Nach 2977 Ausgaben des "heute-journal" ist Schluss für Claus Kleber.
Nach 2977 Ausgaben des "heute-journal" ist Schluss für Claus Kleber.Bild: ZDF screenshot

Nicht nur Claus Kleber: Auch ein "Tagesschau"-Sprecher hatte am Donnerstag seinen letzten TV-Auftritt

02.01.2022, 16:18

Nach zuletzt Jan Hofer, Pinar Atalay und Linda Zervakis muss erneut ein öffentlich-rechtlicher Sender den Abgang eines prominenten Sprechers verkraften: Am Donnerstagabend führte Claus Kleber letztmals durch das "heute-journal" im ZDF. Im Februar 2003 war er als Hauptmoderator der Sendung angetreten, moderierte sie also knapp 19 Jahre.

Zu Beginn der Ausgabe hielt Kleber ein Schild mit der Zahl "2977" hoch – genau so oft nämlich war er für das "heute-journal" im Einsatz. "Mehr wird's nicht", meinte er, bevor erst einmal das Nachrichtengeschehen präsentiert wurde. Auf dem Plan stand unter anderem ein Gespräch mit Virologe Christian Drosten.

Überraschung für Claus Kleber

Nach einem Jahresrückblick ergriff Klebers Kollegin Gundula Gause das Wort. "Von Herzen Dank" richtete sie an ihn, auch im Namen der Redaktion – und sprach von "großem journalistischen Geist." Schließlich fügte sie hinzu:

"Wir werden dich vermissen, und ich ganz besonders. Und jetzt muss ich noch was sagen, das du nicht hören willst, doch es muss gesagt werden: Du gehst, und damit geht eine Ära zu Ende."

Sogar ein separater Einspieler wurde für Kleber zusammengeschnitten, mit verschiedenen Highlights aus seiner Zeit als Sprecher des "heute-journal". Darin wurde er unter anderem als "Herz und Seele dieser Sendung" beschrieben. Ganz am Ende richtete Kleber selbst noch einmal Worte an das Team sowie die Zuschauer.

Ein Einspieler blickte auf Klebers Karriere zurück.
Ein Einspieler blickte auf Klebers Karriere zurück.Bild: ZDF screenshot

Mit Blick auf die in vielerlei Hinsicht aktuell nicht unbedingt positiv stimmende Weltlage kam er zu dem Ergebnis, die Menschheit habe eigentlich "das Wissen, die Technik und die historische Erfahrung", um das alles zu meistern. Zum ersten Mal seien "unsere Werkzeuge so mächtig wie unsere Probleme". Ohne eine engagierte, gut informierte Öffentlichkeit werde das jedoch "nichts", so Kleber weiter. Nun schlug er den Bogen zu seinen Kollegen und Mitarbeitern: "Und deshalb muss es Redaktionen geben wie die Menschen hinter dieser Sendung. Leidenschaftliche Profis, die jeden Morgen antreten können mit dem einzigen Ziel, die bestmögliche Sendung zu machen." Sein Statement beendete er dann mit den Worten:

"Good night, good luck, und ein gutes neues Jahr. Vor allem vielen Dank allen hier. Bis bald."

Dieser "Tagesschau"-Sprecher hörte auch auf

Claus Kleber ist jedoch nicht der Einzige, der sich am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedete. Für Nachrichtensprecher Claus-Erich Boetzkes war es ebenfalls der letzte Arbeitstag. Der 65-Jährige moderierte am 30. Dezember nach 25 Jahren um 17 Uhr das letzte Mal die "Tagesschau". Am Ende seiner letzten Ausgabe sagte er:

"Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass sie mich so oft Gast sein ließen, und ich bedanke mich bei einem ganz wunderbaren, klugen, menschlich äußerst angenehmen Team, mit dem ich all die Jahre zusammenarbeiten durfte."
Claus-Erich Boetzkes beweist in seiner letzten "Tagesschau"-Ausgabe mit diesem Foto Humor.
Claus-Erich Boetzkes beweist in seiner letzten "Tagesschau"-Ausgabe mit diesem Foto Humor.screenshot ard

In diesem Zusammenhang ergänzte er, dass er mit einem weinenden Auge gehe. Außerdem bewies er seinen Sinn für Humor. Nach seiner Abschluss-Rede zeigte er Bilder von sich, wie er wohl als Rentner aussehen könnte: Die retuschierten Fotos zeigten ihn einmal ohne Haare, einmal mit längerer Mähne. Auf einem anderem Bild war er mit einem weißen Rauschebart zu sehen. Dazu sagte er: "In Würde alt werden, das ist dann später das Ziel." Danach verwies er auf die nächste "Tagesschau" und verabschiedete sich mit einem simplen "Adieu".

"heute-journal": Auf Kleber folgt Sievers

Kleber beim "heute-journal" ersetzen wird Christian Sievers, der zuvor auch schon vertretungsweise die Sendung übernommen hatte. Er absolviert seinen ersten Auftritt in der festen neuen Funktion am 10. Januar, daneben bleibt Marietta Slomka die zweite Hauptmoderatorin.

Kleber war mehr als 160 Abende im Jahr für das ZDF aktiv. Dass ihm im Ruhestand langweilig werden könnte, ist aber nicht zu befürchten. Der dpa verriet er erst vor wenigen Tagen, wie sein Alltag nun aussehen wird: "Da will ich das Phänomen kennenlernen, von dem alle so viel reden – soziales Leben, Freundschaften, solche Sachen werde ich ausprobieren."

Gundula Gause fand emotionale Worte für ihren Kollegen im "heute-journal".
Gundula Gause fand emotionale Worte für ihren Kollegen im "heute-journal".Bild: ZDF screenshot

Ganz weg vom Fenster ist der 66-Jährige im TV übrigens ohnehin noch nicht. So sind vor allem noch Doku-Projekte für das kommende Jahr in Zusammenarbeit mit dem ZDF geplant. Dazu ließ Kleber schon einmal durchblicken: "Das ZDF möchte weitere Dokus haben, und ich würde sie gern machen. Momentan entwickeln die Journalistin Angela Andersen und ich eine Doku über die digitale Zukunft. Im zweiten Quartal 2022 soll sie fertig sein."

(ju)

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