Helene Fischer, hier beim Echo 2018, lässt mit ihrem neuen Album auf sich warten.
Helene Fischer, hier beim Echo 2018, lässt mit ihrem neuen Album auf sich warten.Bild: Getty Images Europe / Andreas Rentz
Exklusiv

Gerüchte um Helene-Fischer-Album – Insider: So entstehen Songs, das verdienen Künstler

01.07.2020, 06:2702.07.2020, 11:31

Mehr als drei Jahre liegt die Veröffentlichung von Helene Fischers aktuellstem Studioalbum zurück, ihr Live-Album zur Stadion-Tour war im August 2019 erschienen. Beide Scheiben schossen auf Platz Eins, "Helene Fischer" wurde mit fünffach Platin ausgezeichnet und hielt sich sage und schreibe 126 Wochen in den deutschen Charts. Eine Hausnummer, die es demnächst zu knacken gilt. Denn wie seit Monaten von Brancheninsidern gemutmaßt wird, soll die Schlager-Königin an einem neuen Album arbeiten. Dem Portal "Schlager.de" sollen sogar konkrete Beweise für ihre Pläne vorliegen, von der Suche nach neuen Songs ist die Rede.

Die Fans von La Helene dürften sich, sollte es denn tatsächlich so weit kommen, über die News mehr als freuen. Denn in den vergangenen Monaten hatte sich Deutschlands derzeit gefragtester Schlager-Star rar gemacht. Zuletzt hatte sie sich im Frühjahr an ihre Anhänger gewandt, als sie Corona-bedingt zwei Konzerte absagen musste. Seitdem: atemlose Stille. Sollte Fischer also noch in diesem Jahr ein Album liefern, kann man sich sicher sein, dass es sehnlichster denn je erwartet wird. Doch wie ist der Weg dorthin?

Plattenfirmen greifen auf Vertraute zurück

Ein Musikbranchen-Insider, der bis vor wenigen Jahren selbst für Helenes Plattenfirma tätig war, berichtet watson, wie es im Song-Business zugeht. So sei eine große Rundmail, in der konkret nach neuen Tracks für ein Album gefragt wird und von der "Schlager.de" berichtet, nicht weiter ungewöhnlich. Aber, so der Experte:

"Je berühmter ein Künstler ist, desto eher wird bei der Songauswahl zuerst auf den 'Inner Circle' zurückgegriffen."

Heißt: Soll ein neues Album aus Liedern zusammengestellt werden, die Helene (wie mit wenigen Ausnahmen in der Vergangenheit) nicht selbst schreibt, sondern schreiben lässt, tritt man zunächst an Kollegen aus der Branche heran, mit der das Team auch in der Vergangenheit beste Erfahrungen gemacht hat. Der Insider: "Helene greift auf Vertraute zurück".

Dies bestätigte auch Sängerin und Songwriterin Elżbieta Steinmetz alias Ela watson in einem Interview. Der ehemalige ESC-Star, der an Fischers Song "Ich wollte mich nie mehr verlieben" beteiligt war, erklärte zum Songfindungsprozess ihrer Auftragsgeber: "Manchmal fragt das Management eines Künstlers an, manchmal der Musikverlag." So oder so sei Helene eine "krasse und sehr talentierte Frau", die "genau weiß, was sie will".

Bei Helene bringen auch die reinen Albenverkäufe Geld

Gerade bei einem Mega-Star wie Helene Fischer sei es entscheidend, dass möglichst wenig über das Album vorab an die Öffentlichkeit gelangt, erklärt der Musikexperte weiter. Die Fans sollen nicht nur überrascht werden, Geheimniskrämerei weckt schließlich auch Begehrlichkeiten und kurbelt den Verkauf an.

"Je weniger Menschen bei einem Helene-Fischer-Album involviert sind, desto besser. Denn irgendwer verplappert sich immer."

Auch, wenn viele Künstler ihren größten Verdienst heute aus Ticketverkäufen für Konzerte schlagen würden, sei das Album für Helene Fischer enorm wichtig. Der Insider: "Album und Tour gehen Hand in Hand. Bei einer Branchengröße wie Helene bringen aber auch die reinen Albenverkäufe Geld." Denn während Durchschnitts-Stars in Deutschland mit einer Platte nur einen geringen fünfstelligen oder sogar vierstelligen Betrag machen würden, läppern sich bei Fischer die Abverkaufszahlen.

Nur 11 Prozent des Plattenerlöses bleiben beim Künstler

Eine Auswertung des Bundesverbands Musikindustrie von 2011 hatte ergeben, dass ein Künstler an einer CD nur rund 11 Prozent des Erlöses verdient. Kostet ein Album also 15,90 Euro, bekommt der Künstler lediglich 1,58 Euro davon ab. Der Rest geht an den Handel, ans Label, wird für Vertrieb, Marketing oder Gema benötigt.

Noch einmal zur Größenordnung: "Helene Fischer" wurde allein in Deutschland mit fünffach Platin ausgezeichnet und muss sich somit mindestens eine Million mal verkauft haben. Sollte die oben genannte Zahl auch für Helene gelten, hätte sie somit allein mit ihrem aktuellsten Album mindestens 1,58 Millionen Euro verdient – wenn sie nicht eine Sonderregelung mit ihrem Label hat. Noch nicht einberechnet sind Streaming-Anbieter wie Spotify.

Der Insider setzt die Gage für Fischer sogar höher an, da sie als Mega-Star "viel Verhandlungsspielraum" habe.

Abschließend erklärt er zu den mutmaßlichen Alben-Plänen: "Helene ist eine gefragte Künstlerin, mit der sich gutes Geld verdienen lässt. Nur sollte ihr bewusst sein, dass sie ihre Fans nicht zu lange zappeln lassen darf. Dann können sie schnell enttäuscht oder ungemütlich werden."

(ab)

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