ARCHIV - 14.01.2021, Berlin: Der Moderator Thomas Gottschalk bei der Vorstellung eines neuartigen Soundsystems im Hotel Adlon. Fernsehlegende Thomas Gottschalk ist ab sofort wieder Showmaster. Der 70-J

Thomas Gottschalk wetterte am Wochenende in einer Clubhouse-Talkrunde über die Öffentlich-Rechtlichen. Bild: dpa / Jens Kalaene

Statt Entschuldigung für WDR-Sendung: Thomas Gottschalk echauffiert sich über die Öffentlich-Rechtlichen

Thomas Gottschalk möchte auch nach vieldiskutierten TV-Auftritten in der jüngsten Vergangenheit offenbar nicht die Füße stillhalten. Statt einer Entschuldigung für verschiedene Aussagen, die er öffentlich in der WDR-Sendung "Die letzte Instanz" getätigt hatte, ließ er sich zu einer Wutrede gegen öffentlich-rechtliche Fernsehsender hinreißen – dieses Mal allerdings in einem vermeintlich geschützteren Rahmen in einer Talkrunde auf Clubhouse.

Thomas Gottschalk crasht Talkrunde über die Öffentlich-Rechtlichen

Dort habe er am Sonntag laut einem Bericht des Mediendienstes "turi2", dessen Chef Peter Turi Ohrenzeuge der Talkrunde war, einen "Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit" der TV-Sender scharf kritisiert und als "einfach katastrophal" beschrieben.

Gottschalk "betrat" demnach unangekündigt den Clubhouse-Raum, in dem die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg, Patricia Schlesinger, zusammen mit einer MDR-Pressesprecherin und dem "Tatort"-Drehbuchautor Thomas Bohn ursprünglich über das Thema "Die Öffentlich-Rechtlichen – Ruf und Berufung" sprach.

Gegen 19.10 Uhr habe der Showmaster seinen Gedanken dann in einer dreiminütigen Rede freien Lauf gelassen, die Anwesenden unterbrachen den 70-Jährigen nicht. Die RBB-Intendantin hatte die Runde zu diesem Zeitpunkt schon verlassen. Gleich zu Beginn sei Gottschalk dennoch zur Sache gekommen, als er vom PR-Profi Wolfram Winter auf die virtuelle Bühne geholt wurde, und habe losgewettert:

"Wir senden uns hier in einem Verwaltungsmoloch zugrunde, wo die Anstalten sich gegenseitig nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnen."

Gottschalk sei zudem laut dem Medienbericht "der Meinung, dass es jetzt Corona-Stäbe gibt, die schon Angst davor haben, dass die Seuche in den Griff zu kriegen ist, weil dann sämtliche Krisenstäbe eingestampft werden. Sowas können sie." Ein weiterer Kritikpunkt Gottschalks sei gewesen, dass es bei den Öffentlich-Rechtlichen kein Gesamtmanagement gebe:

"Sie sind ja nicht mal in der Lage, ihre eigenen Programme zu promoten, ins Fenster zu stellen, weil dann der MDR sagt: Moment, wir senden gegen den SWR im Dritten. Die treten sich gegenseitig auf die Füße."

Gottschalk verspüre "heiligen Zorn" und sieht ARD-Zukunft im Radio

Schließlich sei er "voll heiligem Zorn", was die eigentlichen Chancen der Sender betrifft und "wie wenig daraus gemacht wird. Und wenn man jetzt nach 50 Jahren sagt, wir lernen ja dazu – dann muss ich sagen, das hat wirklich gedauert."

In der anschließenden Diskussion ging es in erster Linie darum, dass Gottschalk die Zukunft der ARD "eher im Radio" sehe, wo er eine "größere Hörernähe" und "teilweise geniale Beiträge" wahrnehme. Es gebe dort "unglaublich tolle Features", und das sei in seinen Augen der öffentlich-rechtliche Auftrag.

 Nach über 40 Jahren Ehe Thea und Thomas Gottschalk haben sich getrennt. Archivfoto: Thomas GOTTSCHALK, Moderator,Showmaster, Einzelbild,angeschnittenes Einzelmotiv,Portraet,Portrait,Portr t.

Thomas Gottschalk sieht die Zukunft der ARD im Radio. Bild: www.imago-images.de / FrankHoermann/SVEN SIMON

Der ehemalige "Wetten, dass.. ?"-Moderator habe seine Karriere aber den Öffentlich-Rechtlichen zu verdanken, stellte er zwischendurch fest, und tatsächlich produziert er trotz aller Kritik eine achtteilige TV-Show namens "Nochmal 18!" für den SWR, führt seit über einem Jahr durch eine SWR3-Radioshow mit Constantin Zöller und ist alle zwei Wochen zusammen mit Nicola Müntefering in einem Podcast zu hören.

Gottschalks Anwesenheit zog Tausende Clubhouse-Zuhörer an

So unvorbereitet wie Gottschalk die Runde gecrasht hatte, so zügig war er nach seiner Kritik auch wieder verschwunden. Um 19.38 Uhr ließ er sich von der "Clubhouse"-Bühne wieder entlassen. Mit einer derartigen Ansage hatte im betreffenden Clubhouse-Raum zuvor wohl niemand gerechnet. Dass Gottschalk spricht, hatte sich aber schnell verbreitet: Plötzlich vergrößerte sich die Runde nach Gottschalks Wutrede auf 2.700 Zuhörer, nachdem er sich verabschiedete, seien es nur noch 770 gewesen.

Doch nicht nur für Wutreden nutzt Gottschalk die Audio-App – er kündigte am vergangenen Samstag zudem eine virtuelle "Wetten dass.. ?"-Ausgabe auf Clubhouse für den 13. Februar an, zum 40. Jubiläum der Show. Im Herbst soll es eine einmalige Ausgabe der Sendung im Fernsehen geben.

Weiterhin kein Statement zu WDR-Eklat

Das alles bleibt weiter geplant, obwohl sich Gottschalk einige Sympathiepunkte bei den Zuschauern verspielt haben könnte. Bei seinem Auftritt in "Die letzte Instanz" sorgte er bei vielen Nutzern für Entsetzen, als er sich unter anderem daran erinnerte, wie er einmal zu einer Kostüm-Party als Jimi Hendrix verkleidet erschienen und so zum ersten Mal erfahren habe, "wie sich ein Schwarzer fühlt".

Seine Aussagen, und die der anderen Gäste, darunter auch von Janine Kunze, galten vielen als naiv und empathielos, er habe nicht nur Blackfacing damit verharmlost, sondern auch rassistische Begriffe im Sprachgebrauch verteidigt. Eine Entschuldigung gab es von beinahe allen Beteiligten, Gottschalk äußerte sich dazu jedoch nicht.

(cfl)

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