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Teammanger / Manager Oliver Bierhoff und Thomas Mueller beantworten die Fragen der Journalisten

GES/ Fussball/ Weltmeisterschaft 2018 Russland: DFB Pressekonferenz, Sotschi, 20.06.2018

GES/ Soccer/Football/ Worldcup 2018 Russia: DFB Press-Conference, Sochi, June 20, 2018 | Verwendung weltweit

picture alliance/GES/Thomas Eisenhuth

Müller lacht die Probleme weg – 3 Erkenntnisse aus der DFB-Pressekonferenz

Am Dienstag stellte sich Kapitän den Fragen der Presse und berichtete dabei von einer ausgiebigen Aussprache der Mannschaft. Er betonte jedoch, dass es trotz aller Unzufriedenheit keinen Bruch im Team gebe.

Am Mittwoch mussten Teammanager Oliver Bierhoff, Thomas Müller und Marco Reus aufs Podium. Und vor allem Müller, der Charming-Boy der Nationalelf, tat gut daran, vermeintliche Probleme im Team einfach wegzulächeln.

Unter anderem erfand Müller auf der PK ein neues Wort, als er davon sprach, dass man Leichtigkeit nicht trainieren könne:

Wenn man im Spiel Laufwege nicht zu Ende bringe, sei es für einen Spieler eben nicht so "leichtigkeitig"...

Diese drei Erkenntnisse zogen wir aus ihrem Auftritt:

Das WM-Quartier ist kein Thema im Team

Auf kaum ein Thema hat sich die deutsche Öffentlichkeit momentan so eingeschossen wie auf das DFB-Quartier im Moskauer Vorort Watutinki: Zu karg, zu trist, zu unkomfortabel sind die Hauptbeschwerden derer, die nicht einmal dort leben und trainieren müssen.

Teammanager Oliver Bierhoff, in dessen Entscheidungsgewalt der DFB-Standpunkt fällt, verteidigt seine Wahl:

Ich zweifle weiterhin nicht daran, dass das Teamquartier die richtige Wahl ist.

Oliver Bierhoff

2014 habe es gehießen, das bereits legendäre Campo Bahia sei zu luxuriös gewesen, nun werde das russische Plattenbau-Hotel als bessere Sportschule abgestempelt. Nationalspieler Thomas Müller springt Bierhoff zur Seite:

Ich bin sehr zufrieden mit dem Quartier in Watutinki. Wir haben dort viele Möglichkeiten.

Thomas Müller

Auf die Nachfrage eines Journalisten, warum der DFB sich nicht für die Confed-Cup-Basis Sotschi entschieden habe, reagierte Bierhoff überraschend flapsig:

Die Fifa bietet in Sotschi keinen Trainingsplatz an. Selbst wenn ich mir hier ein Schloss bauen würde, würde ich keinen Trainingsplatz genehmigt bekommen.

Oliver Bierhoff

Es gibt keinen Riss in der Mannschaft – so die offizielle Darstellung

"Krisensitzung!" titelten gleich mehrere Medien, nachdem sich Kapitän Manuel Neuer mit dem Hinweis auf ein Team-Meeting gut eine Stunde zur gestrigen PK verspätet hatte. 

Direkt wurde von Rissen und vergifteter Grüppchenbildung fabuliert – die Fakten sind jedoch weiterhin unbekannt. Manager Bierhoff stellte jedoch klar, dass die Aussprache enorm wichtig für den Mannschaftsgeist gewesen sei – und es gar nicht so "geknallt" habe, wie einige Beobachter nach Manuel Neuers Aussagen gedacht haben.

Ich kann einen Riss in der Mannschaft nur dementieren. Ich sehe keinerlei Konflikte.

Oliver Bierhoff

Auch Thomas Müller wollte von Grüppchenbildung und Dissens im Team nichts wissen und erklärte das Zusammenleben der Mannschaft auf seine unnachahmliche Thomas-Müller-Art:

Wir haben beim Essen mehrere Tische herumstehen. Da ist doch klar, dass sich die Spieler zusammensetzen, die privat mehr miteinander zu tun haben. Aber auch da bin ich variabel einsetzbar und versuche überall meine Ohren zu spitzen.

Thomas Müller

Das Team appelliert an die Medien

Bierhoffs Antwort auf die Watutinki-Diskussion ließ es bereits anklingen: "Die Mannschaft" ist unzufrieden mit dem Umgang der Medien. Das machte Bierhoff deutlich, als er auf Mario Baslers kontroverse Aussagen angesprochen wurde, in denen er unter anderem Sami Khedira vernichtend kritisierte:

Die Spieler sollen hart und kritisch bewertet werden, es sollte aber nicht in die Häme gehen.

Oliver Bierhoff

In eine ähnliche Kerbe schlug Thomas Müller, der anmerkte, dass in der Einzelkritik Toni Kroos' mit keinem Wort die gute Leistung seines mexikanischen Manndeckers erwähnt worden sei.

"Wir werden nicht gewinnen, wenn wir uns gegenseitig zerfleischen", machte der Bayern-Spieler klar und brachte das Dilemma der in Erklärungsnot geratenen Nationalspieler wie folgt zusammen:

Wir können noch tausend Fragen beantworten, aber keine Antwort wird alle zufrieden stellen.

Thomas Müller

(ds)

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