Eigentlich eine übliche Szene: Wide Receiver Mike Evans wird getackelt und alle mischen mit. Nur: Hier war gar kein Ball involviert.
Eigentlich eine übliche Szene: Wide Receiver Mike Evans wird getackelt und alle mischen mit. Nur: Hier war gar kein Ball involviert.Bild: www.imago-images.de / USA TODAY Network

Massenschlägerei in der NFL: Tom Brady rastet aus und profitiert von Platzverweis

19.09.2022, 11:2919.09.2022, 12:15
Philipp Kay Köppen
Philipp Kay Köppen
Folgen

Beim letzten Aufeinandertreffen zwischen Tampa Bay und ihren Division-Rivals aus New Orleans im Dezember mussten die Buccs einen "Shutout" hinnehmen. Heißt: Die Mannschaft um NFL-Legende Tom Brady verlor punktlos. Es war das erste Mal in seiner Karriere, dass ihm das passierte.

Beim erneuten Aufeinandertreffen am zweiten Spieltag der aktuellen Saison drohte sich die Blamage zu wiederholen. Bis zur Pause stand es 3:0 für die Saints, Tom Brady war sichtlich angefressen.

Brady schmettert Tablet durch die Coaching-Zone

Durch den ein oder anderen "Underthrow" (einem deutlich zu kurzen Pass) hatte Brady selbst seinen Anteil daran, dass es nicht so lief. Doch selbst wenn er seine Passempfänger mustergültig bediente, ließen die die Bälle fallen. Das trieb Brady zur Weißglut: Zwischen zwei Angriffen seiner Offensive war er an der Seitenlinie zu sehen, wie er wutentbrannt ein Tablet durch die Coaching-Zone schmettert.

Seine Frustration war wohl auch für den Gegner offensichtlich: Beim Stand von 3:3 gegen Anfang des vierten Viertels – nach einem erneut erfolglosen Passversuch von Brady – warf Saints-Verteidiger Marshon Lattimore ihm im Vorbeigehen ein Paar spöttische Worte zu. Brady war sichtlich erbost, ging dem Cornerback schimpfend nach.

Wilde Schlägerei: "Gentleman" Brady hält sich raus und profitiert

Bei dem zunächst noch zurückhaltenden Handgemenge ließ er sich jedoch durch seinen Running-Back Leonard Fournette vertreten. Dann kam plötzlich Buccs Receiver Mike Evans angerannt, tackelte Lattimore aus vollem Lauf zu Boden (zwischen Spielzügen wohlgemerkt) und los ging die wilde Schlägerei.

Scheinbar sämtliche Spieler auf dem Feld mischten mit, sprangen alle auf einen Haufen und prügelten aufeinender ein. Bis auf Brady: Der "Gentleman" hielt sich fein abseits des Gefechts und guckte zu, wie die Schiedsrichter mehrere Minuten brauchten, um das Menschenknäuel wieder zu lösen.

Kurz darauf wurden Lattimore und Evans "disqualifiziert", also des Feldes verwiesen. Damit waren sowohl der beste Passempfänger der Bucs als auch der beste Manndecker der Saints aus dem Spiel. Beide Teams waren nun gezwungen, auf No-Name-Alternativen zu setzen.

So konnte Brady aufdrehen: Sobald er den Ball wiederbekam, zielte er auf den rechten Flügel, wo ihm bis dato Lattimore die Grenzen aufgezeigt hatte. In den verbleibenden zwölf Spielminuten führte Brady seine Offensive so zu einem Touchdown und einem Fieldgoal. Seine Defensive legte nach einer Interception noch einen Touchdown nach und das Spiel war entschieden.

Am Ende gewannen die Buccs mit 20:10. Mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen führt die Mannschaft aus Florida dadurch schon früh in der Saison die NFC South an.

(kpk)

Themen
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Uli Hoeneß legt nach Wut-Anruf wegen Katar-WM nach: "Scheinheilige Diskussionen"

Mit seinem Anruf in der Fußballsendung "Doppelpass" hat Uli Hoeneß am Sonntag für mächtig Wirbel gesorgt. Der frühere Präsident des FC Bayern störte sich derart an der TV-Diskussion über die anstehende Weltmeisterschaft in Katar, dass er zum Hörer griff und das Turnier mit kontroversen Argumenten rechtfertigte.

Zur Story