Nanu, das ist doch: Michael Ballack! Der langjährige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist unter die Unternehmensgründer gegangen.
Nanu, das ist doch: Michael Ballack! Der langjährige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist unter die Unternehmensgründer gegangen.bild: RTL / Bernd-Michael Maurer

Michael Ballack schockt "Höhle der Löwen"-Investoren: "Er trinkt das echt"

"Wow, Prominenz in der "Höhle der Löwen": Nicht nur Ralf Dümmel kam aus dem Staunen nicht heraus, als der langjährige Kapitän der deutschen Fußball-Nationamannschaft in der Vox-Show auftauchte. Michael Ballack gab sich als Garten-Fan zu erkennen. Um sein grünes Produkt rissen sich die Investoren.
26.04.2022, 06:38
Rupert Sommer

Plötzlich Stadionstimmung bei Vox: Als am Montagabend ein breitbeinig auftretendes Männer-Trio durch den Käfig-Durchgang in die "Höhle der Löwen" einlief, war die Erinnerung an den Spielertunnel und die ganz großen Wettkampf-Arenen wieder da. Und der Mann in der Mitte meldete sich mit einem Lächeln im Rampenlicht zurück: Michael Ballack, viele Jahre der "Capitano" der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat sich auf ein neues Spielfeld gewagt.

Er ist jetzt Start-up-Gründer. Und das mit einem sehr bodenständigen Unternehmen. Hinter "Lucky Plant", einer Firma, die der Kapitän zusammen mit dem befreundeten Blumen- und Pflanzenhändler Bernhard Unger und dem promovierten Agrarwissenschaftler Thomas Hüster führt, verbirgt sich ein Bio-Düngelmittelprodukt. "Mit Lucky Plant bringen wir Ihre Pflanzen auf Champions League-Niveau", sagte der Ex-Profi von Bayern Leverkusen, Bayern München und dem FC Chelsea und war damit zumindest sprachlich in die Welt des Spitzenfußballs zurückgekehrt.

Ballack schwärmt vom "Energy Drink für Pflanzen"

Die Idee für sein neuartiges "Pflanzenstärkungsmittel" stammt aus der langjährigen Rasenpraxis des Sportstars und Familienvaters. Ballack befasste sich intensiv mit den Produkten, die auf Fußballplätzen zum Einsatz kommen. "Schnell bemerkte ich, dass diese hohe chemische Anteile haben", sagte er nun bei der Pitch-Präsentation. Ein Sohn hätte nach dem Training oft sogar allergische Reaktionen gezeigt. Also suchte Ballack nach einer Bio-Alternative.

Um zu zeigen, dass der "Lucky Plant"-Brausezusatz komplett unbedenklich ist, setzten die Gründer zu einer Umtrunk-Einlage ein. Die Präsentation von Bernhard Unger (links), Michael Ballack (Mitte) und Thomas Hüster begeisterte die "Löwen".
Um zu zeigen, dass der "Lucky Plant"-Brausezusatz komplett unbedenklich ist, setzten die Gründer zu einer Umtrunk-Einlage ein. Die Präsentation von Bernhard Unger (links), Michael Ballack (Mitte) und Thomas Hüster begeisterte die "Löwen".bild: RTL / Bernd-Michael Maurer

Der Fachkollege Thomas Hüster, der seit über 20 Jahren Pflanzenforschung betreibt, stellte Ballack und seinem Freund ein ganz besonders Gewächs vor – die Pechnelke. Nur dass die, so der Agrarwissenschaftler, eigentlich "Glücksnelke" heißen müsste: "Sie produziert besondere sekundäre Pflanzenstoffe, die das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen und die Aufnahme von Nährstoffen fördern", erläuterte der Fachmann. "Das macht sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Pflanzen, die in ihrer Nähe wachsen. Dieses Wissen wollten wir für unser Produkt nutzen."

Heraus kam mit "Lucky Plant" ein zu 100 Prozent biologische Pflanzenstärkungsmittel, das auf die Kraft von sechs Wildkräutern setzt und als Brausetablette oder als Pulver dem Gießwasser beigefügt wird. "Lucky Plant ist der Energy Drink für Pflanzen", schwärmte Ballack bei der Produktvorstellung. Immerhin sorgt "Lucky Plant" für mehr Blütenbildung und eine längeren Blühphase. Rasenflächen werden robuster. Der deutsche Markt ist groß. Ballack denkt aber auch an englische Rasen. Immerhin hat er ja lange auch auf der Insel gekickt.

Er wird doch nicht? "Er trinkt das echt!"

Was dann folgte, fegte die ohnehin aufmerksam lauschenden "Löwen" fast komplett von ihren Stadion-Sitzen. Michael Ballack war es wichtig zu zeigen, wie natürlich und gesund sein "Energy Drink" tatsächlich ist. Und dann löste der Rasenkapitän eine seiner Brausetablette zusammen mit den beiden Mitspielern in Wassergläsern auf und setzt zu einem ganz speziellen Trinkspruch an: "Wir wollen anstoßen auf gemeinsames, gesundes, nachhaltiges Wachstum!"

Ralf Dümmel war da ganz aus dem Häuschen. "Der trinkt das echt", staunte er, als Ballack sein bereits patentiertes Pflanzen-Wachstumsmittel zu Vorführzwecken mit mutigen Schlucken austrank. "Wahnsinn", jubelte Judith Williams. Natürlich tauchte da die Scherz-Frage auf, ob "Lucky Plant" auch auf den menschlichen Organismus "stärkend" wirkte. "Ich bin eigentlich 97 Jahre alt", lachte der Mit-Gründer Bernhard Unger. Tatsächlich ist er 54.

Gleich drei Angebote für Ballacks Truppe

Vielleicht lag es an der gelösten, fast kumpelhaften Atmosphäre, dass die eigentlichen Geld-Verhandlungen, für die Ballack und Co. ja in die "Höhle der Löwen" gekommen waren, dann so geschmeidig – und erfreulich – für die grünen Gründer abliefen. 100.000 Euro im Gegenzug für 20 Prozent der Firmenanteile wollte der Fußballer haben.

Wichtiger als die Finanzspritze ist für Ballack aber die Löwen-Power, die "Lucky Plant" rasch in viele Bau- und Gartenmärkte bringen soll. "Ich habe ein gutes Netzwerk im Fußball", sagte er, "aber wenn man so ein Produkt an den Markt bringen will, ist das nicht so einfach." Der Ex-Nationalspieler suchte "einen professionellen Partner, der über das nötige Know-how und Netzwerk verfügt".

Und dass sich so ein Partner finden würde, wurde rasch klar: Immerhin bissen sowohl der nach eigenem Bekunden passionierte Groß-Gärtner Carsten Maschmeyer sowie das Frauen-Duo aus Dagmar Wöhrl und der neuen Gast-Investorin Sarna Röser prompt an.

Duzen und flottes Kurzpass-Kicken mit Ralf Dümmel

Am Leidenschaftlichsten warf sich allerdings ein echter Fußball-Fan in die Bieterschlacht: Ralf Dümmel, der Michael Ballack sogar spontan duzte und später ein paar Kurzpässe auf der Studiobühne mit ihm spielte. Alle drei Angebote akzeptierten ohne Abstriche die Forderungen der "Lucky Plant"-Gründer. Nun bibberten plötzlich die Löwen. Wie würde sich der umworbene Star entscheiden?

Dann die Erlösung: Michael Ballack wählte Ralf Dümmel als vierten Mann für seine Mannschaft! Der Hamburger konnte sich kaum mehr beruhigen. "Ich habe keinen grünen Daumen", gab er offen zu. "Ich habe rote Daumen", sagte er. "Ich habe mir selbst die Daumen gedrückt." Nun möchte der Handelsexperte das Unternehmen rasch wachsen und gedeihen sehen. Ballacks zweiter Traumkarriere steht nichts im Wege.

Wenn keiner die Bio-Cracker essen möchte

Schmeckt nicht, Geld gibt's nicht: Judith Williams gefiel zwar die nachhaltige Reste-Verwertungsidee hinter "Retter Kräcker". Die Snacks auf Basis von Kürbiskern-, Sonnenblumkern- und Apfeltrester fiel bei ihr aber geschmacklich komplett durch.
Schmeckt nicht, Geld gibt's nicht: Judith Williams gefiel zwar die nachhaltige Reste-Verwertungsidee hinter "Retter Kräcker". Die Snacks auf Basis von Kürbiskern-, Sonnenblumkern- und Apfeltrester fiel bei ihr aber geschmacklich komplett durch.bild: RTL / Bernd-Michael Maurer

Ebenfalls mit einem nachhaltigen Deal gingen am Montag die "Le Gurque"-Gründer vom Platz, die eine Bio-Alternative zu Plastik-Küchenspülschwämmen entwickelt haben. Sie setzten dabei auf das schwammartige Fasergewebe einer asiatischen Gurken-Art. Nach einem Wettfeilschen ließ sich zudem Carsten Maschmeyer darauf ein, mit "Read-O", eine App-Lösung für intelligente, personalisierte Buch-Empfehlungen zu unterstützen.

Zum Finale der diesmal besonders spannenden Sendung setzte dann ein reines Frauen-Gründerteam auch auf eine smarte Digital-Anwendung: Das Löwen-Trio Maschmeyer, Wöhrl und Rösner wollen die Junge-Talente-Plattform "Xeem" groß machen. Ohne Zuschlag gingen nur die ehrgeizigen jungen Lebensmittelexperten von "Retter Kräcker" aus. Ihre Bio-Snacks aus Kern-Resten sind zwar nachhaltig gedacht. Dumm nur: Die Dinger sind eher abtörnend. "Wenn's keinem schmeckt, dann rettet ihr's nicht", sagte Judith Williams.

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