Sophia Thiel spricht nun offen darüber, wie sehr ihr Gewicht sie in der Vergangenheit belastete.
Sophia Thiel spricht nun offen darüber, wie sehr ihr Gewicht sie in der Vergangenheit belastete.Bild: Instagram/ Sophia Thiel

"Mein Körper war schon immer das, was am meisten kommentiert wurde": Sophia Thiel sagt, warum sie zunehmen musste

18.10.2021, 17:1819.10.2021, 15:46

Nachdem sich Sophia Thiel für fast zwei Jahre aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, startete sie im Februar ihr fulminantes Comeback. Als Grund für ihre Auszeit gab sie an: "Der Spagat zwischen Athletin, Fitness-Model, Online-Trainerin, Person des öffentlichen Lebens und Influencerin zehrte immer mehr an mir und meinen Energiereserven." Zudem müsse sie sehr diszipliniert sein, da sie nicht von Natur aus schlank sei.

Später sagte sie offen, warum der Rückzug für sie so wichtig gewesen sei. "Ich möchte kein Geheimnis mehr daraus machen. Ja, ich habe eine Essstörung. Ich bin mega stolz auf mich selbst, dass ich das heute so sagen kann. Es wird mir in Zukunft sehr wichtig sein, über das Thema Essstörung, aber auch Psychotherapie aufzuklären und die Hemmschwelle und die Berührungsängste davor zu nehmen", erklärte die Fitness-Bloggerin. Eine Therapie habe ihr geholfen, einen Weg aus der Krankheit zu finden.

Auf Instagram teaserte die 26-Jährige nun ein neues Youtube-Video an, in dem es darum ging, warum sie zunehmen musste, um gesund zu werden. "Mein Körper war schon immer das, was am meisten kommentiert, kritisiert und bewertet wurde – egal in welcher 'Form' ich je war. Einer meiner größten persönlichen Erfolge seitdem ich wieder zurück bin: meinen Körper so hinzunehmen wie er ist und ihm die Wertschätzung entgegenzubringen, die er verdient", so Sophia. Wie hart der Weg war und was ihr geholfen hat, erläuterte sie ebenfalls.

Sophia Thiel mit offenen Worten

Die Frage, wie sie es geschafft habe, ihre Gewichtszunahme zu akzeptieren, beantwortete Sophia zunächst so: "Ich finde, das ist generell ein gesellschaftliches Problem, dass man eine regelrechte Panik vor dem Zunehmen aufbaut. Und so war das bei mir genauso, denn Abnehmen ist immer was Gutes und Zunehmen ist immer was Schlechtes, was ja eigentlich kompletter Schwachsinn ist." Sie sagte offen, dass sie in der Vergangenheit sehr häufig auch mit Mobbing zu tun gehabt habe. Dabei sei ihr ziemlich schnell das Gefühl vermittelt worden, so wie sie sei, sei sie nicht richtig. Und weiter:

"Das Ganze hat sich bei mir so schnell so weit aufgebaut, dass ich sehr früh den innigsten, tiefsten Wunsch gehabt habe: Ich muss abnehmen um jeden Preis. Warum war das mein Grund? Damit ich einfach nicht mehr verletzt werden kann. Ich wollte mir sozusagen einen Muskel-Schutz-Panzer aufbauen, damit mich keiner mehr beurteilt, bewertet und mich kommentiert. Ich wollte auch dazu gehören, denn jeder Mensch sehnt sich irgendwo nach der Zugehörigkeit und auch Anerkennung. Und so bin ich damals ziemlich schnell in den Sport gekommen, habe mich zum ersten Mal mit Ernährung befasst und bin dann ziemlich schnell wieder ins Extreme verfallen."

Im weiteren Verlauf habe Sophia dann auch an Wettkämpfen teilgenommen. Bei ihrem ersten habe sie 58 Kilo gewogen, alles was darüber gewesen sei, wäre für sie nicht akzeptabel gewesen, berichtete die Sportlerin. "Das ist ein Extremzustand für den Körper und auch nichts, was dauerhaft haltbar ist", stellte sie dazu klar. Eine Gewichtszunahme bedeutete für sie einen Rückschritt in ihre alte Form, die sie wieder mit Mobbing und mit gemeinen Kommentaren in Verbindung brachte. "So begann sich langsam bei mir die Panik aufzubauen", gab Sophia an.

Mit Social Media habe sich das Ganze verstärkt, denn wenn sich ihr Körper nur minimal verändert hatte, seien auch Kommentare dazugekommen, dass sie wieder zugenommen habe. "Das war für mich eigentlich das Schlimmste, wodurch ich dann immer extremer mit mir selbst umgegangen bin. Das heißt, ich wollte dann wieder die Ernährung mit Restriktionen extrem anpassen, wollte ganz, ganz viel trainieren. Und aus dieser anfänglichen Leichtigkeit, aus dieser Fitness-Lifestyle-Umstellung, wurde eben aus Panik ja nicht zuzunehmen und meine Form zu verlieren, ein regelrechter Diätwahn bei mir", sagte sie.

So hat Sophia einen Weg für sich gefunden

Ihren Followern gab sie auch fünf Tipps an die Hand, die sie vor allem während ihrer Therapie gelernt habe: "Selbstwert richtig definieren, mit dem Umfeld darüber sprechen, sich nicht mit anderen vergleichen, ein richtiges Körpergefühl aufbauen, sich immer auf das Positive konzentrieren." Heute könne sie voller Stolz sagen, dass sie ein liebevoller Mensch sei, sehr fleißig, hilfsbereit und empathisch. "Das habe ich immer bei mir und da spielt es keine Rolle, welche Form ich im Äußeren habe, denn mein wahrer Wert liegt in mir", so Sophia.

Einen guten Bezug zum Essen und zum Training zu haben, sei demnach besonders wichtig, "dann ist sozusagen ein schöner Körper oder wie sich der Körper auch formt das schöne Nebenprodukt", erklärte sie. Solange man die Panik nicht verliere, zuzunehmen und nicht von seinem Sportzwang loslasse, desto schlechter könne man gesunden, betonte die Influencerin. Rückblickend habe Sophia die Waage schon viele Tage versaut, offenbarte sie:

"Damals wo ich angefangen habe, wollte jede Frau niemals mehr als 60 Kilo wiegen. Was kompletter Bullshit ist. Denn jeder Mensch ist unterschiedlich. Jeder Körper ist individuell. Zwei Menschen können identisch das Gleiche wiegen, aber komplett unterschiedlich aussehen."

Dinge nachahmen und sich vergleichen sei schließlich sehr gefährlich, stellte sie zum Schluss klar. Zudem könne man es nie jedem recht machen. Wichtig sei nämlich laut Sophia nur, glücklich zu sein, im Hier und Jetzt zu leben und einfach das Leben zu genießen. Mit dem Sixpack habe sie sich letztlich auch nie angekommen gefühlt.

(iger)

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