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Elyas M'Barek ist nicht nur Deutschlands derzeit wohl größter Kinoheld. In ihm steckt auch ein geborener Show-Moderator. Bild: screenshot prosieben

"Einer der ganz Großen": Elyas M'Barek gewinnt Jokos Show im Morgenmantel

Rupert Sommer

"Einer der ganz Großen in Deutschland", würdigte "Wetten, dass ..?"-Legende Thomas Gottschalk den Triumphator von Joko Winterscheidts Wanderpokalsendung "Wer stiehlt mir die Show?". Elyas M'Barek siegte oberlässig im Morgenmantel – und prangt bald auf einem Rätselheftcover.

Es war das Staffelfinale – ein Tag zum Kämpfen. Und Elyas M'Barek ließ es aufreizend ruhig angehen. Er moderierte die Sendung, die er von Thomas Gottschalk "geerbt" hatte, im Morgenmantel, in Pantoffeln und über weite Strecken aus einem Massage-Sessel heraus. Einfach so – und mit sehr viel Charme. So geht echte Lässigkeit.

Nach seinem Quizshow-Sieg in der Vorwoche gegen die "Wetten, dass ..?"-Legende Gottschalk hatte der 38-Jährige "Fack ju, Göhte"-Kinostar sich völlig verdient die ursprünglich ja mal von Joko Winterscheidt der Weltöffentlichkeit vorgestellte Show unter den Nagel gerissen. Als es nach fünf Folgen um die Wurst ging, hatte Joko wenig zu melden. Wieder mal!

Elyas M'Barek wirkte das Grinsen wie ins Gesicht tätowiert. Und er konnte sich einen alten Lausbuben-Traum erfüllen. Immerhin ist der Schauspieler, genauso wie seine Kollegen Joko und Palina Rojinski eben auch, ein alter Thommy-Fan. Wie bei weiten Teilen der nicht mehr ganz jungen deutschen Bevölkerung erinnert ein Wiedersehen mit dem noch immer schlagfertigen Franken an viele Fernseh-Samstage, an denen man ausnahmsweise länger aufbleiben durfte.

Gottschalks Watschen für den "Klugscheißer" Winterscheidt

Das hätte sicher auch die Mama von Elyas M'Barek bestätigt, die der Sohn mit einem Telefon-Anruf in der Sendung überrumpelte. Was, Thomas Gottschalk ist in der Show! Grüße! Wenn Thommy in der Nähe ist, wird immer noch dahingeschmolzen. Da war es nur passend, dass Elyas M'Barek die ProSieben-Show mit der berühmten "Wetten, dass ..?"-Titelmelodie beginnen ließ.

Tatsächlich hatte sich M'Barek stark vom beneidenswert tiefenentspannten Moderator Thomas Gottschalk inspirieren lassen: Und das betraf nicht nur das exzentrische Auftreten im Stil eines Landadeligen. Wie schon bei Gottschalk sieben Tage zuvor wurde erneut gesüffelt. Am Bühnenrand stand dafür eine Mini-Bar bereit - ausgestattet mit Champagner, Kaviar und Wodka.

Und Joko Winterscheidt? Der war einmal mehr nur Beifahrer in seiner ursprünglich eigenen Show. Schlimmer noch: Wieder einmal bezog er von Thomas Gottschalk, den Joko ja eigentlich selbst mit kindlicher Bewunderung verehrt, verbale Prügel. Es fiel sogar das böse Wort "Klugscheißer". Autsch!

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Nicht auszuhalten: Joko Winterscheidt, der die geniale neue Show-Reihe "WSMDS" bei ProSieben miterfunden hat, schaffte es auch in der vorerst letzten Sendung nicht, sich durchzusetzen. Bild: screenshot prosieben

Mama M'Barek am Telefon - und ein Gruß von Gottschalk

Deutlich netter sprang Thomas Gottschalk mit seinem "Nachfolger" um. Vom Moderationsstil von Elyas M'Barek war der Mann, der weiß, wovon die Rede ist, sichtlich angetan. Mit einer Ausnahme: Die schluffigen Arbeitsmoral behagte Thommy gar nicht. Immerhin lümmelte der Schauspieler anfänglich beim Vorlesen der Quizfragen in einen Massage-Stuhl. "Hast du vor, vor Ende der Sendung noch mal aufzustehen?", blaffte Gottschalk den jungen Kollegen an.

Man hätte ihm endlos beim Frotzeln zuhören können. Doch leider kam dann alles anders – was möglicherweise auch am etwas abgekühlten Ehrgeiz von Thomas Gottschalk lag. Ihm war es wichtig gewesen, Joko Winterscheidt in dessen Schranken zu weisen und ihm zumindest einmal die Show abzunehmen. Nun fehlte Thommy der letzte Biss. Er fiel bei den Punkten schnell zurück und musste schon nach der ersten Gewinnstufe gehen. Wie schade.

Palina Rojinksi: "Ich bin jetzt richtig traurig"

"Es war so schön mit Thomas", bedauerte Elyas M'Barek das jähe Gottschalk-Aus. Und gleichzeitig spürte auch er, dass nun fast Luft aus der Sendung entwichen wäre. "Ich bin jetzt richtig traurig", meinte Palina Rojinski. Vielleicht lag es aber auch an der Tatsache, dass sich die ProSieben-Show in ihrer vorerst letzten Ausgabe – eine neue Staffel ist bereits bestellt – selbst ein Bein gestellt hatte.

Nachdem fürs Erste keine Sendung mehr folgt, kann man auch nichts mehr "stehlen". Daher dürfte sich nicht nur Thomas Gottschalk gefragt haben: Was gibt es überhaupt noch zu gewinnen?

Für Palina Rojinski ging es auf jeden Fall um den Sieg. Sie musste gewinnen, sie drängte auf einen Triumph – bei was auch immer. Und tatsächlich schaffte sie es mit beherztem Buzzern und starkem Popkulturwissen diesmal bis ins Finale. Dort saß sie dann ihrem Kollegen und Freund Elyas gegenüber. Der grinste schon wieder.

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Thomas Gottschalk (zweiter von rechts) genoss es sichtlich, dass ihn die Spielkandidaten verehren. Bild: screenshot prosieben

Cover-Shooting, fast so schön wie bei "GNTM"

Gut möglich, dass innerlich vor allem Elyas M'Barek, der als Star schon viele Hochglanz-Titel geziert hatte, bis zum Schluss über die kuriose, freche ProSieben-Idee für die außergewöhnliche Siegprämie der letzten Show gekichert hatte: Es ging nämlich um die Ehre. Und um deutschlandweiten Kiosk-Fame! Durch ein Titelbild auf einer Zeitschrift. Doch eben nicht nur irgendeines Magazins: Es musste schon der Titel "Witziges Rätsel-Karussell" sein!

"Wer kommt auf das Cover?", witzelte der moderierende Elyas und wandelte Heidi Klums berühmte salbungsvolle Worte leicht um. "Es kann nur einen geben." Wie auch bei den "Topmodels" lockte ProSieben diesmal mit der Aussicht auf ein Cover-Shooting. Nur das eben nicht bei einem Glamour-Titel, sondern auf der Rätsel-Zeitschrift.

Und dann ging der Traum in Erfüllung: Elyas M'Barek tingelte sich nicht nur souverän durch die von ihm geführte Show. Er siegte auch im Finale der Finalsendung! Das zweite Mal in Folge – und das mit einer Bluff-Technik, die selbst für Palina nicht zu durchschauen war. Der Mann kann einfach alles.

Und Joko? Der wurde gnädigerweise ganz zum Schluss auch noch mal auf die Bühne gelassen, die ja eigentlich seine große Bühne sein sollte. "Das ist meine Show", rief er laut. "Nur um das noch mal klar zu machen." Man wird ihn wiedersehen. Und das ist gut so!

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