Unterhaltung
Jana Heinisch und Heidi Klum

Jana Heinisch nahm an der neunten Staffel von "GNTM" teil und hat eine klare Meinung zu Heidi Klum. Bild: watson Monateg: imago/Future Image; imago images / Runway Manhattan

Interview

Ex-"GNTM"-Kandidatin Jana Heinisch: Heidi Klum ist nicht "die Übermodelmama"

Vor mehr als sechs Jahren nahm die Bremerin Jana Heinisch an "Germany's next Topmodel" teil. Damals flog sie kurz vor den Top Ten aus der Castingshow. Ihre Teilnahme bereut sie nicht, auch wenn sie der TV-Produktion heute kritisch gegenübersteht. Und auch zu Heidi Klum hat sie eine ganz klare Meinung.

Jana, was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an deine "Germany's next Topmodel"-Teilnahme zurückdenkst?

Jana Heinisch: Die ganzen Mädels, alle tollen Erfahrungen, die ich mit den Mädels hatte. Ich fühle mich dann direkt zurückversetzt in die Zeit in der Modelvilla in LA. Es war eine riesige Weiber-WG.

Du hast also durchaus positive Erinnerungen an deine Zeit?

Ja, wenn mich jemand danach fragt, wie es damals war, kommen mir auf jeden Fall als erstes immer positive Assoziationen in den Kopf.

"Heidi Klum hat das Mädel einfach stehengelassen"

Wie war denn damals bei "GNTM" vor Ort der Kontakt zu Heidi Klum?

Der war sehr rar. Sie hatte bei uns damals, glaube ich, 30 feste Drehtage für die komplette Staffel. Man hat sie etwa ein- bis zweimal die Woche gesehen. Es ging immer nur um den Dreh. Ich erinnere mich an eine Situation bei unserer ersten Station in Singapur. Dort ist das erste oder zweite Mädel rausgeflogen und zu Heidi gegangen, um nach dem Grund zu fragen. Da war der Kameramann aber schon weg.

Heidi Klum attends the 28th Annual Elton John AIDS Foundation Academy Awards Viewing Party in West Hollywood, California, U.S. February 9, 2020.  REUTERS/David McNew

Heidi Klum sei nicht die "Übermodelmama", sagt Jana Heinisch. Bild: reuters

Und wie hat Heidi damals in der Situation reagiert?

Heidi schaute einfach nur von ihrem Handy hoch, drehte sich nach links und rechts und sagte ‚sorry, keine Kamera‘ und schaute wieder auf ihr Handy. Sie hat das Mädel einfach stehengelassen.

Das klingt hart.

Es wird kein Ton abgegeben, wenn er nicht später irgendwie benutzt werden könnte. Das war schon eine Situation, die für uns alle krass war und wo wir dachten: Die Übermodelmama ist sie nun doch nicht. Möglicherweise war das die Schlüsselsituation, warum wir Mädels so ein krasses Team waren. Allerdings muss man auch bedenken: Das ist für Heidi Klum auch einfach ein Job.

Sie weiß genau, was sie sagen muss. Sie ist ja Profi durch und durch. Wäre ich sie, kann ich nicht mal versprechen, dass ich es nicht genauso machen würde.

Gab es nach der Show nie die Möglichkeit, mit Heidi in Kontakt zu treten?

Nee, denn das ist immer ein bisschen wie auf einer Bühne. Wenn dein Dreh vorbei ist, wirst du wieder Backstage geführt. Und unser Bereich hatte nichts mit dem von Heidi Klum zu tun. Das einzige, wo wir mal eine etwas privatere Situation hatten, war, als wir shoppen gehen sollten. Da ist Heidi mit uns im Auto mitgefahren. Das war aber nur, glaube ich, weil ihre Bodyguards mit ihrem Auto gerade nicht da waren. Ich weiß nicht mal, ob sie mich heute noch erkennen würde. Ich habe Thomas Hayo letztens auf der Fashion Week getroffen, der wusste noch, wer ich bin.

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Jana (r.) vor sechs Jahren am "GNTM"-Set. Bild: Screenshot ProSieben

Hast du Heidi Klum danach jemals wiedergetroffen?

Nein. Thomas und Wolfgang Joop ja, aber Heidi nicht.

Wie ging es für dich nach der Show beruflich weiter? Was machst du jetzt?

Vor sechseinhalb Jahren, als ich bei "GNTM" dabei war, war Instagram noch auf einem ganz anderen Stand. Wir hatten noch nicht mal verifizierte Profile. Dass man damit irgendwann Geld verdienen könnte – davon hatte ich lange keinen Plan. Als ich aber mit der Fliegerei angefangen bin, habe ich irgendwann die Kategorie "Flight Fact Friday" ins Leben gerufen und jeden Freitag ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert. Das hat so viele Leute auf meine Seite gezogen, weil jeder das Fliegen kennt, aber die wenigsten wissen, was hintenrum passiert.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ihr Lieben, eigentlich wollte ich diesen #FLIGHTFACTFRIDAY an letzte Woche anknüpfen, jedoch ist mir etwas so Dreistes passiert, dass dies nun Vorang hat. Wir waren auf dem Weg zurück nach Hause. Nach einem mittelschweren Medical und einem sehr langen Tag, waren wir kurz vor der Landung froh, einfach nochmal 3 Minuten sitzen zu können. Nach einer deutschen Ansage des englischen First Officers, klingelte mich aber ein Passagier, um die 55 Jahre, wie wild zu seiner Sitzreihe (by the way: das sind NOTRUFTKNÖPFE und keine Bestellbuttons 😂) Er beschwerte sich lauthals über die Ansage des FO. Man hätte kein Wort verstanden und das wäre ja wohl eine Frechheit gewesen. Als ich ihm erklären wollte, dass der First Officer kein Deutsch Muttersprachler sei, fuhr er mir über den Mund. Ich solle jetzt still sein denn "..JETZT REDE ICH!.." Ich dachte schon Andreas von Frauentausch säße live und in Farbe vor mir. 🙄 Es sei ihm scheißegal, wo der Copilot herkomme, er hätte gefälligst Deutsch zu sprechen. (Aaalles klar, die offizielle Flugsprache ist Englisch, just saying 😂🙈). Ich war innerlich auf 180 und ich glaube es hat auch schon ordentlich aus meinem Kopf geraucht 😤😁 Ich sagte dem Mann, dass es in der Fliegerei darum gehe, Passagiere in den Urlaub zu bringen und wieder abzuholen und Deutsch dafür keine Voraussetzung sei, aber ich würde gerne mal dem Cockpit seine Kritik rückmelden. Ich also ab ins Cockpit und erstmal Dampf abgelassen, woraufhin der Kapitän mir sagte, ich sollte den Herren nach der Landung mal vorne rein schicken. So nach dem Motto, einmal einnorden. Ich bat ihn dann nach der Landung ins Cockpit und dachte mir, er würde nun vor dem Kapitän mit Sicherheit nicht so sprechen, wie mit mir und suuper freundlich sein. Pustekuchen - der Herr gab dem Kapitän die Hand, den First Officer würdigte er keines Blickes, drehte sich mit dem Rücken zu ihm und meckerte los, es gäbe in Deutschland doch sehr viele Weiterbildungsmöglichkeiten, da solle man den FO doch mal zum Sprachkurs hinschicken. (Wie gesagt, dieser saß genau daneben und ist mind. so alt wie der Passagier😂). Lasst mal hören: Was ist Eure krasseste Stories von Kunden auf der Arbeit?

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Und dann?

Daraufhin habe ich angefangen, Instagram aktiver zu betreiben und mir mehr Gedanken zu meinen Posts zu machen. Relativ schnell hatte ich 60.000 Follower zusammen und dann kam mein heutiges Management auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, das professioneller zu machen. Zeitgleich kam auch "Travelbook" auf mich zu, für die ich dann eine Kolumne geschrieben habe. Das ging Hand in Hand in eins über. Meinen ersten Werbe-Deal für Instagram hatte ich mit "About You", was witzig ist, weil der Gründer früher bei ProSieben war.

Als Anfang des Jahres die Airline, für die ich tätig war, in die Insolvenz gegangen ist, kam die Frage auf: Was machst du jetzt? Fliegst du weiter? Gehst du zurück zur Uni?

Und wie hast du dich entschieden?

Zwei Monate lang habe ich noch Insolvenzgehalt bekommen und währenddessen geschaut, wie es mit der Selbstständigkeit funktioniert. Mein Manager meinte direkt, dass er glaubt, dass ich viel mehr aus mir rausholen könnte, als mir bewusst war. Jetzt bin ich quasi seit einem Jahr komplett selbstständig.

"Nur Instagram ist mir persönlich zu wenig"

Würdest du sagen, du bist jetzt Content Creator und Model?

Ich verdiene mein Geld durch Werbung, ja. Dann haben wir noch unseren Podcast, für den wir nun auch unseren ersten Werbepartner gewinnen konnten. Mein Ziel für dieses Jahr ist noch meine Kolumne, da ich in diese Richtung gerne wieder mehr machen würde. Nur Instagram ist mir persönlich zu wenig, das fordert mich nicht in dem Maße – auch nicht kreativ.

Vermisst du das Fliegen?

Ja, sehr! Ein Flugschein ist ja auch angedacht für dieses Jahr. Es ist zwar etwas ganz anderes als Stewardess, aber immerhin bewegst du dich durch die Luft. Ich würde es aber auch nicht ausschließen, irgendwann noch mal als Flugbegleiterin zu arbeiten.

Verfolgst du "GNTM" heute noch?

Ja, ich schaue es immer noch nebenbei. Spätestens ab den letzten vier Folgen schalte ich bewusst ein. Wobei ich letztes Jahr das Finale nicht gesehen habe und auch froh darüber war. Als ich mir die Aufzeichnung angeschaut habe, habe ich mich zum ersten Mal geschämt, dass auch ich mal Teil dieser Schmiede war. Das war schon recht peinlich, was dort passiert war.

"In erster Linie ist es ein Unterhaltungsformat, das als Überthema Modeln hat. Es geht aber nicht darum, Models zu entdecken oder zu fördern oder aus den Mädchen Models zu machen"

Hast du das Gefühl, dass "GNTM" mittlerweile vor allem dafür da ist, um Influencer hervorzubringen oder dreht es sich noch um Models?

Weder noch. Ich glaube nicht, dass die Sendung dafür da ist, Influencer zu gebären. Dann könnte man ja auch eine neue eigene Sendung dazu machen. Aber natürlich ist es eine Möglichkeit, die viele für sich entdeckt haben. Mittlerweile gehen ja viele ganz offen damit um, dass sie vor allem dabei sind, um Reichweite zu generieren. Was ja auch ok ist.

Aber in erster Linie ist es ein Unterhaltungsformat, das als Überthema Modeln hat. Es geht aber nicht darum, Models zu entdecken oder zu fördern oder aus den Mädchen Models zu machen.

Sondern?

Wenn du zu "Topmodel" gehst, dann bist du entweder vorher schon ein Model oder du bist es nicht. Wenn du vorher kein Model warst, wirst du es nach deiner Teilnahme auch nicht sein.

Du modelst aber auch noch?

Ich war erst bei einer großen Modelagentur, wo ich aber schnell gemerkt habe, dass die klassische Laufstegkarriere definitiv nicht meine sein wird. Es passte von der Körperform nicht so. Was ja auch ok ist, es ist ja auch nur ein Job, für den man bestimmte Voraussetzungen haben muss, die ich eben nicht erfüllen konnte. Dann bin ich in eine kleine Agentur gewechselt, die sehr viel Werbekunden gemacht hat – Onlineshops, Kataloge. Aber mittlerweile ist es tatsächlich so, dass sich Social Media einfach viel mehr lohnt. Da stellt man sich natürlich die Frage, stelle ich mich jetzt 18 Stunden in ein Studio und shoote etwas, oder lade ich eine Insta-Story hoch. Das ist dann das, wo es unattraktiv wird. Gleiches gilt für die Fashion Week.

Inwiefern?

Die Mädels werden da teilweise mit 100 Euro bezahlt – wenn sie Glück haben. Oder sie dürfen sich ein T-Shirt mitnehmen und der Designer sagt: "Du kannst froh sein, dass du für mich laufen durftest". Das macht es natürlich wahnsinnig unattraktiv. Ich überlege mir dreimal, wenn mich jemand für die Fashion Week anfragt. Denn es geht ein ganzer Tag dafür drauf. Das heißt, ich kann einen ganzen Tag lang keine anderen Kunden akquirieren und gehe am Ende mit einem Gehalt nach Hause, das eher einem Taschengeld entspricht. Auch im Bekanntenkreis habe ich schon oft gesagt, dass ich es total schade finde, weil ich gerne viel mehr in diesem Bereich machen würde. Aber es lohnt sich einfach nicht.

ProSieben zeigt die aktuelle Staffel "GNTM" immer donnerstags um 20.15 Uhr.

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