Wirtschaft
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Bicycles of bike-sharing company Ofo are seen on a vacant lot in Zhengzhou, Henan province, China May 20, 2018. Picture taken May 20, 2018. REUTERS/Stringer  ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. CHINA OUT.

Bild: stringer/reuters

Und dem nächsten geht die Luft aus: Leihradanbieter Ofo gibt in Deutschland auf

16.07.18, 13:48

Der chinesische Leihradanbieter Ofo will sich nach einer dreimonatigen Testphase in Berlin vom deutschen Markt vorerst zurückziehen.

Gewohnt blumig hieß es von einer Unternehmenssprecherin: "Es handelt sich hierbei um eine strategische Entscheidung, welche auf der jeweiligen Marktleistung basiert." Eine Rückkehr nach Deutschland sei aber nicht ausgeschlossen.

Ofos kurzes Leben in Berlin:

Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben zuletzt rund 3000 Räder in Berlin stehen. Eigentlich waren dort noch deutlich mehr Ofo-Bikes im Gespräch. Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) hatte zum Jahresanfang erklärt, dass mehrere Anbieter ihr Angebot ausbauen wollten. Ofo beabsichtige, 10 000 Fahrräder zu verleihen, antwortete Kirchner auf eine parlamentarische Anfrage der AfD.

In der vergangenen Woche hatte ein anderer Anbieter seinen Rückzug verkündet:

Was passiert auf dem Leihrädermarkt?

Falsch geparkt, mal wieder

Die neuen Dienste betreiben ihr Angebot als sogenanntes Free-Float-Modell. Die Nutzer können die Fahrräder also an jeder beliebigen Stelle wieder abstellen. Feste Stationen, wie teilweise bei DB Connect und Nextbike, gibt es nicht. "Um einen solchen Sharingdienst anzubieten, muss man erst eine große Menge an Bikes auf den Markt bringen", sagte Mobilitätsexperte Andreas Nienhaus vom Beratungsunternehmen Oliver Wyman. Nur so sei sichergestellt, dass auch immer und überall ein Fahrrad zur Verfügung stehe.

Der Rückzug

Wenn ein Dienst jedoch seine Räder vernachlässigt und diese Gehwege und Einfahrten versperren, löst das Unmut aus. "Die Menschen gehen dann dazu über, die Räder gezielt zu beschädigen", sagte Nienhaus. "Bei manchen Anbietern waren bis zu 90 Prozent ihrer Flotte betroffen." Auch Obike erging es in München nach dem Start ähnlich. Zuletzt beklagten sich zudem mehrere Städte über Probleme mit dem Anbieter - vor allem weil sie dort niemanden mehr erreichten, die silber-gelben Räder aber vielerorts im Weg stünden und Ziel von Vandalismus seien.

Andere Anbieter gehen behutsamer vor. Mobike etwa ist zwar inzwischen nach eigenen Angaben der größte Leihraddienst in Berlin mit mehreren Tausend Rädern. Begonnen hatte das Unternehmen im Herbst 2017 demnach aber mit rund 700 Fahrzeugen. Das scheint Erfolg zu haben. Während Ofo sich aus dem deutschen Markt zurückzieht, fasst Mobike hier zunehmend Fuß und bietet seinen Dienst inzwischen auch in Düsseldorf und Köln an - auch hier zunächst mit wenigen Hundert Rädern. Mit den Städten spricht sich das Unternehmen eng ab.

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  • 37%Nein, die Sperre knacken ist okay. Aber dann sollen die Räder für alle da sein. Gratis und ohne Daten!
  • 19%Mir egal, nehme eh die U-Bahn

Mobike und Ofo haben mit den chinesischen IT-Riesen Alibaba und Tencent mächtige, aber auch seriöse Investoren im Rücken. Auch der Fahrdienstvermittler Uber ist inzwischen mit der Tochterfirma Jump auf dem Leihradmarkt aktiv. An PR-Desastern wie bei Obike dürften solche Investoren kein Interesse haben

(pb/dpa)

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