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Schauspieler Ralf Moeller hat kürzlich ein Buch mit dem Titel "Erstma' machen" veröffentlicht. Bild: screenshot zdf

"Die Politik hat absolut versagt": Ralf Moeller wettert bei Illner gegen Bundesregierung

Es war eine recht provokante Frage, die Moderatorin Maybrit Illner ihren Gästen an diesem Donnerstagabend stellte: "Priorisieren statt improvisieren – warum scheitern die Deutschen?" Dabei stimmten die meisten Gäste nicht einmal der Annahme zu, Deutschland scheitere an der Corona-Pandemie.

Ein Gast allerdings kritisierte das Handeln von Bund und Ländern heftig: Schauspieler Ralf Möller schrieb der Regierung absolutes Versagen zu. Landrätin Anna Kebschull (B ´90/Grüne) hielt vehement gegen diese Kritik.

Das waren die Gäste bei "Maybrit Illner" am 11. März 2021:

Ralf Moeller: "Klar ist doch, dass wir gepennt haben"

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Thorsten Frei (CDU) ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundesfraktion. Bild: screenshot zdf

Um sich in der Corona-Pandemie um seine über 80-jährigen Eltern zu kümmern, verlegte Schauspieler Ralf Moeller seinen Wohnsitz im vergangenen Jahr von Los Angeles nach Recklinghausen in NRW. Live konnte er so, nach eigener Aussage, das Chaos in der Organisation der Impftermine und die fehlende Information in der Corona-Pandemie mitverfolgen.

Landrätin Anna Kebschull und CDU-Bundestagsabgeordneter Thorsten Frei gaben auf Nachfrage zwar Fehler in der Corona-Politik zu, jedoch betonten sie vor allem auch die Erfolge des vergangenen Jahres.

Schauspieler Ralf Moeller dagegen teilte offen gegen die Regierung aus. Sein Urteil: Die deutsche Bürokratie und Gründlichkeit im Corona-Management seien "eine Katastrophe". Unterm Strich habe die Politik "absolut versagt".

"Klar ist, dass wir gepennt haben. Wir spielen nicht in der Bundesliga, sondern in der Kreisklasse", folgerte der 62-Jährige bildhaft.

Ralf Moeller forderte, dass auch andere Impfstoffe aus China und Russland in Deutschland für die Impfung in Betracht gezogen werden müsse. Das Impfen sollte insgesamt schneller und organisierter verlaufen.

"Maybrit Illner": Landrätin wehrt sich gegen Kritik von Moeller

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Als Landrätin des Landkreises Osnabrück musste Anna Kebschull viel Flexibilität im Corona-Management beweisen. Bild: screenshot zdf

Die Landrätin des Landkreises Osnabrück, Anna Kebschull, reagierte prompt auf die kritischen Aussagen des Schauspielers. Sarkastisch bemerkte sie: "Noch besser sind wir tatsächlich im Schlechtmachen, wie mir gerade scheint." Eine sogenannte 'Me first'-Politik, die abseits der EU auf Individuallösungen fokussiert sei, lehnte Kebschull ab und erklärte die Diskussion in der "Maybrit Illner"-Talkrunde insgesamt für schwierig.

Als Moderatorin Illner noch einmal bezüglich fehlender Impfstofflieferungen nachhakte, gestand auch Anna Kebschull ein: "Diese Diskrepanz zwischen Versprechen und bereits organisiert haben ist derzeit groß."

Schauspieler Ralf Moeller ging dieses Eingeständnis in die Fehler der Regierung offenbar nicht weit genug. Er bemängelte: "Es kann doch nicht angehen, dass alle sagen, alles ist gut gelaufen." Ganz im Sinne des Titels seines neuen Buches "Erstmal machen" forderte er von der Regierung mehr Pragmatismus in den Entscheidungen.

Journalist Georg Mascolo kritisiert "Sommer der Sorglosigkeit"

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Georg Mascolo war von 2008 bis 2013 Chefredakteur des Magazins "Der Spiegel". Bild: screenshot zdf

Zwar behauptete tatsächlich niemand in der Runde, dass überhaupt nichts in der Corona-Politik schiefgelaufen sei. Dennoch waren andere einig, dass von Totalversagen der Regierung nicht die Rede sein könne. Thorsten Frei, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundesfraktion, bekundete:

"Wir haben große Probleme und Fehler gemacht. Aber eines muss man doch sehen: Von Versagen kann man nicht sprechen."

Laut Sigmar Gabriel gebe es schon ein paar Dinge, die man hätte anders machen können. Aber zu sagen, es sei alles den Bach runter gegangen, sei auch aus seiner Sicht falsch. Journalist Georg Mascolo war da schon ein wenig kritischer. Er bemängelte, die Regierung habe sich nach einem "Sommer der Sorglosigkeit" zu stark in Sicherheit gewähnt und zu wenig vorgeplant.

Mascolo bekundete außerdem: "Man muss sagen, dass Pandemien nichts verzeihen. Sie halten Gesellschaften den Spiegel vor." Beim Blick in den Spiegel würde Deutschland bei der Bekämpfung von Pandemien grundsätzlich aber beispielsweise auch beim Thema Digitalisierung nicht sehr gut abschneiden.

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