Till Klimpke absolvierte bisher neun Länderspiele für das DHB-Team.
Till Klimpke absolvierte bisher neun Länderspiele für das DHB-Team. Bild: www.imago-images.de / Franz Waelischmiller/Sven Simon
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"Das pusht mich richtig": So tickt Deutschlands Handball-Torwarthoffnung Till Klimpke auf dem Spielfeld und im Privatleben

14.01.2022, 14:3214.01.2022, 14:39

Henning Fritz, Jogi Bitter, Silvio Heinevetter, Andreas Wolff – die Liste an Top-Torhütern in der deutschen Handball-Nationalmannschaft ist lang. Und nun will mit Till Klimpke ein weiterer Schlussmann in diese Reihe aufrücken.

Der 23-Jährige bildet beim Auftaktspiel des DHB-Teams am Freitagabend gegen Belarus das neue Torwartduo mit dem neun Jahre älteren Wolff.

"Eine Mannschaft, die ganz oben mitspielen will, braucht einen Torhüter, der auf einem sehr hohen Niveau agiert."
Ex-Nationaltrainer Heiner Brand im Gespräch mit watson über das neue Torwartduo im Nationalteam

Druck verspürt der Torhüter der HSG Wetzlar dabei aber nicht. "Ich gehe da relativ locker ran. Wenn ich auf dem Feld bin, versuche ich der Mannschaft zu helfen und sonst nehme ich von der Bank Einfluss, damit wir so weit wie möglich kommen", erzählt er im Gespräch mit watson.

Klimpke und Wolff kennen sich seit einigen Jahren

Im letzten Vorbereitungsspiel beim knappen Sieg gegen Frankreich am vergangenen Sonntag stand Klimpke zunächst von Beginn an zwischen den Pfosten. Dabei agierte er jedoch glücklos und konnte mit Paraden nur wenig Einfluss auf das Spiel nehmen. Kurz vor der Pause rückte Andreas Wolff wieder ins Tor und war der erhoffte Rückhalt für das junge Team.

"Man hat direkt gemerkt, dass er viel mehr Erfahrung hat und wusste, wie der Gegner wirft und es auf einem internationalen Level zugeht", räumt Klimpke über Wolff ein. Wolff spielt seit 2019 beim polnischen Top-Klub Vive Kielce. "Ich kenne bisher nur die nationale Bühne in Deutschland und das ist schon ein großer Unterschied", vergleicht Klimpke, der seit der Saison 2018/19 für die HSG Wetzlar in der Bundesliga spielt.

Till Klimpke (r.), Torwarttrainer Mattias Andersson (Mitte) und Andreas Wolff im Gespräch
Till Klimpke (r.), Torwarttrainer Mattias Andersson (Mitte) und Andreas Wolff im GesprächBild: www.imago-images.de / Gerhard Koffler

Frust über die eigene Leistung und die gute Performance von Wolff herrscht bei Klimpke jedoch nicht. "Wir sind beide sehr ehrgeizig, aber gönnen es dem anderen auch, wenn er eine gute Leistung bringt. Wir wollen immer als Team das Spiel gewinnen", erzählt er.

Und so versucht er auch von der Bank positiven Einfluss auf das Spiel seines Torwartkollegen zu nehmen. Beide kennen sich bereits aus gemeinsamen Trainingstagen in Wetzlar. "Wenn er mal einen Durchhänger hat, kann ich ihn sehr gut pushen."

Denn besonders eine gute Torwartleistung sei enorm wichtig, wenn die deutsche Mannschaft im Turnier weit kommen möchte. "Eine Mannschaft, die ganz oben mitspielen will, braucht einen Torhüter, der auf einem sehr hohen Niveau agiert", erklärte auch Ex-Nationalcoach Heiner Brand im watson-Interview.

Umgekehrt gibt Wolff dem jungen Torhüter im Spiel immer wieder Tipps, um sich zu verbessern. "Es hilft mir sehr, Andi als Partner zu haben. Das pusht mich richtig."

Ruhig im Tor, Spaßvogel im Privatleben

Dabei sind sich Klimpke und Wolff in ihrem Torwartspiel sehr ähnlich. Beide strahlen eine enorme Ruhe aus und reagieren bei Paraden emotional, um die Teamkollegen mitzureißen. Auch Klimpkes-Torwarttrainer in Wetzlar, Jasmin Camdzic, lobt den 23-Jährigen für seine unaufgeregte Art zwischen den Pfosten. "Man muss immer cool bleiben, und den Überblick behalten", fasst Klimpke sein Torwartspiel selbst zusammen.

Ganz anders sieht es aber außerhalb der Platte aus. "Ich bin jemand, der gerne viel Spaß macht und auch andere Leute mal veräppelt", sagt Till Klimpke über sich selbst.

Torwartkollege Andi Wolff war bisher aber noch nicht Opfer einer seiner Späße. "Da halte ich mich noch ein bisschen zurück", erzählt der 23-Jährige lachend und mit einem gewissen Respekt.

Doch vielleicht in den kommenden Jahren, denn für Till Klimpke ist klar: "Ich bin ja noch relativ jung und habe hoffentlich noch ein paar Jahre Nationalmannschaft vor mir. Wenn ich aufgrund guter Leistungen eingeladen werde, muss ich mich auch nicht verstecken." Egal, ob auf dem Spielfeld oder mit Späßen am Torwartkollegen.

Auf der Platte kann Till Klimpke auch sehr emotional werden.
Auf der Platte kann Till Klimpke auch sehr emotional werden. Bild: www.imago-images.de / Tilo Wiedensohler

Trainer Gíslason als Pluspunkt für das junge Team

Zunächst geht es für das DHB-Team erstmal darum, die Vorrunde mit den Spielen gegen Belarus, Österreich und Polen zu überstehen. "Wir sind ein junges Team und müssen erstmal in das Turnier reinfinden. Aber wir haben natürlich das Bestreben, jedes Spiel zu gewinnen."

Dabei kann laut Klimpke vor allem Trainer Alfred Gíslason mit seiner langjährigen Erfahrung helfen. "Er ist für so eine junge Truppe der perfekte Trainer. Er weiß in jeder Situation, was gespielt werden soll. Es ist ein sehr gutes Team, von dem man viel erwarten kann."

Und daran kann auch Till Klimpke einen großen Anteil haben.

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