ARCHIV - 28.11.2018, Portugal, Porto: Ein Reporter hält ein Mikrofon des Streamingdienstes DAZN während eines Interviews fest. Der Internet-Anbieter DAZN hat sich das größte Rechtepaket an der Fußball ...
Der Streamingdienst Dazn ist seit August 2016 in Deutschland verfügbar.Bild: dpa / Ina Fassbender
Bundesliga

Dazn verkündet nächsten Preis-Schock – trotz angekündigter Klage

13.01.2023, 13:32

2016 startete der Streamingdienst Dazn. Damals konnten Sport-Fans das Live-Programm noch für 9,99 Euro im Monat sehen. Über die Jahre wurde der Preis immer wieder angepasst. Der große Aufschrei kam vor einem Jahr, als Dazn die Preise zunächst nur für Neukund:innen verdoppelte, im Sommer schließlich auch für Bestandskund:innen.

Deshalb schaltet sich nun sogar der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbz) ein und will mit einer Musterfeststellungsklage gegen die Preiserhöhung des vergangenen Jahres vorgehen. Der Bundesverband hält die zugrundeliegende Klausel der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für nicht durchschaubar. Für den vzbz sei deshalb die Preiserhöhung im Sommer 2022 für Bestandskund:innen rechtswidrig. Der Verband sucht nun betroffene Dazn-Kund:innen, für die er klagen kann.

Dazn reagiert auf Vorwürfe

Auf diese Vorwürfe reagierte Dazn gegenüber der "Bild". Der Internet-Sender teilte mit, dass er die "angesprochenen Punkte sehr ernst genommen" und sich von einer Anwaltskanzlei beraten lassen habe. Abschließend äußerte sich der Sender: "Dazn ist nach wie vor davon überzeugt, dass seine AGB mit dem geltenden Recht in Einklang stehen."

Zusätzlich geriet Dazn allerdings nur kurze Zeit später erneut in die Kritik. Der Streaming-Dienst erhöhte vor Rückrunden-Start in der Bundesliga wieder die Preise für Neukund:innen, führte außerdem ein neues Pakete-Programm ein.

Wollen Fans nun das gesamte Dazn-Programm sehen – inklusive zwei paralleler Streams auf insgesamt sechs möglichen Geräten – müssen sie monatlich 39,99 Euro zahlen. Den Vorteilspreis von 29,99 Euro im Monat gibt es lediglich für das Jahresabo. Ein leicht abgespecktes Programm erhalten Kund:innen ab 29,99 Euro bei monatlicher Zahlung und 24,99 Euro bei jährlicher.

Dazn-Preiserhöhung sorgt für heftige Kritik

Der erneute Preisanstieg hat besonders in den sozialen Medien für heftige Kritik am Streamingdienst gesorgt. So bemängelt ein Twitter-User, dass sich die Dazn-Abos "in knapp dreieinhalb Jahren um 400% erhöht" hätten. Gleichzeitig sei das Angebot nicht merklich besser geworden.

Ein anderer Nutzer zeigt sich enttäuscht von Dazn. Demnach sei es nur ein Traum gewesen, dass sich "Expertise gegen große Namen durchsetzt". Gleichzeitig erinnert er an die Anfangszeit des Senders, als "schlichte Kommentatorenkabinen mit WG-Zimmer-Atmosphäre gegen sterile Hochglanzstudios" und "eine Horde Studenten gegen Lothar Matthäus" ausgetauscht wurden. Abschließend sagt der Kritiker, dass er nun aus dem Traum aufgewacht sei.

Ein weiterer Nutzer merkt an, dass es bald günstiger sei, direkt zu den Spielen nach Spanien oder Italien zu fliegen und die Partien im Stadion zu gucken, als für Dazn zu bezahlen.

Dazu stellt ein Twitter-Account den zeitlichen Zusammenhang zwischen der angekündigten Klage des Verbraucherschutzes und der neuen Erhöhung her. Er schreibt: "Verbraucherschutz klagt gegen Dazn wegen Verdopplung auf 30 Euro. Dazn: Ok, dann halt 40 Euro." Im Anschluss macht er sich zusätzlich noch über Köln-Profi Davie Selke lustig und fügt an: "Die (Dazn, d. Red.) sind pleite, bevor Selke 5 Tore geschossen hat."

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