Kitchen Impossible

Tim Mälzer war von seiner eigenen Leistung bei "Kitchen Impossible" mehr als beeindruckt. Bild: screenshot TVNOW

Unfair? So fies trickst Tim Mälzer bei "Kitchen Impossible"

Für Tim Mälzer hätte die sechste Staffel "Kitchen Impossible" kaum schlechter starten können. Gleich mehrere Niederlagen in Folge musste er einstecken. Klar, dass der TV-Koch das nicht länger auf sich sitzen lassen wollte. Um endlich die Kehrtwende zu schaffen, griff er nun gleich doppelt in die Trickkiste und agierte ganz nach dem Motto: "Ich gewinne nicht nur gerne, ich gewinne auch gerne schmutzig."

Zum einen wollte Tim Mälzer natürlich seinen Gegner Sepp Schellhorn mit einer besonders kniffligen Aufgabe schwächen, zum anderen sich selbst mit kuriosen Einfällen zum Sieg kochen.

Für Mälzer ging es ins österreichischen Neufelden. Dort sollte er ein ziemlich avantgardistisch-anmutendes Gericht von Küchenchef Philip Rachinger nachkochen – seines Zeichens der beste Kumpel von Sepp Schellhorns Sohn. Schon beim Öffnen der schwarzen Box sah man Tim Mälzer an, dass er mit dem, was er vor sich hatte, nicht ganz glücklich war.

Mälzer wütet bei "Kitchen Impossible": "Keine Lust das zu kochen"

Die Analyse des Gerichts nervte Mälzer extrem. Es ginge immer nur darum, herauszufinden, was drin ist, beschwerte er sich. Komisch, denn das gehört ja eindeutig zum Konzept der Sendung. Nach und nach kam der TV-Koch den Zutaten auf die Schliche, aber bei einigen Komponenten tappte er komplett im Dunkeln.

Kitchen Impossible

Tim Mälzer tat sich schwer, die richtigen Zutaten herauszuschmecken. Bild: TVNOW / Endemol Shine

"Aus irgendeinem Grund habe ich gerade so gar keine Lust das zu kochen", meckerte er. Mälzer steigerte sich so sehr in seine Wut rein, dass er im Nachhinein selbst etwas erschrocken feststellen musste, dass er sich wie ein Kleinkind verhalten hat.

Doch seine Wut war teilweise berechtigt, denn der Koch hatte sich beim Erschmecken der Zutaten wirklich extrem schwergetan und einiges nicht herausfinden können. Abschrecken ließ er sich davon allerdings nicht. Schließlich sei am Ende nur wichtig, dass es ansatzweise wie das Original schmeckt und aussieht, redete er sich die Sache schön. Und dafür sei jedes Mittel recht – auch, sich an fertiger Barbecue-Soße aus dem Supermarkt zu bedienen, um ein Raucharoma in die Fleischmasse zu bekommen.

Tim Mälzer prahlt mit eigenen Tricks

Denn genau das tat Mälzer letztendlich. Also landete eben die fertige Barbecue-Soße sowie verschiedene Fertig-Smoothies in seinem Einkaufswagen, um irgendwie auf den besonderen Geschmack zu kommen. Mälzer verkündete fast ein wenig stolz angesichts seines Einfallsreichtums:

"Das ist jetzt richtig Hardcore-Tricksen. Es wird ja nicht der Weg bewertet, sondern es wird das Ergebnis bewertet."

Bei so viel Kreativität musste aber selbst Küchenchef Philip Rachinger einräumen: "Seine Improvisation ist schon top." Gut, dass Mälzer das nicht mithören konnte, dann wäre sein ohnehin schon großes Ego vermutlich geplatzt. Er wurde nämlich nicht müde zu betonen, wie großartig er doch sei: "Ein bisschen geil finde ich das", prahlte er und schob immer wieder Lobeshymnen à la "hab einen guten Job gemacht" oder "würde sagen, das ist 'ne 1" ein. An Überheblichkeit war der Koch in dieser Folge definitiv nicht zu übertreffen.

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Selbst Philip Rachinger (r.) war beeindruckt Bild: screenshot TVNOW

Sepp Schellhorn von Mälzer fies reingelegt

Dass sein Gericht am Ende auch bei den Juroren ziemlich gut ankam, hatte wohl tatsächlich etwas mit den zahlreichen Tricks zu tun. Aber das interessierte, wie Mälzer bereits erwähnte, letztendlich wirklich niemanden.

Und während Mälzer sich selbst also in Führung trickste, sorgte er gleichzeitig dafür, dass Konkurrent Sepp Schellhorn es extra schwer hatte. Erst ließ er ihm eine falsche Box vorsetzen, in der sich die simpelsten griechischen Gerichte befanden, sodass sich der österreichische Koch schon im 10-Punkte-Himmel wähnte.

"Der Italiener würde sagen, das ist eine verschlampte Lasagne", scherzte er noch. Doch dann kam mit der richtigen schwarzen Box auch die Ernüchterung – und die Wut. "Ich wusste es, du Arschloch!", echauffierte Schellhorn sich beim Anblick der kulinarischen Kleinigkeiten auf dem Teller.

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Sepp Schellhorn ärgerte sich über Tim Mälzer. Bild: screenshot TVNOW

Mälzer will Konkurrent austricksen

"Er glaubt, er hat es mit einem Trottel zu tun", polterte Sepp Schellhorn weiter und war überzeugt: Mälzer fühle sich ihm gegenüber zu sicher. Und damit lag er vermutlich nicht einmal falsch. Denn Mälzer hatte sicher darauf spekuliert, dass der Österreicher an dieser Aufgabe scheitert – oder zumindest mit Anlauf ins Fettnäpfchen springt. Denn das, was zunächst wie eine Praline aus Leber schmeckte, entpuppte sich als rein vegetarisch.

Glücklicherweise witterte Schellhorn den Braten und kam auf die tatsächliche Zutat: einen Pilz. Zu dem Fauxpas, dass den Juroren statt einer vegetarischen Speise Leber vorgesetzt wird, auf den wiederum garantiert auch Mälzer spekuliert hatte, kam es demnach nicht.

Auch wenn Sepp Schellhorn optisch ein gutes Gericht auf den Teller brachte, was dem Original sehr nah kam, konnte er Mälzers Punktevorsprung nicht mehr einholen. Am Ende gewann der Hamburger mit 12,2 zu 11,6 Punkten und feierte nicht nur seinen Sieg, sondern auch die ihm gestellten Herausforderungen: "Ich hab geliebt, was ich erleben durfte in dieser Sendung. Es war großartig."

(jei)

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