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Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

"Höhle der Löwen": Die Bilanz von Ralf Dümmel zwischen Millionendeal und Flop

Seit drei Jahren pickt sich Ralf Dümmel in der Vox-Höhle die Löwen-Deals heraus. Der Investor mit einer Vorliebe für fesche Maßanzüge hatte bei seinem Antritt getönt, so viele Deals wie noch nie abzuschließen. Er hielt Wort: In der dritten Staffel steckte er mehr als drei Millionen Euro in 22 Unternehmen, in den ersten zehn Folgen der aktuellsten sechsten Staffel kam er mit 13 Gründern ins Geschäft.

Die Erfolge seiner letzten Investitionen aus "Die Höhle der Löwen" legte Dümmel nun offen, wie "Gründerszene" berichtet – inklusive Umsätzen und abverkaufter Stückzahlen. Dazu sei allerdings gesagt, dass die Zahlen ab Zustandekommen des Deals und Ausstrahlung bei Vox gemessen wurden. Je eher Dümmel also in der laufenden Staffel zuschlug, desto höher hätte der Umsatz theoretisch ausfallen können.

Der Output von Dümmels Investitionen kann sich sehen lassen: Ab Ausstrahlung der jeweiligen Folge haben die 13 von ihm unterstützten Startups bis dato zusammen einen Umsatz von 32 Millionen Euro erwirtschaftet.

"Höhle der Löwen"-Gründer punkten mit Deo und Müsli

Dümmels absolutes Zugpferd: das Aloe-Vera-Deo "Soumeé", das allein sechs Millionen Euro umsetzte und in der zweiten Sendung gepitcht wurde.

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Gründerin Sümmeyya Bach von "Soumeé" Bild: TV Now/ Bernd-Michael Maurer

Auch der Online-Müslishop "Keimster" erwirtschaftete in kürzester Zeit Top-Einnahmen: 300.000 Verkäufe und 1,5 Millionen Euro Umsatz wurden verbucht. Und das, obwohl die Gründer erst in der vorletzten Ausgabe der diesjährigen Staffel auftraten.

Und Ralf Dümmel benutzt relativ viele Produkte seiner ergatterten Deals selbst, wie er in einem watson-Interview verriet. "Privat am meisten nutze ich Produkte für den Haushalt: den Rostschreck für die Spülmaschine zum Beispiel oder die Abfluss-Fee", sagte er.

Dass das größte Investment nicht zwingend die größten Summen abwirft, zeigte sich mit Dümmels Unterstützung für den Zahnzwischenraumbürsten-Hersteller (ja, das ist eine Marktlücke) "Wingbrush". 400.000 Euro gab er den Gründern, beim Umsatz schaffte es das Startup aber nur ins Mittelfeld (1,5 Millionen Euro).

Der größte Flop von Löwe Ralph Dümmel: Das Staubsaugerpolster (ja, auch das könnte man theoretisch brauchen) "Protect Pads": Die Gründer setzten seit Ausstrahlung des Pitches am 1. Oktober nur 900.000 Euro um. Dümmels Kollegen hatten dem Produkt schon in der Sendung keinen bis geringen Erfolg vorausgesagt.

Dümmel ist sich der Tatsache klar, dass nicht alle Startups den Durchbruch schaffen. "Auch ich erlebe leider mit 30 Jahren Erfahrung immer noch, dass Produkte überraschend nicht funktionieren." Da gebe es Artikel, "die einen kurzfristigen Hype haben, aber langfristig dennoch nicht funktionieren."

Davon beeinträchtigen lassen wird sich Rekord-Löwe Dümmel sicher nicht – und der Erfolg seiner Investitionen sollte auch nach Show-Ende noch einmal anziehen: Für 2017 meldete Dümmel laut "Gründerszene" einen Umsatz von 100 Millionen Euro für die von seinen Investments verkauften Produkte. Und damals hatte er nur in zwölf Startups investiert.

Bislang gibt es auch keinen Deal, den Löwe Dümmel bereut hat.

"Wenn ich so anfangen würde zu denken, dann würde ich aus Angst Deals verpassen, die dann sehr wohl erfolgreich werden."

Ihm tue es eher für die Gründer leid, die scheitern.

"Höhle der Löwen"-Aus für Ralf Dümmel?

Das ist unklar. Denn anders als Frank Thelen, der nach der Staffel im Frühjahr die Sendung verlässt, weiß er noch nicht, wie lange er noch dabei ist. Er habe keinen langfristigen Vertrag, offenbarte er gegenüber watson.

(ab/lin)

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