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Julian Nagelsmann gab mit nur 28 Jahren im Jahr 2016 sein Bundesliga-Debüt als Chefcoach und gehört zur neuen Trainer-Generation. Bild: imago images / Christian Schroedter

Nagelsmann macht sich für Coming-outs von schwulen Fußballern stark

Homosexualität ist im Fußball noch immer eines der größten Tabus. Nun macht sich ein Bundesliga-Trainer für Coming-puts von schwulen Fußballern stark. Julian Nagelsmann, Trainer von RB Leipzig, äußerte sich zu Homosexualität im Fußball beim Besuch der Weihnachtsfeier des RB-Fanclubs "Rainbow Bulls" am Dienstagabend. In dem Fanclub sind hauptsächlich schwule und lesbische Leipzig-Anhänger organisiert.

"Wenn ein homosexueller Spieler mir sagen würde, ich bin nicht frei und kann mich auch in meiner Leistung nicht entwickeln, würde ich ihm sagen: 'Oute dich, steh dazu'. Ich habe damit gar kein Problem", sagte Nagelsmann laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung.

"Generell glaube ich, dass, wenn man seine Sexualität nicht outen darf, auch nicht frei leben kann. Es gibt dann einfach zu viele Ängste, entdeckt oder vielleicht nicht ernst genommen zu werden. Wenn du dich immer verstecken musst in deiner Liebe, dann ist das ein großes Problem", sagte Nagelsmann, der bei der Veranstaltung viel über das Thema Homophobie sprach.

Nagelsmann weiß aber um "Männerdomäne Fußball"

Der 32 Jahre alte Trainer wirbt für Offenheit, doch er sieht in Coming-outs von schwulen Fußballern auch Probleme in der teils fehlenden Akzeptanz in der Gesellschaft. "Ich würde nicht von vornherein sagen: 'Oute dich.' Denn wir müssen uns nichts vormachen: Die Fußballwelt ist eine Männerdomäne, in der nicht jeder offen für gleichgeschlechtliche Liebe ist", sagte Nagelsmann.

Was unterscheidet "Coming-out" von "Outing"?

Die beiden Begriffe werden immer wieder gleichgestellt, doch sie haben eine andere Bedeutung.

Coming-out
wird vom Duden als "absichtliches, bewusstes Öffentlichmachen von etwas, insbesondere der eigenen Homosexualität" definiert – das Wort leitet sich vom Englischen "to come out" (herauskommen) ab.

Outing hat im Gegensatz zu "Coming-out" einen Aspekt von Unfreiwilligkeit und bedeutet "jemandes Homosexualität ohne dessen Zustimmung öffentlich bekanntmachen".

Entscheidend sei, ob das Thema den Spieler und seine Leistung beeinflusse, erklärte Nagelsmann, der betonte: "Der Fußball geht noch immer nicht offen damit um. Ein Spieler wie Thomas Hitzlsperger hat sich auch erst nach seiner Karriere geoutet."

(bn/dpa)

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