Nestlé hat sich die Mehrheit an einem Startup der Vox-Sendung "Höhle des Löwens" gekauft.
Auch der viel kritisierte Nahrungsmittelkonzern Nestlé bietet neue vegane Produkte zum Veganuary 2023 an. Bild: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Veganuary

Vegane Frikadellen, Kitkat, Sauce Hollandaise: Nestlé feiert sich mit neuen pflanzlichen Produkten

03.01.2023, 15:38

Im Rahmen des Veganuary 2023 bringt auch der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé neue vegane Produktalternativen auf den Markt. Nach Angabe des Konzerns sollen mit den veganen Produktneuheiten mehr Menschen im internationalen veganen Monat Veganuary und darüber hinaus bei einer abwechslungsreichen Ernährung ohne Fleisch und tierische Produkte unterstützt werden.

Diese Nestlé-Produkte sind neu und vegan

Neu sind demnach drei vegane Produkte: Einmal eine vegane Version der bisher vegetarischen Frikadellen von Garden Gourmet, die aus "ausschließlich europäischen Sojaprotein" bestehen soll. Die Bratlinge haben eine typische, handgefertigte Form. Zwiebelstücke und Kräuter wie Petersilie und Majoran sollen den pflanzlichen Frikadellen eine besondere Würzigkeit verleihen. Die veganen Frikadellen von Garden Gourmet sind dabei mit einem Nutri-Score A bewertet.

Auch neu, allerdings erst ab Ende Januar 2023 im Sortiment erhältlich, ist eine vegane Variante von "Thomy Genießer Hollandaise" im Glas. Die Rezeptur der Sauce Hollandaise von Thomy setze dabei auf Ackerbohnenprotein statt Ei. Die cremige Konsistenz soll damit für einen klassischen Hollandaise-Geschmack sorgen und dadurch gut zum Spargel und Gemüse passen. Der Preis für die Sauce liegt bei 2,19 Euro.

Zuletzt bewirbt Nestlé im Veganuary 2023 auch ihr veganes Kitkat, das nun im neuen Multipack Format im Handel erhältlich ist. Dieses war jedoch schon im September 2022 herausgekommen, womit es streng genommen ein halbes Jahr später keine neue "pflanzliche Innovation" ist. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Einzelriegel liegt bei 1,49 Euro und beim Multipack bei 3,49 Euro.

Nestlé mit Werbung bisher auffällig zurückhaltend

Nestlé, das bisher immer wieder mit Umwelt- und Menschenrechtsskandalen negativ auf sich aufmerksam gemacht hat, positioniert sich in diesem Januar auffällig locker mit lustigen Kurzvideos auf den eigenen Social-Media-Kanälen. In diesen wird sein "wachsendes Angebot an pflanzlichen Produkten" beworben, das das Unternehmen "auf dem Weg zur 'Grünen Null'" unterstütze.

Vegane Frikadellen
Vegane Frikadellen von Garden Gourmet.Bild: Nestlé Deutschland / flickr

Auch, dass Nestlé sich dazu verpflichtet hat, bis 2050 in der gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen zu erreichen, wird positiv ausgelegt. Ansonsten kommuniziert der Lebensmittelkonzern in Deutschland bisher weniger zum Veganuary als noch in 2022: Im Januar 2022 hatte Nestlé extra tägliche Instagram-Stories mit veganen Rezepten zum Nachkochen gepostet und auch damals schon mit neuen veganen Produkten im Rahmen der Vegan-Challenge geworben, wie unter anderem dem veganen Ofenbrot Pilz Trio von Tiefkühlpizza-Hersteller Wagner (gehört zu Nestlé).

Was dafür spricht: Mit neuen veganen Produkten, die international verkauft werden, hat Nestlé einen starken Einfluss auf die internationale Lebensmittelindustrie und könnte somit wichtige nachhaltige Veränderungen maßgeblich vorantreiben und Millionen von Menschen hin zu einer veganen Ernährung bewegen.

Was dagegen spricht: Doch ob Nestlé vegane Produkte produziert, um umweltbewusster zu sein, bleibt fragwürdig, wenn man diverse Umwelt-Skandale des Großkonzerns in den letzten Jahren betrachtet, wie Nestlés Geschäfte mit Trinkwasser oder auch Palmölproduktion mithilfe von Kinderarbeit. Außerdem profitiert Nestlé finanziell stark vom veganen Essensbusiness, bei dem oft höhere Preise für veganisierte Produkte im Vergleich zu normalen veranschlagt werden. Zuletzt hätten angesichts der Marktmacht und Größe des Lebensmittelherstellers sicherlich auch noch weitaus mehr Produkte in der Zwischenzeit veganisiert werden können.

49-Euro-Ticket: Start, Verkauf, Bedingungen – alle Infos auf einen Blick

Ein Ticket, für 49 Euro, gültig für den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr, in ganz Deutschland? Noch vor ein paar Jahren hätte man für eine solche Verkehrs-Utopie von der Deutschen Bahn und allen Nahverkehrsverbünden in Deutschland vermutlich einen Vogel gezeigt bekommen.

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