Sport
Analyse

Super Bowl: Spielweise von NFL-Star Jalen Hurts – Risiko für seine Gesundheit

Philadelphia Eagles quarterback Jalen Hurts, left, looks on after talking with New York Giants quarterback Daniel Jones (8) following an NFL divisional round playoff football game, Saturday, Jan. 21,  ...
Jalen Hurts steht in seiner zweiten Saison als Starting-Quarterback der Eagles im Super Bowl.Bild: AP / Matt Slocum
Analyse

Super Bowl: NFL-Star Jalen Hurts und seine Spielweise – ein Risiko für seine Gesundheit

10.02.2023, 15:41
Mehr «Sport»

Tom Brady, Aaron Rodgers und Patrick Mahomes waren in den letzten Jahren nicht nur die Gesichter schlechthin in der NFL, sie gelten auch alle als absolute Quarterback-Superstars. Allein Brady hat in seinen 23 Profi-Jahren in neun Super Bowls gestanden, sieben konnte er gewinnen. Mahomes steht am Sonntag in seiner fünften Saison als Starting-Quarterback der Kansas City Chiefs zum dritten Mal im Super Bowl.

Ganz so unumstritten ist sein Gegenüber, Jalen Hurts, von den Philadelphia Eagles nicht. Er steht zwar im Endspiel um die Football-Krone in Amerika, dennoch hat er bei weitem noch nicht das Ansehen, wie es Mahomes hat.

Neu: dein Watson-Update
Jetzt nur auf Instagram: dein watson-Update! Hier findest du unseren Broadcast-Channel, in dem wir dich mit den watson-Highlights versorgen. Und zwar nur einmal pro Tag – kein Spam und kein Blabla, versprochen! Probiert es jetzt aus. Und folgt uns natürlich gerne hier auch auf Instagram.

Im Dezember, als noch darüber diskutiert wurde, ob Jalen Hurts auch als MVP nominiert werden sollte, übte Micah Parsons, Linebacker bei den Dallas Cowboys, offen Kritik. Im Podcast von Von Miller von den Buffalo Bills, antwortete Parsons im auf seine eigene Frage, ob der Erfolg der Eagles an Hurts oder am Team liege, klar und eindeutig: "Es ist das System und das Team."

Eine klare Spitze gegen Hurts, der zu diesem Zeitpunkt mitverantwortlich war, dass sein Team zwölf Siege auf dem Konto hatte und nur eine Niederlage kassiert hatte. Am Ende der Regular Season sollten die Eagles mit 14:3 in die Playoffs einziehen. Nun stehen sie in der Nacht von Sonntag auf Montag (0.30 Uhr) im Super Bowl in Glendale gegen die Kansas City Chiefs um Superstar Patrick Mahomes.

Vergleicht man die beiden Quarterbacks wird allerdings klar, was Parsons meint. Mahomes war mit Abstand der beste Passgeber der NFL. Er brachte seinem Team insgesamt 41 Touchdown-Pässe. Mit insgesamt 5.614 erworfenen Yards stellte er sogar einen neuen Rekord auf. Hurts dagegen zeichnet sich anders aus.

Der in Houston geborene Rechtshänder steht mit gerade Mal 22 Touchdown-Pässen im Mittelfeld der Quarterbacks. Von ihm sehen die Fans demnach nicht so viele spektakuläre Würfe, wie von Mahomes oder lange auch von Brady oder Rodgers.

Hurts als laufstarker Quarterback

Gleichzeitig hat Hurts mit insgesamt 13 Rushing Touchdowns einen überragenden Wert, ist der gefährlichste Quarterback. Zum Vergleich: Mahomes kommt nur auf vier Rushing Touchdowns.

Wie gut das Laufspiel von Hurts ist, zeigt auch der Fakt, dass er der erste Quarterback der NFL-Geschichte ist, dem in zwei Spielzeiten nacheinander jeweils mindestens zehn Rushing Touchdowns gelangen. In der vergangenen Saison waren es exakt zehn.

Hurts steht damit sinnbildlich für die Spielweise seines Teams, denn: Philadelphia ist mit 32 Rushing-Touchdowns ebenfalls die gefährlichste Franchise auf den Füßen. Hurts ergänzt demnach das System der Eagles optimal.

Lob gibt es deshalb auch von Eagles-Quarterback-Coach Brian Johnson während der Media Days kurz vor dem Super Bowl: "Jalen hat einen exzellenten Job gemacht, das System zu verstehen und sich darin wohl zu fühlen. Er hat sich dafür vorbereitet und spielt auf einem konstant guten Niveau. Als wir gestartet haben, war das größte Problem die Konstanz, daran hat er gearbeitet. Ich bin wirklich begeistert und stolz, dass er so gut war in dieser Saison."

Philadelphia-Quarterback Jalen Hurts (r.) mit Quarterback-Coach Brian Johnson.
Philadelphia-Quarterback Jalen Hurts (r.) mit Quarterback-Coach Brian Johnson.Bild: IMAGO / Icon Sportswire / IMAGO / Icon Sportswire

Die laufintensive Spielweise hat aber auch große Risiken für die Eagles und besonders für Hurts. Die Verletzungsgefahr bei noch so kleinen Laufspielzügen des Quarterbacks ist extrem hoch. In dieser Saison bekam es Hurt kurz vor Weihnachten zu spüren.

Bei einem Drei-Yard-Laufspiel gegen die Chicago Bears riss ihn Linebacker Trevis Gipson am 18. Dezember zu Boden. Hurts fiel auf seine Schulter, verletzte sich dort und fehlte die beiden folgenden Spiele gegen die Cowboys und die Saints. Im letzten Spiel der Regular Season gegen die New York Giants biss er auf die Zähne und spielte mit Schmerzen.

"Bei einer Schultergelenksverletzung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du das Gelenk mit jedem Tackle, Sack oder Fall auf die Schulter wieder verletzt."
Brian Sennett, Sportmediziner

"Wir haben gemacht, was wir machen mussten. Wir sind jetzt als Nummer 1 gesetzt und sind NFC-East-Champion. Das war das Ziel, das wir ausgegeben haben. Jetzt kann ich wieder fit werden und mich auf die Playoffs vorbereiten", sagte Hurts kurz nach dem Giants-Spiel. Der Plan, einmal mit Schmerzen zu spielen, um zu gewinnen und dann zwei Wochen freizuhaben, ging auf.

Der Vorfall zeigt aber auch: Das laufbasierte Spiel von Hurts macht ihn anfällig für Verletzungen. Sportmediziner Brian Sennett von der Universität Pennsylvania erklärte gegenüber "Espn" zur Verletzung im Januar, dass eine Heilung kompliziert laufen könnte. "Bei einer Schultergelenksverletzung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du das Gelenk mit jedem Tackle, Sack oder Fall auf die Schulter wieder verletzt."

Super Bowl: Hurts wird wohl mit Schmerzen spielen

Am 2. Februar, also zehn Tage vor dem Super Bowl sagte Hurts noch selbst zu seiner Schulterverletzung: "Ich habe es klargemacht, dass ich die ganze Zeit damit zu tun habe." Noch scheinen die Schmerzen demnach nicht ganz verschwunden zu sein.

Dabei wird Super Bowl gegen die Chiefs der vorläufige Karrierehöhepunkt von Hurts, der erst in seiner dritten NFL-Saison steht. 2020 wurde er im Draft in der zweiten Runde an 53. Stelle von den Eagles gepickt. Damals noch als Absicherung und Ersatzmann vom damaligen Stamm-Quarterback Carson Wentz.

"Jalen ist genau das, wonach wir gesucht haben. Beweisen muss er uns jedenfalls nichts mehr."
Eagles-Besitzer Jeffrey Lurie über seinen Quarterback Jalen Hurts

Wentz zeigte damals keine guten Leistungen. Hurts kam das zugute. Anfang Dezember 2020 wurde er beim Spiel gegen die Packers eingewechselt, warf einen Touchdown und eine Interception und durfte im Anschluss gegen die New Orleans Saints starten. Hurts führte sein Team zum Sieg, startete von da an durchgängig.

Auch deshalb wollen die Eagles mit ihrem Quarterback verlängern. Sein Rookie-Vertrag geht bis zum Ende der kommenden Saison. In seinem letzten Vertragsjahr wird er rund 4,2 Millionen Dollar verdienen. Weil er das Team in den Super Bowl geführt hat, kann er sich sicher sein, dass die Eagles mit ihm verlängern wollen.

Besitzer Jeffrey Lurie sagte gegenüber "Espn" kurz vor dem Super Bowl: "Jalen ist genau das, wonach wir gesucht haben. Beweisen muss er uns jedenfalls nichts mehr. Er hat auf MVP-Level gespielt und ist schon ein großartiger Anführer unseres Teams." Eine Verlängerung klingt demnach sehr wahrscheinlich. Ein Sieg im Super Bowl würde dann nur noch die Verhandlungsposition von Hurts stärken.

FC Bayern: Notfallplan mit zwei Legenden könnte Thomas Tuchel ersetzen

Das vergangene Bundesliga-Wochenende taugt als Symbolbild für die Saison des FC Bayern. Beim 1. FC Heidenheim legten die Münchener eine gute erste Halbzeit hin, führten mit 2:0. Nach dem Seitenwechsel dann aber zeigten sich die FCB-Profis fahrig, ließen sich vom Aufsteiger überrumpeln und verloren mit 2:3.

Zur Story