Fußball-Profi Jérôme Boateng (r.) mit seinem bisherigen Anwalt Kai Walden.
Fußball-Profi Jérôme Boateng (r.) mit seinem bisherigen Anwalt Kai Walden.
Bild: dpa / Peter Kneffel

Boateng geht nach 1,8-Millionen-Urteil in Berufung

16.09.2021, 18:46

Es waren nervenaufreibende Stunden, die der ehemalige Nationalspieler Jérôme Boateng in der vergangenen Woche vor Gericht durchlebte. Eigentlich hatte der 33-Jährige mit einem kurzen Verfahren gerechnet, der Rückflug nach Hamburg war laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung schon gebucht. Dann aber zog sich der Prozess in die Länge — seine ehemalige Lebensgefährtin, die ihm tätliche Angriffe vorwarf, sagte mehrfach ausführlich aus.

Am Ende wurde Boateng wegen eines Faustschlags zu 1,8 Millionen Euro Strafe verurteilt. Die Höhe der Strafe erklärt sich mit seinem Einkommen: Es wurden 60 Tagessätze à 30.000 Euro angesetzt. Ein Richterspruch, den der Fußballprofi nicht auf sich sitzen lassen will: Auf Anfrage erklärte das Amtsgericht München nun, Boatengs neuer Anwalt habe Berufung eingelegt. Das berichtete die "Bild"-Zeitung am Donnerstag.

Das Urteil gegen Boateng bleibt unter der Vorstrafengrenze

Während eines gemeinsamen Karibik-Urlaubs 2018 soll das damalige Paar in Streit geraten sein. Zunächst sei es nur bei einer verbalen Auseinandersetzung geblieben, Beleidigungen seien gefallen. Danach habe der Fußballer seine Ex-Freundin laut Anklage geschlagen, gebissen und zu Boden geschleudert.

Zwar bestätigte ein Mediziner die Stichhaltigkeit dieser Version. Verurteilt wurde Boateng am Ende nur wegen eines Schlages. Das Urteil bleib unter der Vorstrafengrenze. Das ehemalige Paar lebte seit 2007 in einer "On-Off-Beziehung", 2019 kam es zur endgültigen Trennung. Seit 2015 streiten die Ex-Partner vor dem Familiengericht um das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre gemeinsamen Kinder.

(mnd)

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