Ulreich Matthes gehört zu den prominentesten Namen der Schauspieler, die sich mit einem Manifest an ihre Branche wandten.
Ulreich Matthes gehört zu den prominentesten Namen der Schauspieler, die sich mit einem Manifest an ihre Branche wandten.
Bild: IMAGO / APress

Fast 200 Schauspielerinnen und Schauspieler setzen Zeichen mit zeitgleichem Coming-Out

04.02.2021, 21:3413.09.2021, 15:33

185 Schauspielerinnen und Schauspieler feiern im aktuellen "SZ-Magazin" ihr Coming-out als lesbisch, schwul, bisexuell, nicht-binär oder trans und fordern von ihrer Branche mehr Sichtbarkeit und mehr Anerkennung für LGBTIQ.

Bekannte deutsche Schauspieler wenden sich in Manifest an ihre Branche

Die aus Film, Fernsehen und Theater bekannten Künstlerinnen und Künstler – unter ihnen befinden sich unter anderem Ulrich Matthes, Mavie Hörbiger, die "Tatort"-Ermittlerin Karin Hanczewski und Mark Waschke – wenden sich zudem mit einem gemeinsam verfassten Manifest an ihre Branche und die Gesellschaft. Noch immer würden queere Schauspielerinnen und Schauspieler in der Kunst marginalisiert und im Leben diskriminiert.

Die Gruppe, die sich unter dem Stichwort #actout formiert hat, fordert daher sowohl mehr Anerkennung für ihre sexuelle Orientierung und ihre Geschlechtsidentität, aber auch mehr Sichtbarkeit von LGBTIQ in Film und Fernsehen, mehr diverse, ambivalente Rollen, kreativere, lebensnahe Drehbücher und mehr Phantasie bei der Besetzung.

Manifest: "Müssen nicht sein, was wir spielen"

Das "SZ-Magazin" hat mit sechs der Schauspielerinnen und Schauspieler ein ausführliches Interview geführt. Im Gespräch erzählen sie, wie sie von Castern, Redakteurinnen und Agenten oft gewarnt worden seien, ihre Sexualität nicht offen zu leben, weil sie als lesbische oder schwule Schauspieler für heterosexuelle Rollen nicht mehr infrage kämen. Die Angst vor dem Ende der Karriere sei immer noch groß. Auch gegen diese Entwertung ihrer Kunst wehrt sich die Gruppe aus mehr als 180 Künstlerinnen und Künstlern. Im gemeinsam formulierten Manifest heißt es: "Wir sind Schauspieler*innen. Wir müssen nicht sein, was wir spielen. Wir spielen, als wären wir es – das ist unser Beruf."

Karin Hanczewski, die im Dresdner "Tatort" regelmäßig als Kommissarin Karin Gorniak zu sehen ist, erklärt auch den Schritt der Gruppe, die sich seit über zwei Jahren formiert hat: "Ich hatte immer den utopischen Wunsch, dass es, wenn ich mich mal oute, eine politisch-gesellschaftliche Relevanz hat." Und weiter: "Und als wir plötzlich als Gruppe darüber sprachen, war klar, so könnten wir – also in der Gruppe, in der großen Gruppe – etwas verändern."

Aber auch neue Geschichten sind Teil ihrer Forderung. Auch weil die deutsche Film- und Fernsehbranche immer noch hetero-normativ, weiß und männlich geprägt ist – seien es auch die Rollen und Geschichten, die in ihr entstehen. Die Schauspielerin Eva Meckbach: "In den Medien sollte die Realität so divers, wie sie in Wahrheit ist, dargestellt werden. (..) Die Gesellschaft ist viel weiter und diverser, als die Entscheidungsträger*innen meinen."

(vdv/Agenturmeldung "SZ")

Zeitsprung in "Riverdale": Netflix-Fans entdecken immer mehr Fehler

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Bei "Reddit" gibt es demnach …

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