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Loredana: Die Rapperin wurde vor rund einem Jahr kurzzeitig festgenommen. Bild: Instagram/ Loredana

Betrugsverfahren gegen Loredana – Anwalt erklärt: "Sie leidet sehr unter den Vorwürfen"

Loredana ist aktuell eine der gefragtesten Rapperinnen im deutschsprachigen Raum. Allein ihre zuletzt veröffentlichten Singles "Angst" und "Du bist mein" schossen direkt an die Spitze der Charts. Das Debüt-Album "King Lori" sicherte sich in Deutschland Platz drei, in ihrer Schweizer Heimat schaffte sie es sogar, sich für 15 Wochen die zweite Position zu holen. 2019 gab es allerdings auch noch einen anderen Grund, mit dem die Rapperin Schlagzeilen machte.

Genau vor einem Jahr war Loredana in Luzern verhaftet worden. Sie soll mit einem ihrer Brüder ein Ehepaar um 700.000 Franken, rund 616.000 Euro, gebracht haben. Wegen Verdachts des Betrugs leitete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren ein. Die Deliktsumme beziffert sich jetzt allerdings auf 350.000 Franken. Ihr Bruder ist übrigens nicht Gegenstand der Ermittlungen, weil die Zahlungen an ihn freiwillig erfolgt seien.

Loredana soll sich zudem gegenüber des mutmaßlichen Opfers als Tochter eines bekannten Anwalts ausgegeben haben, um sich Vorteile zu sichern. Die Sängerin bestritt alle Vorwürfe und hielt kurz nach der Festnahme in einem Hotel im Kosovo eine Pressekonferenz ab. Dort erklärte die Rapperin: "Das Geld wurde freiwillig übergeben." Das Ganze soll sich im Jahr 2016 ereignet haben, also zwei Jahre vor ihrem großen Durchbruch. Sie hätte übrigens von all dem nichts gewusst.

Nun teilen der Anwalt der Rapperin und auch die mutmaßliche Geschädigte mit, wie es im Verfahren nun weitergeht.

So geht es heute dem mutmaßlichem Opfer

Zur Erinnerung: Petra Z. lernte den Bruder von Loredana im Internet kennen. Zwei Monate danach erzählte er von seiner angeblich kranken Mutter, die eine neue Niere bräuchte. Dafür gab sie ihm zunächst 87.000 Franken, später bis zu 200.000 Franken (175.000 Euro). Als sie bemerkte, dass etwas nicht stimmte, ging sie sogar zur Polizei. Doch die hätte ihr mitgeteilt, dass es sich um Selbstverschulden handle. 2017 soll sich dann plötzlich eine gewisse "Anna Landmann" gemeldet haben, die Anwältin sei und von dem Fall gehört habe. Dahinter soll Loredana stecken, die das Paar weiter um Geld betrogen haben soll.

Das Schweizer Newsportal "20 Minuten" hat jetzt nach einem Jahr erneut mit dem mutmaßlichen Betrugs-Opfer Petra Z. gesprochen. Im Interview erklärt sie: "Es ist endlich jemand da – unser Anwalt – der sich um alles kümmert. Die Ermittlungen laufen. Das gibt uns Hoffnung, dass wir das Geld zurückbekommen." Fest steht allerdings auch, dass weiterhin für Loredana die Unschuldsvermutung gelte.

Nach der Festnahme sollen die damaligen Anwälte von Loredana der Frau zunächst 200.000 Franken und dann 350.000 Franken angeboten haben. Heute sagt sie dazu: "Doch ich lehnte ab. Loredana schuldet mir mindestens das Doppelte." Im Februar sollten die ersten Vernehmungen starten, doch aufgrund von Corona sei es nicht dazu gekommen. Nun soll es im Juni weitergehen.

Das sagt der Anwalt von Loredana

Der Anwalt der Rapperin hat sich gegenüber dem Portal ebenfalls zu Wort gemeldet. Er erklärt: "Loredana leidet sehr unter den Vorwürfen. Sie wünscht sich eine Einstellung des Verfahrens." Seit der Festnahme sei auf juristischer Ebene nichts weiter passiert. Der Grund: "Die Ermittlungen wurden durch die Corona-Krise gebremst." Weiter gibt er an:

"Mitte Juni 2020 finden wieder Befragungen statt. Wie bereits erwähnt, sind wir der Auffassung, dass das Verfahren eingestellt werden muss. Wenn tatsächlich eine Anklage erhoben wird, ist, so denke ich, mit einer Verhandlung frühestens im Frühling 2021 zu rechnen."

Für Loredana sei das Verfahren eine große Belastung. Als Anwalt versuche er alle Möglichkeiten für eine Einstellung auszuloten und dabei sei selbstverständlich auch ein Vergleich eine Option. Die Staatsanwaltschaft Luzern gibt darüber hinaus an, dass die Untersuchung aktiv geführt werde. Demnächst soll eine Befragung mit Loredana stattfinden. Dabei wurde klargestellt, dass der Ablauf des Prozesses von dieser Befragung abhänge.

Bis zu einer Entscheidung müsse das Opfer nach eigenen Angaben am Existenz-Minimum leben. Zum Schluss richtet die mutmaßliche Geschädigte noch einen Appell an die Rapperin: "Du hast immer gesagt: 'Ich schwöre bei Gott, bei meiner Tochter und meiner Familie: Ich sage die Wahrheit.' Loredana, bitte sag jetzt die Wahrheit."

(iger)

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