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Formel E: Ex-F1-Star Pascal Wehrlein kontert Kritik an Rennserie

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Der frühere Formel-1-Fahrer Pascal Wehrlein kämpft in der Formel E um den Titel.Bild: IMAGO images/PanoramiC
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Formel E: Ex-F1-Star Pascal Wehrlein kontert Kritik an Rennserie

12.05.2024, 15:04
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Während in der Formel 1 Max Verstappen seit drei Jahren von Sieg zu Sieg eilt, ist die Meisterschaft in der Formel E auch 2024 spannend wie eh und je. Mittendrin im Kampf um die Weltmeisterschaft der vollelektrischen F1-Schwester: der deutsche Rennfahrer Pascal Wehrlein.

Der 29-Jährige, der 2016 und 2017 in der Formel 1 an den Start gegangen ist, ist als WM-Führender nach Berlin gereist, wo die Formel E am Wochenende ihre Saisonrennen 9 und 10 ausgetragen hat.

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In der ersten Saisonhälfte war Pascal Wehrlein (Porsche) der beste Fahrer in der Formel E.Bild: IMAGO images/Andreas Beil

Im Interview mit watson spricht der Porsche-Fahrer über die Vorzüge der Formel E, resümiert, wie sich die Rennserie in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens entwickelt hat und entkräftet eines der beliebtesten Argumente gegen die E-Series.

watson: Schon in der vergangenen Saison bist du als WM-Führender zu den Berlin-Rennen gekommen. Letztendlich hat es aber nicht geklappt mit dem Titel. Was stimmt dich positiv, dass es dieses Jahr besser wird?

Pascal Wehrlein: Wir sind dieses Jahr in einer viel besseren Position als letztes, wo wir vor allem stark in den Rennen, aber nicht im Qualifying, waren. Dann haben wir es zwar oftmals im Rennen noch umbiegen können. Wenn man aber direkt schon von weiter vorne startet, sind die Rennen einfacher. Man vermeidet das ganze Chaos, was sich oft im Mittelfeld entfaltet. Wegen unserer Quali-Stärke bin ich in diesem Jahr optimistischer als letztes.

Was hast du persönlich aus dem vergangenen Jahr mitgenommen?

In der letzten Saison ist in der Formel E eine neue Fahrzeug-Generation eingeführt worden. Der Fortschritt, den wir während des Jahres und auch über den Winter gemacht haben, war wirklich groß. Natürlich lernt man aber weiterhin von Rennen zu Rennen dazu. Man sieht Dinge bei der Konkurrenz, die man dann auch einfach mal versucht. Das ist ein Prozess, der nie aufhört.

Du fährst jetzt seit über fünf Jahren Formel E. Was ist es, was dich an der Rennserie begeistert?

Die Stadtkurse und die Konkurrenzfähigkeit zwischen den Teams und den Fahrern. Es gibt hier wirklich 15 Fahrer, die die Chance haben, Rennen zu gewinnen. Allein in den ersten acht Rennen haben die Fans sieben verschiedene Sieger gesehen. Es ist als Fahrer immer eine besondere Challenge, das Maximale aus dem Wochenende herauszuholen. Und wenn man es dann schafft, ist es ein sehr cooles Gefühl – weil man weiß, dass die Autos alle sehr eng zusammen sind.

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In der Formel E sehen immer mehr Fans eine nachhaltigere und spannendere Alternative zur Formel 1.Bild: IMAGO images/Andreas Beil

Die Formel E gibt es jetzt seit zehn Jahren und jede Saison wird weiter an ihr gefeilt. Wie bewertest du die Entwicklung der Rennserie?

Die Entwicklung der Autos von der ersten Generation bis jetzt zu sehen, ist sehr spannend. Am Anfang mussten die Fahrer während der Rennen noch Autos tauschen, weil die Batterien nicht über die volle Renndistanz gehalten haben. Mit der zweiten Generation kam dann ein richtiger Sprung in Sachen Geschwindigkeit. Jetzt, mit der dritten Generation, sind die Autos nochmal deutlich schneller und effizienter geworden. Und man darf nicht vergessen, dass die Rennserie noch immer relativ jung ist und noch so viel Potenzial in der Technologie steckt.

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Viele Motorsport-Fans identifizieren sich immer noch als "Petrolheads". Sie wollen das Benzin riechen, den Motor röhren hören. Mit welchen Argumenten würdest du versuchen, "Petrolheads" von der Formel E zu überzeugen?

Ich bin in meiner Karriere DTM und Formel 1 gefahren und natürlich liebe auch ich den Geruch von Benzin und den Lärm der Motoren. Aber die Welt entwickelt sich weiter und auch im Straßenverkehr ist Elektrifizierung die Zukunft. Und nur weil man ein "Petrolhead" ist, heißt das nicht, dass man Elektromobilität nicht mögen muss. Mir persönlich gefällt beides gut. Die Beschleunigung in der Formel E ist beeindruckend, die Autos fühlen sich großartig an und auch das Konzept mit den Stadtkursen ist toll, sowohl für die Fans als auch für uns Fahrer.

Stadtkurse, einheitliche Chassis, Attack Mode – wenn du ein Element der Formel E in die Formel 1 übertragen könntest, welches wäre das?

Schwer zu sagen, es sind ja ganz unterschiedliche Rennserien. Die Chancengleichheit, die in der Formel E zwischen den Teams herrscht, würde der Formel 1 aber definitiv gut zu Gesicht stehen. Durch welche Maßnahmen auch immer man das erreicht.

Die Zuschauerzahlen der Formel E steigen von Jahr zu Jahr. Bei den 16 Rennen der Saison 2023 haben mehr als 225 Millionen Zuschauer:innen eingeschaltet. Wie nimmst du als Fahrer die wachsende Aufmerksamkeit wahr?

Wir sind mittlerweile an vielen Orten immer ausverkauft. Es ist schon auffallend und sehr positiv, dass das Interesse immer größer wird, sogar wenn wir an neue Orte gehen. Das Premierenrennen in Tokio dieses Jahr war ein Riesenhighlight für uns und ebenfalls sofort ausverkauft. Die Formel E hätte dort noch deutlich mehr Tickets verkaufen können. Es macht natürlich auch als Fahrer Spaß, wenn man den Enthusiasmus der Zuschauer spürt.

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