder ins Digitale gelegt. Die "Besetzer:innen" versuchten außerdem, in den Dialog mit den Universitäten und den Studierenden zu treten.

Auf Instagram zeigt die "Klimarechtsbewegung", wie sie sich selbst nennt, wo sie sich überall gegen den Klimawandel einsetzt. Dort sind Bilder von besetzten Sälen in Europa und auf der ganzen Welt zu sehen. Auch in Uganda, der Schweiz oder in Großbritannien.

Was die Aktivist:innen vorhaben? Sie wollen auf die Auswirkungen der Klimakrise im regionalen, nationalen und internationalen Kontext aufmerksam machen. Umso mehr im "Mai der Besetzungen", wie sie die aktuelle Aktionsreihe nennen.

Auf ihrer Webseite stellen sie klar: "Unser Ziel ist es, die fossile Wirtschaft zu beenden und eine gerechtere Welt für alle zu erkämpfen." Sie wollen die Werbetrommel für den Klimaschutz und die Energiewende rühren. Gleichzeitig üben sie Kapitalismus-Kritik.

Das Credo: Aktiv werden statt nur an die Politik zu appellieren

Doch warum setzen sie sich gerade an Unis gegen den Klimawandel ein?

Sie möchten in den Sälen mit Studierenden und Schüler:innen in den Dialog treten, sich für eine klimagerechte Zukunft einsetzen und zeigen, "dass es auch anders geht". Denn, so schreibt die Bewegung auf der Website:

"Wir haben es satt, an die Politik zu appellieren, dass sie doch bitte das Mindeste tut, um die Klimakatastrophe abzuwenden und für globale Gerechtigkeit zu sorgen."

Deshalb verweigere die Organisation das "Weiter so" und verwandele diese Orte in "solidarische Räume der Begegnung". Dort solle zeitgemäßes Lernen entwickelt werden, das sich mit den aktuellen Krisen beschäftigt, statt sie auszublenden. Mit der Besetzung, so erklären es die Aktivist:innen, verwandeln sie die Hörsäle ...

"... in Räume, in denen wir uns darüber austauschen, was die multiplen Krisen der Gegenwart für uns bedeuten und wie wir uns gegen sie organisieren können. Wir haben vor, starke, solidarische, basisdemokratische Strukturen aufzubauen, in denen sich Schüler:innen und Studierende aus allen Jahrgangsstufen sowie Studiengängen aktiv einbringen können."

Studierende richten sich an Studierende – und jeder kann mitmachen

Ihrer Meinung nach gehört zum Klimawandel also nicht nur eine Energiewende, sondern auch ein neuer Studien- und Schulalltag. Sie appellieren an jene jungen Menschen, die die Politik und die Welt von Morgen mitgestalten können, um den schlimmsten Folgen des Klimawandels etwas entgegenzusetzen.

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Teilweise werden die "Besetzungen" auch von Studierenden der Bildungsstätten selbst organisiert. Das ist auch der Ansatz der Bewegung, wie ein Blick auf die Webseite der Klimabewegung verrät: "Wir fangen als Studierende an, aber wir wollen, dass die gesamte Gesellschaft für Klimagerechtigkeit aktiv wird." Und: Jeder könne mitmachen, sogar selbst eine Hochschulbesetzung organisieren.

Nach eigenen Angaben breitet sich die Bewegung derzeit rasend schnell aus. Laut Webseite gibt es bereits jetzt in zahlreichen Städten Ortsgruppen der Bewegung, bisher 37 an der Zahl. Nun ist ihr auch die öffentliche Aufmerksamkeit gewiss.

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