LOS ANGELES, CALIFORNIA - SEPTEMBER 22: Jameela Jamil walks the red carpet during the 71st Annual Primetime Emmy Awards on September 22, 2019 in Los Angeles, California. (Photo by Rich Polk/Getty Imag ...
Jameela Jamil mischt "She-Hulk" als Schurkin Titania auf.Bild: Getty Images North America / Rich Polk
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"She-Hulk"-Star Jameela Jamil gesteht: "Ich finde es sehr peinlich, sexy zu sein"

16.09.2022, 15:3416.09.2022, 16:33

Die neue Disney+-Serie "She-Hulk" erzählt die Geschichte von Jennifer Walters (Tatiana Maslany), die eigentlich nur Anwältin sein will, durch einen Unfall aber besondere Fähigkeiten erlangt hat, mit denen sie hadert. Ihre extrovertierte Gegenspielerin Titania hat ihren ersten Auftritt am Ende der ersten Episode und macht sich dann erst einmal rar, nur um in Folge vier mit einem Paukenschlag zurückzukehren.

Verkörpert wird die Schurkin von Jameela Jamil, der mit "The Good Place" der Durchbruch als Schauspielerin gelang. Die 36-Jährige hat sich schon in vielen verschiedenen Berufszweigen ausprobiert und auch als Aktivistin auf sich aufmerksam gemacht. In hohem Maße nutzt sie dafür soziale Medien.

Im Interview mit watson erklärt die Schauspielerin, warum sich "She-Hulk" von allen anderen aktuellen Serien abhebt – und verrät, was sie vor der Kamera nie tun würde.

watson: Hast du dich schon vor deiner "She-Hulk"-Rolle mit Marvel beschäftigt?

Jameela Jamil: Oh ja, ich bin ein großer Fan! Unsere brillante Regisseurin Kat Coiro hat mich im Vorhinein allerdings angelogen. Sie sagte mir, ich würde nur einen Cameo-Auftritt haben und direkt wieder raus sein. Es sei keine große Sache, die Produktion würde mich nur für ein paar Wochen beanspruchen. Also sagte ich zu und unterschrieb den Vertrag, ohne zu wissen, wen ich spiele. Mir war nicht klar, dass ich in die Rolle einer sehr gewalttätigen Frau schlüpfen würde.

War das letztlich ein Vorteil oder ein Nachteil für dich?

Als ich in Atlanta ankam, meinte die Regisseurin plötzlich: "Du bleibst für sechs Monate und spielst Titania" – meine Lieblingsfigur! Ich glaube, ich hätte das Vorsprechen vermasselt, hätte ich gewusst, dass ich einen Charakter spiele, den ich so sehr mag. Ich bin daher froh, dass ich nicht vorher Bescheid wusste.

Wie hast du dich dann auf die große Aufgabe vorbereitet?

Ich habe für die Rolle Ju Jutsu und Kickboxen gelernt und auch, wie man kämpft, während man an einem Kabel in der Luft hängt. Es war die beste Erfahrung meiner Karriere bislang.

"Ich finde es sehr peinlich, sexy zu sein – denn ich bin nicht gut darin."
Jameela Jamil durfte an ihrer Figur Titania mitarbeiten.
Jameela Jamil durfte an ihrer Figur Titania mitarbeiten.Bild: Disney+

Du hast für "She-Hulk" sogar Stunts gedreht. Kannst du dir vorstellen, das in Zukunft zu wiederholen?

Ja, ich würde es immer wieder tun. Ich hätte nicht geglaubt, wie positiv sich das Training auch auf meine mentale Gesundheit ausgewirkt hat. Dabei geht es nicht nur um die eigentliche körperliche Betätigung, sondern auch darum, wie unsicher man sich als Frau überall fühlt. Das Kampftraining – ich habe auch gegen Männer gekämpft – hat die Art und Weise verändert, wie ich durch die Welt gehe. Ich sehe meinen Körper jetzt anders und habe das Gefühl, mich selbst beschützen zu können. Ich kann jeder Frau nur empfehlen, einen Selbstverteidigungskurs zu belegen.

Gibt es vor der Kamera auch Tabus für dich? Was würdest du nicht tun?

Meine Brüste will ich nicht zeigen, da ziehe ich die Grenze. Ein tiefer Ausschnitt ist für mich noch in Ordnung, aber ich möchte vor der Kamera nicht nackt sein. Ich finde es auch sehr peinlich, sexy zu sein – denn ich bin nicht gut darin. Das gilt aber nur für mich, viele andere können das super. Sexy und nackt sein entspricht meiner Vorstellung von der Hölle. "She-Hulk" ist ja aber auch kein Marvel-Porno – zum Glück für mich, denn ich wusste ja nicht, wofür ich unterschreibe! (lacht)

An "She-Hulk" gibt es allerdings auch Kritik. Viele Fans stören sich zum Beispiel an den angeblich schlecht gemachten Computereffekten...

Die Meinungen sind ja ganz unterschiedlich, es gibt auch Fans, die sagen, dass es richtig gut aussieht. Ich persönlich finde, die Serie sieht großartig aus, man ist der Comic-Vorlage treu geblieben. Das CGI-Team hat sehr hart gearbeitet und am Ende einen tollen Job gemacht. Der Kampf zwischen She-Hulk und Hulk ist zum Beispiel einfach atemberaubend. Ich kann hier nur Lob aussprechen.

Wie ist denn generell dein Verhältnis zu den Marvel-Fans? Leider hat die Community ja auch eine toxische Seite.

Das ist einfach ein typisches Internet-Phänomen: Eine laute Minderheit repräsentiert auf falsche Weise die Mehrheit. Ich war als Marvel-Fan auf der Comic Con und habe die Fans dort als sehr leidenschaftlich und warmherzig erlebt. Alle, zu denen ich persönlichen Kontakt hatte, waren super freundlich. Die hasserfülltesten Menschen missbrauchen dieses Fandom und werfen ein schlechtes Licht auf die anderen. So ist es oft aber auch innerhalb politischer Bewegungen oder anderer Fan-Gemeinden.

"Dass Titania She-Hulk 'Shrek' nennt, geht auf mich zurück. Ich habe den Eindruck, dass das im Netz ganz gut ankommt."

Hattest du auch Mitspracherecht bei der Entwicklung deiner Figur Titania?

Ja, das hatte ich zu einem gewissen Grad. Jessica Gao [Hauptautorin bei "She-Hulk", Anm. d. Red.] hat Titania aber wirklich neu erfunden. Die Serie zeigt eine Version der Figur, die so in den Comics nicht zu sehen war. Dadurch, dass Titania jetzt eine Social-Media-Influencerin ist, passt sie perfekt ins Jahr 2022. Ich bekam dann die Erlaubnis, den Charakter nerviger und hasserfüllter zu machen. Ich fand die Idee sehr lustig, ihr den kalifornischen Valley-Girl-Akzent zu geben. Wir haben bis jetzt nicht wirklich einen gewalttätigen Schurken gesehen, der so spricht. Ich wollte eine Figur, die dich entweder zu Tode schlägt oder dich zu Tode ärgert und schätze, das ist mir gelungen.

Durftest du am Set improvisieren?

Ja. Dass Titania She-Hulk "Shrek" nennt, geht auf mich zurück. Ich habe den Eindruck, dass das im Netz ganz gut ankommt. (lacht) Ich bin sehr froh, dass es den Fans gefällt!

Ein lustiger Moment war auch der Cameo-Auftritt von Megan Thee Stallion in der dritten Episode. Wie kam der zustande?

Megan und ich sind auch zusammen in der Show "Legendary". Daher wusste ich, dass sie fantastisch in "She-Hulk" sein würde. Als ich erfuhr, dass Marvel auf der Suche nach einem explosiven Star-Auftritt ist, fragte ich Megan, und sie sagte zu. Sie ist nämlich auch ein riesiger Marvel-Fan! Und auch bei Marvel war man sofort begeistert, es war Liebe auf den ersten Blick.

Welchen Promi hättest du noch gerne in der Serie, wenn du freie Wahl hättest?

Für das "She-Hulk"-Franchise wäre es großartig, Beyoncé zu gewinnen! Viele Künstler, die in Musikvideos und auf der Bühne eine gute Figur abgeben, sind oft auch tolle Schauspieler. Gerade auf Beyoncé trifft das zu. Ich fände es aber auch großartig, wenn mein Charakter einmal auf Deadpool oder Loki treffen würde.

Du bist nicht nur Schauspielerin, sondern auch Aktivistin. Was ist aus deiner Sicht der feministischste Aspekt an "She-Hulk"?

Die Tatsache, dass "She-Hulk" nicht perfekt ist. Man sieht hier eine Frau, die auch mal scheitern darf und es nicht immer allen recht machen muss. She-Hulk ist auch egoistisch und ängstlich, sie macht Fehler – dann rafft sie sich aber wieder auf und macht es besser. Das ist sehr erfrischend. Frauen werden zu oft entweder dämonisiert oder zu Heiligen erhoben. Wir müssen aber in der Mitte ankommen, um einen realistischen Boden für Frauen zu schaffen. Frauen sind nicht perfekt und müssen es auch nicht sein, genau wie Männer. Beide sollten die gleichen Chancen haben, zu wachsen.

This image released by Disney+ shows Tatiana Maslany in a scene from "She-Hulk: Attorney at Law," premiering Thursday. (Disney+ via AP)
Für Jameela Jamil ist She-Hulk eine feministische Figur.Bild: Disney+

Mit "House of the Dragon" und "Die Ringe der Macht" hat die Serie gerade große Konkurrenz. Was zeichnet "She-Hulk" im Vergleich aus?

"She-Hulk" spielt in einer eigenen Liga. Die Serie ist anders als alles, was sonst gerade im Fernsehen läuft, und auch anders als alles Bisherige im MCU. Sie ist vor allem lustiger. In der aktuellen Situation ist es wichtig, dass die Leute lachen – wichtiger als je zuvor. "She-Hulk" ist eine Serie für alle. Viele schreiben mir und erzählen, dass sie die Show mit ihrer Großmutter oder ihren Töchtern oder ihrem Vater schauen. Ich habe das Gefühl, "She-Hulk" ist die Serie, die die Welt gerade braucht.

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