Paolo Guerrero, hier im Trikot seines Vereins Flamengo, dürfte sich über die Unterstützung freuen.
Paolo Guerrero, hier im Trikot seines Vereins Flamengo, dürfte sich über die Unterstützung freuen.
Bild: Celso Pupo/imago

Kokain-Sperre: Gegnerische Kapitäne kämpfen für WM-Teilnahme von Guerrero 

22.05.2018, 15:05

Perus wegen Doping gesperrter Ex-Bundesligaprofi Paolo Guerrero (34) hat im Kampf um seine Teilnahme an der bevorstehenden Fußball-WM in Russland auch von den WM-Gegnern der Südamerikaner Unterstützung erhalten.

Die Nationalmannschaftskapitäne Hugo Lloris (Frankreich), Mike Jedinak (Australien) und Simon Kjaer (Dänemark) plädierten in einem offenen Brief an den Weltverband FIFA für eine vorübergehende Aussetzung von Guerreros 14-monatiger Sperre während Perus WM-Auftritten in Russland.

Das Trio schreibt:

"Aus unserer Sicht wäre es einfach nur falsch, ihn auf Grundlage von Untersuchungen, die ergeben haben, dass er weder betrügen noch seine Leistung durch verbotene Mittel verbessern wollte, von einem der Höhepunkte seiner Karriere auszuschließen. Deswegen richten wir ein Gnadengesuch an das FIFA-Council und bitten um die Aussetzung der Sperre für den Zeitraum von Perus WM-Teilnahme"

Bei dem 34-jährigen früheren Stürmer des FC Bayern München und Hamburger SV war nach einem Länderspiel Anfang Oktober die Substanz Benzoylecgonin festgestellt worden, die auch in Kokain enthalten ist. Der Internationale Sportgerichtshof CAS sperrte ihn daraufhin vergangene Woche für 14 Monate. Damit wäre er nicht für die WM spielberechtigt – obwohl. 

"Mein großer Traum, bei einer Weltmeisterschaft zu spielen, ist geplatzt", sagte der ehemalige Bundesligaprofi des Hamburger SV und von Bayern München. ("dw")

Und beteuerte:

"Ich habe niemals Drogen oder verbotene Substanzen genommen. Und ich werde dies auch in Zukunft nicht tun"
"Sport1"

Vor einem nach Pfingsten geplanten Treffen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino am Sitz des Weltverbandes in Zürich bekam Guerrero Rückendeckung auch durch die internationale Spielervereinigung FIFPro. Das höhere Strafmaß sei "unfair und unverhältnismäßig", machte die FIFPro ihren Standpunkt klar und kündigte ebenfalls persönlichen Einsatz von Verbandsvertretern bei Infantino für eine Begnadigung des 34-Jährigen an.

Peru hat sich erstmals seit 1982 wieder für eine WM-Endrunde qualifiziert. Dort trifft das Team in der Gruppe C auf Dänemark, Frankreich und Australien

(bn/dpa/sid)

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