Prinz Harry spricht in seiner Doku mit Oprah Winfrey auch über seine eigenen psychischen Probleme.
Prinz Harry spricht in seiner Doku mit Oprah Winfrey auch über seine eigenen psychischen Probleme.Bild: dpa / Yui Mok

Oprah-Doku veröffentlicht: Einblicke in Harrys dunkles Seelenleben

21.05.2021, 13:56

Lange Zeit wurde kaum über psychische Probleme gesprochen, sie galten als Tabuthemen. Inzwischen ändert sich das etwas und auch Prinz Harry möchte offenbar dazu beitragen: Gemeinsam mit Oprah Winfrey behandelt er das Thema in der Doku-Reihe "The Me You Can't See". Ab dem 21. Mai sprechen Menschen dort über ihre Erfahrungen und Probleme. Und Prinz Harry macht den Anfang!

Ab 21. Mai zu sehen: The Me You Can't See.
Ab 21. Mai zu sehen: The Me You Can't See.bild: Apple tv

Er gibt Einblicke in sein Innerstes und berichtet unter anderem, wie sich der Tod seiner Mutter Prinzessin Diana auf ihn ausgewirkt hat. Seine Mutter starb im Jahr 1997 auf der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall in Paris, als Harry erst zwölf Jahre alt war. Über ihre Beerdigung, bei der er gemeinsam mit seinem Bruder William und weiteren Familienmitgliedern vor den Augen zehntausender Menschen kilometerweit hinter dem Sarg hinterhergehen musste, sagte er: "Es war, als hätte ich meinen Körper verlassen." Er habe nur ein Zehntel der Emotionen gezeigt, die alle anderen zeigten und gedacht: "Das war meine Mutter – ihr habt sie noch nicht einmal jemals getroffen."

Er gesteht, dass er den Verlust nur schwer verarbeiten konnte, spricht über die Belastung durch die Medien und die Dauerbelagerung durch Fotografen. Harry sagt, er habe teilweise zu Alkohol und Drogen gegriffen, um mit seinen Gefühlen fertig zu werden: "Ich war bereit zu trinken, ich war bereit, Drogen zu nehmen."

Alkohol und Drogen zur Flucht

Er habe an einem einzigen Freitag oder Samstag Alkohol für eine ganze Woche getrunken – "nicht, weil mir das Spaß gemacht hat, sondern weil ich versucht habe, etwas zu verbergen". Harry versuchte aus dem Alltag zu fliehen.

Die Zeit in der Armee habe ihm schließlich geholfen, wieder etwas auf die Beine zu kommen. Dort sei er einfach nur Soldat und nicht Prinz gewesen. "Die glücklichste Zeit meines Lebens waren diese zehn Jahre. Dort gab es keine Sonderbehandlung", bekundet er. Im vergangenen Jahr ist Harry aus der britischen Königsfamilie ausgetreten.

"Die meisten von uns tragen irgendeine Form von ungelöstem Trauma, Verlust oder Trauer mit sich, die sich sehr persönlich anfühlt – und es auch ist", wird der Royal in einer offiziellen Stellungnahme zitiert. Die Dokuserie solle zeigen, "dass in der Verletzlichkeit Kraft liege, in der Empathie Verbindung und in der Ehrlichkeit Stärke".

Das Format ist auf dem Streaming-Portal von Apple zu sehen. Auch um die langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche soll es in der Show gehen. Oprah Winfrey, Harry und Meghan hatten bereits im März mit einem Interview für Aufregung gesorgt: Das Paar sprach damals über Rassismus, Gefühle und Suizidgedanken.

(pas/ mit Material von dpa)

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