Lars Unnerstall stand von 2010 bis 2014 bei den Schalker-Profis unter Vertrag.
Lars Unnerstall stand von 2010 bis 2014 bei den Schalker-Profis unter Vertrag.Bild: www.imago-images.de / Fotostand
Interview

"Komplettes Jahr für die Mülltonne": Ex-Schalker Unnerstall ordnet Abstieg ein und traut Königsblau den Aufstieg zu

22.04.2022, 11:4624.04.2022, 00:24

Vor einem Jahr, am 21. April 2021 war es amtlich. Der FC Schalke 04 verlor am 30. Spieltag 0:1 bei Arminia Bielefeld und war dann auch ganz offiziell abgestiegen. Am Ende sollte in den verbleibenden vier Spielen noch ein 4:3-Sieg gegen Frankfurt dazu kommen, sonst wurden alle Partien verloren.

Mit letztlich nur 16 Punkten und insgesamt 17 Zählern Rückstand auf Köln auf dem Relegationsplatz stiegen die Königsblauen damals sang- und klanglos ab. Ein Jahr später hat sich die Stimmung bei Schalke komplett gedreht.

"Ich gucke immer, wie es in der Tabelle aussieht und hoffe, dass sie aufsteigen werden."
Lars Unnerstall darüber, ob er noch Schalke verfolgt

Nach 30 Spielen steht der Klub aus dem Pott mit 56 Punkten an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga und hat zwei Zähler Vorsprung vor Werder Bremen. Ein Ex-Schalker, der seinen Klub weiterhin verfolgt, ist Lars Unnerstall. Zwischen 2010 und 2014 wurde er bei den Profis insgesamt 47-mal eingesetzt. Aktuell spielt er bei Twente Enschede in der niederländischen Eredivisie.

"Ich gucke immer, wie es in der Tabelle aussieht und hoffe, dass sie aufsteigen werden. Wenn es zeitlich mit meinen eigenen Spielen und der Familie passt, schaue ich auch gerne noch Schalke-Spiele", erzählt der 31-Jährige im Gespräch mit watson.

Er ist sich sicher: "Auf kurz oder lang muss Schalke wieder hoch." Einerseits spielt da der finanzielle Aspekt mit rein. Schließlich würden die Gelsenkirchener auch mit jeder Saison in der 2. Liga weniger TV-Gelder verdienen, als im Oberhaus. Unnerstall hat aber auch noch einen ganz anderen Grund im Hinterkopf: "Fußball-Deutschland will wieder das Derby zwischen Dortmund und Schalke sehen."

Beim Revierderby zwischen den beiden Vereinen gilt die Fanszene als extrem emotionalisiert und euphorisch. Unnerstall kennt dieses Aufeinandertreffen besonders gut. 2012 wurde er im Oktober mit einer herausragenden Leistung zum Helden der Schalker beim 2:1-Sieg über Dortmund.

Mit Sieg gegen Bremen schon fast aufgestiegen

Am Samstag könnten sich nun neue Publikumslieblinge hervortun. Königsblau trifft im Topspiel der 2. Liga auf Bremen. Ein Dreier wäre für Schalke enorm wichtig. Das weiß auch Unnerstall: "Sollte Schalke gegen Bremen gewinnen, dann dürfte der Aufstieg eigentlich klar sein." Danach wären noch drei Spiele zu absolvieren, bei dann fünf Punkten Vorsprung auf den aktuell stärksten Konkurrenten aus Bremen.

"Ich denke schon, dass Schalke es schaffen kann. Sie haben im Moment einen Lauf mit den richtigen Ergebnissen", erklärt Unnerstall optimistisch. Die letzten fünf Spiele hat Schalke gewonnen, konnte sich dadurch die Tabellenspitze holen und geht mit einer guten Ausgangssituation in die letzten Spiele.

Wenn Unnerstall allerdings auf die Abstiegssaison von Schalke angesprochen wird, ist der Torhüter sprachlos. Er selbst sagt, dass es als Außenstehender "schwer zu sagen" sei, weshalb die sportliche Entwicklung des Vereins immer schlechter wurde. "Es wurde gesagt, dass die Spieler nicht zusammengepasst haben. Aber du kannst 25 verschiedene Charaktere, Nationalitäten und Religionen haben und trotzdem eine homogene Mannschaft sein."

Im Angesicht der aktuellen Erfolgssaison sagt er aber auch: "Man hat vielleicht mal ein wirklich komplettes Jahr für die Mülltonne gehabt und musste deshalb absteigen. Es ist auch Mannschaften wie Hamburg oder Bremen passiert."

Aktuell scheint es so, als würde Schalke die vergangene Saison ausgleichen. Die Rückkehr in die Bundesliga scheint vor dem Saisonendspurt realistisch. Darüber würde sich sicherlich auch Unnerstall freuen, damit er in Zukunft bald wieder mit Millionen anderen Fußball-Fans das Derby zwischen Schalke und Dortmund im TV verfolgen kann.

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