Markus Lanz (l.) mit Hans-Georg Maaßen.
Markus Lanz (l.) mit Hans-Georg Maaßen.Bild: screenshot ard mediathek

Lanz greift Maaßen für billige Sprache an: "Beleidigung für Ihre eigene Intelligenz"

18.12.2019, 14:3718.12.2019, 15:53

Er war angekündigt als ein "besonders exzellenter Beamter an der Spitze einer besonders sensiblen Stelle dieses Staates, der zu einer politischen Reizfigur wurde". Am Dienstagabend hatte Moderator Markus Lanz den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen in seine Talkrunde geladen.

Eine hitzige Debatte lag bereits nach der Ankündigung in der Luft. Auch, weil die Redaktion zu Beginn das Video der "Hetzjagd" in Chemnitz einblendete, welches Maaßen vor einem Jahr sein Amt kostete.

Zu Beginn wollte Lanz dann gleich wissen, was Maaßen an seinem Job, vermisst ("Informationen und gefahren zu werden") und ob er in seinen Augen Fehler gemacht hat. Ohne Chemnitz zu nennen, war der Themenschwerpunkt bereits gesetzt. Und Maaßen? Der blieb ganz cool.

"Wir machen jeden Tag Fehler. Aber es geht um schwerwiegende Fehler – um Fehler, die wirklich Auswirkungen haben... Sehe ich derzeit nicht."

Lanz ist still, lässt ihn ausreden und findet es "interessant, wie Maaßen seine Sicht auf Fehler bewertet". Nicht still kann Lanz einige Minuten später bleiben, als er von Maaßen wissen möchte, was er mit dem Satz: "Ich bin nicht in die CDU eingetreten, damit 1,8 Millionen Araber in das Land kommen" bezwecken wollte.

"Warum so ein undifferenzierter Satz?", fragt Lanz. Was folgt, ist eine Belehrung Maaßens über die richtigen Formulierungen, Framing, wie er nennt, und wann es sich um Flüchtlinge und wann um Asyl-Bewerber handelt. "Aber warum muss man so zugespitzt formulieren?", hakt Lanz nach. Die Antwort ist simpel: um wahrgenommen zu werden. Maaßen erklärt, dass viele Menschen ihm gedankt hätten, zu sagen, wie es ist. "Deswegen habe ich auch das Wort 'Shuttleservice' gebraucht", so Maaßen weiter.

Lanz kann es nicht fassen. "Das Problem, was ich dabei habe, ist, mit Wörtern wie 'Shuttleservice nach Europa' Ressentiments zu schüren".

"Das klingt so despektierlich. Ich finde, dass jemand von Ihrem Kaliber... Der sollte so etwas einfach nicht sagen. Punkt."
Markus Lanz über die Sprache von Hans-Georg Maaßen.

Maaßen sieht das naturgemäß anders und kommt auf die richtigen Formulierungen zurück, dem 'Framing'. In seinen Augen versuchen Lanz und die Medien eine bestimmte Weltsicht zu generieren. Und Maaßen? Der habe den Affront begangen, dieses 'Framing' nicht zu akzeptieren. Er erwartet, darüber zu sprechen, worum es seiner Meinung nach geht: Schleusung.

Es folgt ein beinah kindischer Streit über die richtigen Wörter: Schleusung, Migranten, Flüchtlinge, Seenot. Der Streit entspannt sich weiter. Beide sind sich einige, dass über die Probleme gesprochen werden muss. Lanz explodiert: "Muss man das so machen? Muss man das so billig ausdrücken? Damit beleidigen Sie Ihre eigene Intelligenz".

Maaßen will bei Lanz nicht weitersprechen

Maaßen ist erst sprachlos und will dann das Thema wechseln, doch Lanz lässt ihn nicht. Er holt sich Schützenhilfe von Journalist Olaf Sundermeyer, mit dem das Thema 'Framing' weiter diskutiert wird.

(lin)

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