Das vergangene Wochenende kam beim FC Bayern einem einzigen Schock gleich. Wie schon vor vier Jahren kassierten die Münchener bei Eintracht Frankfurt eine 1:5-Abreibung. Einen Trainerwechsel gab es diesmal zwar nicht, dafür aber eine sportliche Reaktion.
Am Dienstagabend setzten sich die Bayern mit 1:0 bei Manchester United durch, kegelten den englischen Traditionsverein damit gänzlich aus dem Europapokal. Wie besinnlich die Feiertage in München werden, hängt nun aber maßgeblich davon ab, wie sich die Mannschaft von Julian Nagelsmann in den verbleibenden Partien des Jahres präsentiert.
Schon am Sonntag steht das nächste Spitzenspiel an, der Rekordmeister hat dann mit dem VfB Stuttgart das Überraschungsteam dieser Saison zu Gast. Am Mittwoch folgt der Jahresabschluss beim VfL Wolfsburg. Noch zweimal kicken also, dann ist Weihnachten.
Die Zeit der Besinnlichkeit, der Familie, des Miteinanders. Weihnachten ist aber auch die Zeit der Wünsche und Geschenke. Worauf Thomas Tuchel in diesem Jahr hofft, ist dabei bestens bekannt. Der Bayern-Trainer hat in den vergangenen Monaten oft genug betont, dass es seinem Kader an Breite fehle.
Anders als im Sommer noch soll der Übungsleiter intern nicht mehr auf taube Ohren stoßen. Vor allem Christoph Freund, seit dem 1. September Sportdirektor des Rekordmeisters, ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge derselben Ansicht wie Tuchel. Im Winter wollen die Bayern sich verstärken, ein neuer Sechser wird es aber wohl noch nicht.
Dieser dürfte den finanziellen Rahmen sprengen. So soll etwa Martín Zubimendi, dessen Name zuletzt des Öfteren gefallen ist, eine Ausstiegsklausel in Höhe von 60 Millionen Euro besitzen. Im Sommer ließe sich ein solcher Deal womöglich realisieren, im Januar sehen die Bayern-Bosse aber zunächst einmal dringendere Baustellen.
So soll vor allem in der Defensive nachgebessert werden. Gänzlich sicher präsentierte sich die Hintermannschaft in den vergangenen Wochen nicht, der negative Höhepunkt war das Fehlerfestival in Frankfurt. Zudem wird Min-jae Kim zu Beginn des neuen Jahres mit Südkorea an der Asienmeisterschaft teilnehmen.
Auch Noussair Mazraoui sollte eigentlich mit der Nationalmannschaft verreisen, Marokko nimmt schließlich am Afrika-Cup teil. Der Außenverteidiger hat sich aber einen Muskelbündelriss in der linken Wade zugezogen, dürfte damit mindestens sechs Wochen ausfallen. Es ist fraglich, ob er in die Nationalmannschaft berufen wird. Klar ist aber, dass er den Bayern so oder so zum Jahresbeginn nicht zur Verfügung stehen wird.
Als Verstärkung für die Abwehr sollen die Münchener vor allem Ronald Araújo im Visier haben. Der ist in der Defensive des FC Barcelona aber gesetzt, dürfte noch teurer sein als Zubimendi. Der Bundesligist wäre also gut beraten, sich nach Alternativen umzuschauen.
Im November berichtete Sky, dass die Bayern unter anderem Raphaël Varane im Blick haben. Der Weltmeister von 2018 ist bei Manchester United aktuell nur noch zweite Wahl. Seine grundsätzliche Klasse hat der 30-Jährige aber schon oft genug unter Beweis gestellt. So war er vor einem Jahr etwa noch Stammspieler in der französischen Nationalmannschaft, als diese ins WM-Finale eingezogen ist.
Ein Bericht von "The Athletic" macht den Münchenern nun Hoffnungen, dass es mit einem Transfer des Innenverteidigers klappen könnte. Demnach läuft Varanes Vertrag nicht wie ursprünglich gedacht bis zum Sommer 2025, sondern nur bis 2024.
Es gebe zwar eine Option auf ein weiteres Jahr, die Konditionen sind dabei aber unklar. Gut möglich wäre es, dass United die Möglichkeit zur Vertragsverlängerung verstreichen lässt, um den Weltmeister von der Gehaltsliste streichen zu können. Vielleicht sogar schon im Winter?
Bei einer Restvertragslaufzeit von sechs Monaten dürfte Varane selbst frei mit anderen Vereinen verhandeln. Sollten sich die Bayern mit ihm einigen, wäre wohl auch eine Verpflichtung im Winter vergleichsweise günstig. Dann sollte auch noch genügend Kleingeld bleiben, um einen Spezialisten für die Position des Rechtsverteidigers zu holen.