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Die Fans lieben das Weserstadion – Der anstehende Verkauf des Stadionnamen löst Unruhen aus. Bild: www.imago-images.de

Werder Bremen will Stadionnamen verkaufen: Ultras protestieren mit Wut-Brief

Die Ultras vom SV Werder Bremen steigen auf die Barrikaden. Grund dafür ist, dass der Verein die Rechte am Namen des "Weserstadions" verkaufen will. Die Rechte sollen wohl für die nächsten zehn Jahre an die "Wohninvest Holding GmbH" aus Fellbach in Baden-Württemberg gehen, wie vergangene Woche verschiedene Medien übereinstimmend berichteten.

Die Firma wolle für die Summe von 30 Millionen Euro den Namen in "Wohninvest Weserstadion" ändern, hieß es. Bislang gehörten die Rechte der – von der Stadt Bremen und dem Verein gegründeten – "Weserstadion GmbH". Schon in der vergangenen Saison taten sich bei Werder allerdings finanzielle Probleme auf, die nun endgültig durch den Verkauf des Namens ausgeglichen werden sollen.

Das stößt bei vielen Werder-Fans allerdings auf Widerstand. Allen voran bei den Ultra-Gruppierungen. Sie ergriffen nun die Initiative und verfassten ein gesammeltes Beschwerdeschreiben an die Geschäftsführung. Darüber berichtete das Fan-Magazin Deichstube.de.

Die Nachricht der Werder-Ultras:

Das steht im Brief der Werder-Ultras:

In der Nachricht beklagen die Ultras weniger den Verkauf der Namensrechte, damit war bereits zu rechnen, sondern viel mehr das "intransparente und unehrliche Handeln" des Vereins. Die Fangruppen fühlen sich bei der Auswahl des Sponsors übergangen.

Denn die Geschäftsführung habe versprochen, so schreiben die Ultras, den Fanbeirat über Entwicklungen des Verkaufs auf dem Laufenden zu halten. Dieser Abmachung kam der Verein offenbar nicht nach – erst nach erneuten Nachfragen sei der Fanbeirat informiert und vor vollende Tatsachen gestellt worden, so steht es in dem Protestschreiben.

Neben den Vorwürfen der mangelnden Transparenz machen die Fans auch ihren Unmut über die Sponsorwahl Luft. Denn die "Wohninvest Holding GmbH", so schreiben, passe nicht zur Philosophie des Bremer Vereins.

"Nun stellt sich jedoch die Frage, wo eine Firma, die in Werbespots mit einer fiktiven Kleinstadtidylle wirbt, in der jedoch ausschließlich weiße Menschen leben, zu dem antirassistischen Engagement des SV Werder passt."

Zitat aus dem Beschwerdebrief der Ultras

Laut Deichstube.de ist der Vertrag mit dem Immobilienunternehmen allerdings noch nicht endgültig unterschrieben. Am Ende des Schreibens der Fans steht deswegen die klare und nachdrückliche Forderung, "… sich noch einmal genaustens zu überlegen, ob man seine Unterschrift unter diesen Vertrag setzen will oder, ob es nicht durchaus noch andere Lösungen geben kann".

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Die Werderfans sind bekannt für ihre klaren Aussagen und politischen Statements. Bild: imago sportfotodienst

Das sagt Werder Bremen zu dem Schreiben:

Unterzeichnet ist der Brief gemeinschaftlich von den sieben Werder-Ultragruppierungen: Caillera Ultras, Infamous Youth, UltrA-Team Bremen, L'Intesa Verde, Ultra Boys, Wanderers Bremen und HB Crew.

Auf Anfrage von Deichstube.de teilte ein Sprecher von Werder Bremen mit:

"Wir haben sie in den vergangenen Tagen über den Stand der Gespräche unterrichtet und werden diesen Dialog auch weiterhin auf dem direkten Wege fortsetzen."

(kre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Doka 04.06.2019 08:33
    Highlight Highlight Tja, und hier sieht man das Problem der heutigen Menschheit. Unbegründetes und sinnloses Anspruchsdenken.

    1. Sind Ultras naturgemäß ein recht kleiner Teil der zahlenden Fans.
    2. Ist Werder eine GmbH Und CO KGaA, also eine rein profitorientiertes Unternehmen auf Aktienbasis
    3. Ist Informieren nicht gleich Mitbestimmen, und Informiert worden sind Sie ja jetzt.

    Im großen und ganzen müssen ganz ganz viele Menschen verstehen das wer am lautesten schreit nicht automatisch recht hat, und das man nicht überall mitbestimmen darf....

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