In "Squid Game" geht es zwar um Spiele – doch die sind nichts für Kinder.
In "Squid Game" geht es zwar um Spiele – doch die sind nichts für Kinder.
Bild: IMAGO / ZUMA Wire

Kinder spielen "Squid Game" nach – Schule muss durchgreifen

12.10.2021, 10:11

"Squid Game" ist die derzeit populärste Serie auf dem Streamingdienst Netflix und sogar auch schon zu einem globalen Phänomen geworden. In der südkoreanischen Thriller-Serie treten hunderte hochverschuldete Menschen in lebensgefährlichen Spielen gegeneinander an und kämpfen um ein Preisgeld in Millionenhöhe. Die Wettkämpfe, in denen die Frauen und Männer ihr Leben riskieren, sind makabererweise Kinderspielen nachempfunden.

"Rotes Licht, grünes Licht" auf dem Schulhof

Der Hype um die südkoreanische Serie geht offenbar auch nicht an Schulkindern vorbei. In der belgischen Stadt Erquelinnes nahe der französischen Grenze haben die Schüler ein Spiel aus "Squid Game" auf dem Schulhof nachgestellt. Dabei handelt es sich um das Spiel "Rotes Licht, grünes Licht". In der Serie wird das Spiel äußerst brutal gespielt: Eine riesige Roboterpuppe singt ein koreanisches Kinderlied und wenn sie aufhört zu singen, müssen alle Teilnehmer stehenbleiben. Wer sich noch bewegt, wird erschossen.

Die belgischen Schulkinder haben nun anscheinend ihren eigenen Twist in das Spiel eingebracht: Statt einfach nur disqualifiziert zu werden, wurden die Verlierer verprügelt. Aufgrund dieser gewalttätigen Spielweise griff die Schule nun ein und informierte die Eltern unter anderem mit einem Facebook-Post.

Die Schule würde "sehr aufmerksam" gegen Gewalt vorgehen und aufpassen, dass die Spielweise, bei der die Verlierer "Schläge bekommen", aufhört. Die Leitung der Schule zähle darauf, dass Eltern ihre Kinder zu diesem Thema sensibilisieren und mit ihnen darüber sprechen, welche Konsequenzen Gewalt erzeugen kann. In dem Post heißt es außerdem: "Es werden Sanktionen gegen Kinder verhängt, die dieses Spiel fortsetzen (andere Kinder schlagen)." Es sei jedoch offensichtlich, dass das Spiel "1-2-3- Soleil", wie "Rotes Licht, grünes Licht" in Belgien heißt, selbst nicht verboten werde.

Doch nicht nur in Belgien scheinen Kinder von der Serie beeinflusst: Wie der "Mirror" berichtet, hat auch eine Schule in London Briefe an die Eltern verschickt, in denen sie sie darum bittet, ihre Kinder nicht mehr "Squid Game" schauen zu lassen. Die Serie mit ihren vielen blutigen und gewalttätigen Szenen sei nicht altersgerecht für die Schüler. Netflix empfiehlt die Serie übrigens für Jugendliche ab 16 Jahren. Die englische Schule habe aufgrund der Popularität der Serie sogar extra Kurse eingerichtet, die Gewalt und auch Online-Übergriffe behandeln.

(si)

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