Markus Lanz
Markus Lanz diskutierte mit seinen Gästen über die WM in Katar und den Angriffskrieg auf die Ukraine.Bild: ZDF / Markus Hertrich / Markus Hertrich
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"Markus Lanz": Historiker ist sich sicher – "Wir müssen mit Diktaturen Handel treiben"

03.11.2022, 06:09

Sigmar Gabriel bezeichnete die Reaktionen hierzulande auf die Fußball-WM in Katar auf Twitter vor wenigen Tagen als "deutsche Arroganz". Der Tweet des ehemaligen Außenministers war auch Thema in einer späten "Markus Lanz"-Sendung in der Nacht zu Donnerstag.

Peter Brandt, Historiker und ältester Sohn Willy Brandts, stimmte den Worten Sigmar Gabriels zu. Die Kritik an Ländern wie Katar und ein gleichzeitiger Handel mit ihnen hielt er keineswegs für Doppelmoral, sondern für eine notwendige Gleichzeitigkeit der Ereignisse.

Ex-Innenminister Gerhart Baum (FDP) stimmte Brandt in diesem Punkt zu. Beim Thema Ukraine jedoch waren die beiden Gäste nicht einer Meinung.

Das waren die Gäste bei "Markus Lanz" am 2. November:

  • Gerhart Baum (FDP), Politiker
  • Peter Brandt, Historiker
Gerhart Baum war zu Gast bei Markus Lanz.
Gerhart Baum war zu Gast bei Markus Lanz.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Gerhart Baum ist gegen die WM in Katar

Gerhart Baum vertrat bei "Markus Lanz" eine klare Meinung gegenüber der bevorstehenden Fußball- WM. "Ich hätte diese Weltmeisterschaft niemals nach Katar vergeben", verkündete der ehemalige deutsche Innenminister.

Baum nannte es eine "fatale Situation", dass Länder wie Katar sich um derartige Meisterschaften bewerben würden, um international Prestige zu erlangen. "Wenn es politisch missbraucht wird, dann ärgert mich das", so Baum.

In der aktuellen Situation appellierte er an die politische Positionierung: "Wir müssen Partei ergreifen für Menschen, die unter Diktaturen leiden."

Peter Brandt: WM nicht nur in "lupenreinen Demokratien" möglich

Moderator Markus Lanz erwähnte im Anschluss daran den Tweet von Ex-Außenminister Sigmar Gabriel, in dem dieser die deutsche Arroganz gegenüber Katar zynisch nannte.

Historiker Peter Brandt, Sohn von Willy Brandt und SPD-Mitglied, stimmte Gabriels Aussage in der Sendung grundsätzlich zu. "In der Tendenz hat Sigmar Gabriel nicht ganz unrecht", so Brandt. Man könne solche Sportereignisse nicht nur in lupenreinen demokratischen Staaten durchführen. "Das ist nämlich nicht die Mehrheit der Staaten."

Doch ist es bei all der Kritik, die derzeit beispielsweise auch von Bundesinnenministerin Nancy Faeser laut geworden ist, vertretbar, mit derartigen Staaten weiter Handel zu treiben? Ja, meint Peter Brandt. Der 74-Jährige war sich sicher:

"Man muss mit Diktaturen Handel treiben."

Handel mit Diktaturen sei "ok", wenn dieser nicht zu einseitiger Abhängigkeit führe.

Streit um Verantwortung im Ukraine-Krieg

Wie eine solch einseitige Abhängigkeit enden kann, wird derzeit an den Folgen des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine spürbar. Dem völkerrechtswidrigen Krieg maß Peter Brandt bei "Markus Lanz" eine Verantwortung des Westens bei, mit der sein Gesprächspartner Gerhart Baum nicht einverstanden war.

Markus Lanz
Markus Lanz hatte dieses Mal nur zwei Gäste geladen.Bild: ZDF / Markus Hertrich / Markus Hertrich

Am Eskalationsmechanismus, der zum Ukrainekrieg geführt habe, so Brandt, sei nicht nur Russland alleine schuld. "Die gesamte Nato-Osterweitung ist problematisch", erklärte der Historiker. Große Teile Russland hätten sich von der Erweiterung der Nato bedroht gefühlt, die seiner Ansicht nach international zu einer "Kräfteverschiebung" geführt habe.

Diesen Argumenten widersprach FDP-Politiker Gerhart Baum vehement. "Die Nato ist doch kein aggressives Bündnis", erwiderte Baum. Er bezeichnete die Bedrohung durch die Nato als Legende und erklärte stattdessen:

"Putin fühlt sich bedroht durch sein eigenes Volk."

Laut Baum gebe es keine Rechtfertigung für diesen aggressiven Angriff. Über Putin sagte der 90-Järhige: "Der Mann hat einen Größenwahn, mit dem er die Welt beglücken will. Das ist ideologisch festgesetzt."

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